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    "Plötzlich Familie": Die wahre Geschichte hinter der Adoptionskomödie
    Von Carsten Baumgardt — 31.01.2019 um 08:00
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    Mit dem Label „Nach wahren Begebenheiten“ werben viele Filme, doch so nah dran, wie bei der Komödie „Plötzlich Familie“ ist man selten: Die Idee der Adoption von drei Kindern auf einen Streich stammt direkt aus dem Leben von Regisseur Sean Anders.

    Paramount Pictures

    Über Jahre haben Filmemacher Sean Anders („Wir sind die Millers“, „Daddy’s Home“, „Hot Tub Time Machine“) und seine Frau Beth diskutiert, ob sie nicht Kinder haben sollten – aber lange Zeit konnten sie diesen Wunsch nicht realisieren. Da sagte der 1969 geborene Kalifornier im Spaß: „Ich denke, ich werde dann zu diesen alten Daddys gehören. Warum adoptieren wir nicht einfach einen Fünfjährigen? Das wäre dann so, als wenn wir vor fünf Jahren gestartet wären.“ Das war der Anfang einer kleinen Odyssee an deren Ende die Familie Anders 2012 Pflegeeltern für die drei Geschwister Josh, Cha-Cha und Johnny im Alter von anderthalb, drei und sechs Jahre wurde. Die leibliche Mutter der Kinder litt zu dem Zeitpunkt an Drogenproblemen. Ein Jahr später adoptierten Sean und Beth Anders die drei offiziell. Doch der Weg dorthin war mühsam. Die Anders gingen zum Seneca Family of Agencies' Kinship Center in Los Angeles und tasteten sich über spezielle Kurse der nicht profitorientierten Agentur langsam heran, bis sie irgendwann bereit waren, sich in das Abenteuer Kinder zu stürzen. Und ihre Welt stellte sich komplett auf den Kopf.

    "Plötzlich Familie": Filmreifes Privatleben

    Aus diesen Erfahrungen hat Sean Anders zusammen mit Schreibpartner John Morris („Daddy’s Home“, „Dumm und Dümmehr“) das Drehbuch zu der turbulenten Adoptionskomödie „Plötzlich Familie“ verfasst und auch gleich die Regie übernommen. Im Film adoptieren Ellie (Rose Byrne) und Pete (Mark Wahlberg) die Teenagerin Lizzy (Isabela Moner) – und ihre beiden jüngeren Geschwister Juan (Gustavo Quiroz) und Lita (Julianna Gamiz) gleich mit. Das amüsante wie emotional herzzerreißende familiäre Chaos, das in „Plötzlich Familie“ entsteht, haben Sean und Beth Anders ganz ähnlich erlebt. Besonders die ersten Monate in der ungewohnten Situation der neuen Instant-Familie seien hart gewesen, schreibt Anders in einem Gastbeitrag im Time Magazine: „Ich dachte erst: ‚Oh, das ist kein Problem. Ich kann das!‘ Dann waren sie da und es fühlte sich an wie: ‚Wir haben einen fürchterlichen, fürchterlichen Fehler gemacht.‘ Wir fühlten uns als Babysitter für die Kinder von jemand anderem – nur für die Ewigkeit.

    Paramount Pictures
    Regisseur Sean Anders beim Dreh von "Plötzlich Familie" mit Gustavo Quiroz und Julianna Gamiz.

    Sean Anders: Eine normale Familie

    Doch zum Glück für alle Beteiligten legten sich diese Anfangsschwierigkeiten, die Mühen und teils auch Frustration und gaben „Plötzlich Familie“ vielmehr reichlich Nährboden für amüsante Gags und große Emotionen. Letztendlich stand für die Anders ein Happy End, weil die neue Großfamilie nach und nach zusammengewachsen ist und nun glücklich miteinander lebt. „Heute sind wir wie jede andere Familie auch“, sagt Anders stolz.

    Trailer zu "Plötzlich Familie"

    Unsere FILMSTARTS-Kritikerin Antje Wessels lobt „Plötzlich Familie“ jedenfalls als „eine mit oft sympathischen, manchmal plumpen Pointen gespickte Komödie, die das Thema Adoption zugleich von einer angemessen ernsthaften und emotional ehrlichen Seite beleuchtet.“ Der Film ist natürlich kein Lehrstück über Problematik des Adoptionsprozesses, sondern immer noch eine Komödie, die eben Anders‘ Erfahrungen über die Höhen und Tiefen des Familie-Werdens nutzt und tiefsinniger ist, als man zunächst vermuten könnte. Nach „Daddy’s Home“ und „Daddy’s Home 2“ war „Plötzlich Familie“ übrigens die dritte Zusammenarbeit zwischen Regisseur Sean Anders und Mark Wahlberg („Transformers: The Last Knight“). Das hat sich gelohnt, denn in den Anders-Filmen kann der Actionstar seine komödiantische Seite zeigen.

    Die FILMSTARTS-Kritik zu "Plötzlich Familie"

    Für Anders war „Plötzlich Familie“ nicht nur ein sehr persönlicher Film, sondern auch ein kommerzieller Erfolg. Die Komödie spielte in Nordamerika 67 Millionen Dollar ein und verschaffte ihm dazu noch jede Menge Sympathie. „Plötzlich Familie“ läuft seit dem 31. Januar 2019 in den deutschen Kinos.

     

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