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    Bran in der 8. Staffel "Game Of Thrones": Warum sich Hodors Geschichte wiederholen könnte
    Von Benjamin Hecht — 06.03.2019 um 17:35
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    Kaum eine andere „Game Of Thrones“-Figur bietet so viel Raum für Spekulationen wie Bran Stark. Als Dreiäugiger Rabe ist er nahezu allwissend und kann durch die Zeit reisen. Doch diese Macht könnte ihm schon lange zum Verhängnis geworden sein.

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    Bis zum Start der finalen Staffel „Game Of Thrones“ im April 2019 beschäftigen wir uns in den kommenden Wochen und Monaten nach und nach mit den noch lebenden Figuren der HBO-Hitserie und überlegen, wie es mit ihnen weitergehen könnte. Diesmal dreht sich alles um Bran Stark (Isaac Hempstead-Wright), der sich im Verlauf von sieben Staffeln vom kleinen, querschnittsgelähmten Jungen zu einer mächtigen Entität namens Dreiäugiger Rabe entwickelt hat. Doch wie weit reichen Brans Fähigkeiten wirklich? Wird er den Krieg zwischen Menschen und weißen Wanderern beenden können? Oder ist er sogar in Wahrheit selbst der Nachtkönig und damit verantwortlich für den Kampf von Eis und Feuer? Mit Zeitreisen und anderen magischen Fähigkeiten scheint alles möglich. Eine der beliebtesten und umfangreichsten „GOT“-Theorien erklären wir hier.

    Bran in den Staffeln 1-7

    „Game Of Thrones“ ist unter anderem durch seine Schockmomente bekannt geworden und Bran Stark war der erste, der einem solchen zum Opfer fiel. Als agiler, junger Bursche kletterte er an den Mauern von Winterfell entlang und ertappte dabei die Lannister-Zwillinge beim Inzest. Jamie (Nikolaj Coster-Waldau) zögerte nicht lange und stieß den Jungen in den Abgrund, womit er ihn für immer verkrüppelte. Für Bran war das aber noch lange nicht das Ende seiner Leidensgeschichte. Mit Hilfe seines guten Freundes und menschlichen Transportmittels Hodor (Kristian Nairn) sowie einigen anderen Weggefährten, überlebte er die Eroberung Winterfells durch Theon Greyjoy (Alfie Allen) und flüchtete anschließend Richtung Norden.

    Mit der Zeit erwachten Brans magische Fähigkeiten, die sich stets wiederholenden Visionen von einem Raben wurden häufiger und intensiver. Er entdeckte sein Potential als Warg, kann sich seitdem in andere Lebewesen hineinversetzen und sie kontrollieren. Trotz aller Gefahren die im Norden lauerten, begab sich Bran hinter die schützende Mauer und lernte den Dreiäugigen Raben (Max von Sydow) kennen. Er ging bei ihm in die Lehre, lernte sogar durch die Zeit zu reisen und konnte dort zwar nicht als physische Person, aber als eine Art Geist Einfluss auf die Vergangenheit nehmen. Die Ausbildung forderte allerdings viele Opfer. Beim Angriff des Nachtkönigs (Vladimir Furdik) auf das Versteck des Dreiäugigen Raben, starben nicht nur der alte Lehrmeister, sondern auch Brans Schattenwolf Summer und sein treuer Gefährte Hodor. Als Nachfolger des Dreiäugigen Raben kehrte Bran in seine Heimat Winterfell zurück, wo er sich zum Start der 8. Staffel immer noch befindet.

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    Der neue und der alte Dreiäugige Rabe

    Wieso fehlt Bran im Teaser zur 8. Staffel "Game Of Thrones"?

    Um einen ersten Einblick zu bekommen, was uns in der finalen Staffel von „Game Of Thrones“ erwarten könnte, hilft uns der offizielle Teaser zur achten Staffel. Darin sehen wir Jon (Kit Harington), Sansa (Sophie Turner) und Arya (Maisie Williams) in der Krypta von Winterfell. Ihr Weg endet an vor drei Statuen, die dort nach ihrem Ebenbild angefertigt wurden und als Grabschmuck für ihre letzte Ruhestätte dienen. Der Teaser ist damit aber noch nicht zu Ende. Während es plötzlich kalt wird und die finsteren Gänge gefrieren, ist eines der Geschwister allerdings nicht anwesend. Bran fehlt im Teaser zur finalen Staffel „GOT“, was besonders den Anhängern der „Bran ist der Nachtkönig“-Theorie neues Futter gibt.

