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    "Lego Movie 2": Darum konnte ich mich mit den hässlichen neuen Figuren nicht anfreunden
    Von Christian Fußy — 09.02.2019 um 14:30

    Neben den aus dem ersten Teil bekannten Helden Emmet, Lucy, Benny und Co., die alle im klassischen Lego-Look daherkommen, treten in „The Lego Movie 2“ plötzlich auch noch extrem anders aussehende Figuren auf.

    2019 WARNER BROS. ENTERTAINMENT INC.

    --- Meinung ---

    Nach der Pressevorführung von „The Lego Movie 2“ griff ich sofort zu meinem Handy und wartete in den darauffolgenden Sekunden voller Ungeduld darauf, dass das alte, vor der Vorstellung selbstverständlich ausgeschaltete, Gerät wieder benutzbar wird, um Google endlich die Frage stellen zu können, die mir während des gesamten Filmes so schmerzhaft auf der Seele brannte: „Warum sind einige neue Figuren in ‚Lego Movie 2‘ aus so anderem, hässlichen Lego? Und was hat es mit diesem hässlichen Lego auf sich?“

    Da die Suchmaschine auf meine sehr präzise formulierte Frage keine unmittelbar befriedigende Antwort bereitstellen konnte, wandte ich mich stattdessen an meinen Kollegen Julius Vietzen, der mir sogleich erklärte, dass es sich bei der Produktreihe, der auch die Gegenspielerin des Films General Mischmasch (Originalsprecherin: Stephanie Beatriz) angehört, um das speziell für Mädchen konzipierte Lego Friends handelt. Lego Friends gibt es anscheinend, wie ich anschließend nachlesen konnte, bereits seit 2012 und es wurde von dem dänischen Konzern tatsächlich eingeführt, um ganz gezielt weibliche Kinder anzusprechen. Hier ein Amazon-Link zu einem Set Lego Friends.

    Warum gibt es in „Lego Movie 2“ plötzlich neues Lego?

    In „The Lego Movie 2“ gibt es ein solches weibliches Kind, nämlich Bianca (Brooklynn Prince), die kleine Schwester des bereits aus dem ersten Teil bekannten Finn (Jadon Sand). Dieser ist so etwas wie der Tommy Westphall des Lego-Universums: Die gesamte Filmwelt ist seiner Fantasie entsprungen. In Teil zwei bastelt er gemeinsam mit Bianca, weshalb es natürlich Sinn ergibt, dass nun auch ihre Legos ein Teil dieser Welt werden. Diesen Umsturz des Filmuniversums mit dem visuellen Kniff zu verdeutlichen, dass in „Lego Movie 2“ plötzlich auch Mädchen-Lego auftaucht, ist eigentlich ziemlich clever.

    Lego Friends – Ein problematisches Produkt

    Was mich daran stört, ist lediglich die Tatsache, dass die Lego Friends Figuren nicht mehr klassisch klotzig, sondern runder, länglicher und einfach total beschissen aussehen. Und überhaupt: Wieso braucht es eigentlich spezielles Lego für Mädchen? Nach einer kurzen Wikipedia-Recherche fand ich heraus, dass die Lego-Friends-Serie mit Sets wie „Geburtstagsparty“, „Beauty Salon“, „Vorstadthaus“ und „Ponyhof“ aufwartet und es sogar eine eigene Animationsserie zu der Produktreihe gibt, in der die puppenähnlichen Hauptfiguren Olivia, Emma, Stephanie, Mia und Andrea Eiscreme essen, Popmusik hören und Jungs anschmachten. Nicht gerade eine besonders revolutionäre Idee, sondern in vielerlei Hinsicht sogar eine durchaus problematische.

    Ich habe generell nichts dagegen, sondern finde es vollkommen in Ordnung, dass Lego seine, laut eigener Aussage größtenteils aus Jungs bestehende, Zielgruppe erweitern und mehr Spielsets mit weiblichen Figuren herausbringen will. Wieso müssen die aber so klischeehaft und vor allem so hässlich sein? Ich will hier eigentlich gar kein Fass aufmachen, aber die Vorstellung von zynisch gegendertem Lego-Spielzeug finde ich schon etwas bescheuert.

    Die Antwort kompakt

    Was ich an dieser Stelle allerdings auf jeden Fall will, ist denjenigen, die sich nach einem Besuch von „The Lego Movie 2“ dieselbe Frage stellen wie ich, die mir vom Internet verwehrte Antwort bereitstellen: Die neuen Legos in „The Lego Movie 2“ sind extra Mädchenlego, das so hässlich und rund aussieht, weil die Firma wohl glaubt, das alte, kastige Design sei viel zu testosterongeladen für weibliche Kinder.

    „The Lego Movie 2“ läuft seit dem 7. Februar 2019 in Deutschland im Kino.

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