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    "König der Löwen": So machte Virtual Reality die beeindruckende Optik möglich

    „Der König der Löwen“ spaltet die Zuschauer. Kann man mit diesen Tieren mitfühlen? Einig sind sich aber fast alle: Der Film sieht verdammt gut aus. Und Virtual Reality hat seinen Anteil daran…

    Walt Disney

    Mit Fug und Recht kann man schon jetzt behaupten, dass das „Der König der Löwen“-Remake Kinogeschichte geschrieben hat. Denn Jon Favreaus Version hat das optische Niveau für Animationsfilme auf ein komplett neues Level gehoben: So realistisch waren Bilder aus dem Computer noch nie und es ist ein neuer Maßstab gesetzt worden, den selbst computeranimierte Einzelszenen erst einmal erreichen müssen.

    Denn in „Der König der Löwen“ stammen nicht nur die Tiere aus dem Computer, sondern auch die Landschaften: Gräser, Felsen, Wolken, quasi alles stammt aus dem Rechner (nur eine einzelne Einstellung laut Favreau nicht). Das ist so überzeugend, dass „Der König der Löwen“ lange Zeit als Realverfilmung bezeichnet wurde, obwohl nichts real ist. Um dafür zu sorgen, dass alles wirklich real ist, nutzte „Iron Man“-Regisseur Jon Favreau die Virtual-Reality-Technik.

    Eine "König der Löwen"-VR-Experience

    Wie der Filmemacher im Rahmen eines Talkshow-Auftritts bei Jimmy Kimmel verriet, habe man aus all den digitalen Dateien mit der Natur sich eine Art eigenes Virtual-Reality-Multiplayer-Spiel gemacht. Die Crew konnte sich dann VR-Helme aufsetzen und selbst in der erschaffenen Natur herumlaufen. Ähnlich arbeitete unter anderem Steven Spielberg schon bei „Ready Player One“, um so selbst die virtuellen Welten im Film zu erkunden. Doch hier wurde es noch extremer und für Nachbildungen der Realität genutzt. Dies war gleich in mehrfacher Hinsicht extrem hilfreich.

    Zum einen konnte man das selbst erschaffene Afrika so natürlich perfekt mit dem echten Kontinent vergleichen. Passt alles, bewegen sich die Gräser richtig, wenn man durchläuft, stimmen die Größenverhältnisse, muss vielleicht ein Baum noch ein paar Meter nach links gesetzt werden, kann man hier langrennen und so weiter. Auch die Sprecher konnten übrigens so in die Welt eintauchen, welche ihre Figuren bevölkern.

    Ein Segen für den Kameramann

    Doch für allem für den sechsfach oscarnominierten Kameramann Caleb Deschanel („Werk ohne Autor“, „Die Passion Christi“) war das ein Segen. Der seit rund 40 Jahren in Hollywood tätige Routinier konnte so ebenfalls herumlaufen und herausfinden, wo er am besten die Kamera „aufstellt“, welche Blickwinkel den meisten Sinn ergeben – ganz so, als wäre er an einem echten Filmset. Und wie wichtig gerade die Kamera auch bei einem Animationsfilm ist, führten wir zuletzt erst aus, als wir über die Rolle von Kameragott Roger Deakins bei der „Drachenzähmen leicht gemacht“-Reihe berichteten.

    Darum sieht "Drachenzähmen leicht gemacht 3" so verdammt gut aus

    Optisch ist „Der König der Löwen“ also auch deswegen so unglaublich, weil es dank Virtual Reality möglich war, einen Animationsfilm so wie einen Realfilm zu drehen, sich wie in echten Kulissen zu bewegen. Ob das auch inhaltlich funktioniert, ist eine andere Sache. Während unsere Autorin in der FILMSTARTS-Kritik sich hellauf begeistert zeigt, hat der Autor dieser Zeilen seine Probleme mit zu viel Realismus.

    "Der König der Löwen": Realistischer ist eben nicht besser
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