    Die Tatsache, dass Bran als einziges überlebendes Stark-Kind nicht zu sehen ist und dann plötzlich ein eisiger Hauch durch die Krypta weht, könnte symbolische Bedeutung haben und dafür stehen, dass es sich bei Bran um den Nachtkönig handelt. Die Szene selbst kommt so höchstwahrscheinlich nicht in der Serie vor. Auch Teaser zu früheren Staffeln setzten teils auf Symbolik, anstatt einfach nur kommende Szenen zu zeigen. Trotzdem scheint die Theorie auf den ersten Blick weit hergeholt, zumindest wenn einem die anderen Argumente dafür unbekannt sind. Um zu verstehen, weshalb Bran tatsächlich der Nachtkönig sein könnte, müssen wir uns tiefer mit dessen Fähigkeiten auseinandersetzen.

    Die magischen Kräfte des Dreiäugigen Raben

    Fassen wir zusammen, was wir bisher über Brans Fähigkeiten wissen: Er scheint eine Art allwissendes Wesen zu sein, das durch die Zeit reisen kann und dort Einfluss auf die zu der damaligen Zeit lebenden Personen nehmen kann. Wie immer, wenn sich fiktionale Geschichten auf Zeitreisen stützen, kommt es dabei zwangsläufig zu irgendeiner Art von Paradoxon. Wie lässt es sich erklären, dass Hodor als Jugendlicher einen Anfall hatte, der erst durch ein Erlebnis viele Jahrzehnte später ausgelöst wurde? Klar: Bran hat mit seinem mentalen Portal in die Vergangenheit für den Schock gesorgt, aber die Folgeschäden trug Hodor ja schon vor der Zeitreise. Ist es überhaupt möglich, in einer Welt, in der Zeitreisen existieren, von einem davor oder danach zu sprechen?

    Der alte Dreiäugige Rabe erklärt den Umstand mit den Worten: „Die Geschichte ist bereits geschrieben. Die Tinte ist getrocknet.“ Was passiert ist, lässt sich also auch nicht durch Zeitreisen verhindern. Die Vergangenheit steht fest und hat damit unveränderbare Auswirkungen auf die Gegenwart, trotz der Tatsache, dass Zeitreisen möglich sind. Rein logisch betrachtet scheint dieser Umstand widersprüchlich, doch anscheinend funktioniert die Welt von „Game Of Thrones“ eben so. Daraus folgt, dass es durchaus auch andere Ereignisse in der Geschichte von Westeros geben könnte, die von Bran aus der Zukunft verursacht wurden. Die Geschichte von Hodor könnte sich also wiederholen, mit einer anderen Figur, die Brans Stimme vernimmt. Dieser Gedanke bildet den Grundstein einer Reihe von Einzelspekulationen, die irgendwann zu einer Gesamttheorie zusammengefügt wurden und somit erklären sollen, wie Bran letztendlich zum Nachtkönig geworden sein könnte.

    Zeitreise 1: Bran hat Aerys "mad" gemacht

    Ausgangspunkt der Theorie ist, dass Bran gleich dreimal in der Zeit zurückreiste, um den Nachtkönig zu stoppen. Bei seinem ersten Versuch plante er, den damaligen König von Westeros Aerys II. Targaryen davon zu überzeugen, sich auf einen Krieg gegen die White Walker vorzubereiten. Wie wir wissen, ist Brans Einflussnahme auf die Vergangenheit begrenzt. Er kann nicht direkt mit Gegenständen agieren, sondern nur mit anderen Personen kommunizieren. Deshalb versuchte er, mit dem Mann auf dem Eisernen Thron zu reden und ihm Tipps zu geben, wie er die drohende Gefahr abwenden kann.

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    Hat Aerys II. Targaryen hier etwa Brans Stimme im Kopf?

    Beim Targaryen-König dringten aber nur folgenden Worte durch: „Alle verbrennen!“. Natürlich meinte Bran damit die untote Armee. Doch das konnte der König, der durch die Stimme in seinem Kopf langsam wahnsinnig wurde, nicht wissen. Also verbrannte er willkürlich alle möglichen Leute, was ihm den Titel „Mad King“ einbrachte und letztendlich dafür sorgte, dass ihn sein eigener Wachmann Jaime Lannister tötete.

    Zeitreihe 2: Bran baut die Mauer

    Bran scheiterte und reiste daraufhin noch weiter in die Vergangenheit zurück. In den Büchern ist einige Male von Brandon dem Erbauer, dem Gründer von Haus Stark, die Rede. Er soll derjenige gewesen sein, der vor Tausenden von Jahren sowohl Winterfell als auch die kolossale Mauer aus Eis errichtete, die die Sieben Königslande vom kalten Norden trennt. Die Theorie geht davon aus, dass es sich bei dem jungen Bran Stark und Brandon dem Erbauer um die ein und dieselbe Person handelt. Zumindest könnte der Warg in die Vergangenheit gereist sein und die Kontrolle über jemanden übernommen haben, mit dessen Körper er seinen Plan in die Tat umsetzte.

    Auch in der Serie bemerkt Ned Stark (Sean Bean) nach Brans Unfall, dass sein Sohn zwar kein Ritter mehr werden wird, aber wie Brandon der Erbauer immerhin noch eine Burg errichten könnte. Dass das Gespräch aus Staffel eins aber tatsächlich als Anspielung für einen späteren Twist gedacht war, scheint unwahrscheinlich. Die zweite Zeitreise ist wohl auch der am wenigsten plausibelste Schritt in der Gesamttheorie. Denn eine genaue Beschreibung, wie Bran die Mauer hätte erbauen können (vermutlich mit sehr vielen Arbeitern und etwas Magie) bietet sie nicht. Ganz widerlegen lässt sich diese Idee aber ebenso wenig. Gehen wir also mal davon aus, dass Bran wirklich die Mauer errichtet hat. Dann hat sie den Weißen Wanderern zwar den Eroberungsfeldzug erschwert, aber letzten Endes nicht verhindert. Bran musste also einen anderen Weg finden, um den Nachtkönig aufzuhalten.

    Zeitreise 3: Bran wird zum Nachtkönig

    Der Theorie zufolge plante Bran bei seinem dritten Versuch, ähnlich wie Arnold Schwarzenegger in Terminator, die Gefahr bereits im Keim ersticken. Er wollte die Entstehung des Nachtkönigs verhindern. Wie wir bereits in der Serie gesehen haben, war der eiskalte Gegenspieler früher ein ganz normaler Mann, den die Kinder des Waldes mit Magie und Drachenglas erst seine Macht verliehen.

    Die Theorie besagt nun, dass Bran sich in den Körper des Mannes gewargt hat und auf diesen Weg verhindern wollte, dass sich die Kinder des Waldes an ihm vergreifen. Doch wie ihn der Dreiäugige Rabe einst warnte, gäbe es kein Zurück mehr, sollte Bran die Kraft zu lange am Stück nutzen. Das tat er vielleicht auch und blieb so im Körper des zukünftigen Nachtkönigs stecken. Außerdem schaffte er es nicht, dessen Entstehung zu verhindern und wurde letzten Endes selbst zu dem Mann, den er geschworen hatte zu vernichten.

    Klingt komisch, ist aber vielleicht so

    Die Theorie mag für den ein oder anderen etwas weit hergeholt wirken, doch selbst wenn nicht alles an ihr wahr ist, könnten sich zumindest bestimmte Einzelpunkte bewahrheiten. Dass Bran dem „Mad King“ ins Ohr geflüstert hat, halten wir nach der Geschichte um Hodor durchaus für möglich. Der Theorie zu Brandon dem Erbauer mangelt es etwas an Details, so ganz ausschließen wollen wir sie aber auch nicht. Und wegen der Nummer mit dem Nachtkönig. Seht einfach selbst:

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    Isaac Hempstead-Wright als Bran und Vladimir Furdik als Nachtkönig

    Sehen sich die beiden nicht extrem ähnlich, von der allgemeinen Gesichtsform bis hin zur Nase? Das könnte Zufall sein, aber die Tatsache, dass bis zur fünften Staffel ein anderer Schauspieler den Nachtkönig verkörperte (nämlich Richard Brake), der deutlich weniger wie Bran Stark aussah, ist schon etwas verdächtig. Erst mit Staffel sechs, also nachdem die Showrunner David Benioff und D.B. Weiss von George R.R. Martin erfuhren, wie „Game Of Thrones“ ausgehen wird, und genug Zeit hatten, den Schauspieler auszutauschen, änderte sich das Erscheinungsbild des Nachtkönigs. Da habt ihr es also: So unglaubwürdig es zunächst klingen mag, spricht doch einiges für die Theorie, dass Bran Stark tatsächlich der Nachtkönig ist.

    Ob sich die Theorie bewahrheitet, sehen wir ab dem 14. April 2019, wenn endlich die 8. Staffel von „Game Of Thrones“ startet. 

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