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    "Mulan"-Trailer für Disney+: Was bedeutet "Premier Access"?
    Von Annemarie Havran — 13.08.2020 um 10:09

    Es ist ein herber Schlag für die Kinos, dass Disney entschieden hat, „Mulan“ direkt gegen Zusatzkosten auf Disney+ zu veröffentlichen, mit „Premier Access“. Nun gibt es den ersten Trailer, der den Disney+-Start bewirbt – und Protest von den Kinos.

    Wer sich auf die Realfilm-Adaption von „Mulan“ auf der großen Kinoleinwand gefreut hat, wird nun mit dem kleinen Bildschirm vorlieb nehmen müssen. „Mulan“ kommt nun nämlich am 4. September 2020 direkt zu Disney+, wird dort allerdings auch nur gegen Zusatzkosten von 29,99 US-Dollar verfügbar sein, die man für den sogenannten „Premier Access“ bezahlen muss.

    Disney hat angekündigt, dass Niki Caros „Mulan“ in den Ländern, in denen Disney+ nicht verfügbar ist, womöglich noch in die Kinos kommt:

    In Deutschland gibt es den Streamingdienst Disney+, also wird „Mulan“ auch hierzulande dort wohl starten.

    Konkret war in der Ankündigung von Disney-Boss Bob Chapek von USA, Kanada, Neuseeland und dem Großteil von Westeuropa die Rede.

    Kosten für "Mulan" auf Disney Plus

    Noch steht allerdings die offizielle Ankündigung von Disney Deutschland aus. Sobald diese kommt, dürften wir dann auch erfahren, wie viel man bei uns für den Fantasy-Abenteuerfilm zusätzlich zu seinen Disney-Plus-Abokosten bezahlen muss.

    In den USA sind es wie gesagt knapp 30 Dollar, weswegen sich der Preis hierzulande um die 30 Euro bewegen dürfte.

    Was bekommt man für sein Geld?

    In den USA nennt sich der besondere Zugang zu „Mulan“ auf Disney+ „Premier Access“ („Erstzugang“, wobei es beim deutschen Disney+ dann bestimmt ein schickeres Wort dafür geben wird). „Mulan“ ist der erste Film, der über diese Sonderform auf dem Streamingdienst zur Verfügung gestellt wird.

    Was ist bisher über „Premier Access“ bekannt?

    1. Man muss ein Disney+-Abo haben.

    2. Dann kann man gegen Zahlung von 29,99 Dollar „Mulan“ freischalten.

    3. Den Film hat man damit dauerhaft seiner Disney+-Bibliothek hinzugefügt, kann ihn so lange und so oft streamen und downloaden, wie man will – aber nur, so lange man Disney+-Abonnent* ist.

    4. Zu einem späteren Zeitpunkt wird „Mulan“ dann auch für ALLE Disney+-Kunden verfügbar sein, ohne Zusatzkosten. Doch wann das sein wird, ist nicht bekannt.

    Protestaktion der Kinobetreiber

    Nicht nur in Deutschland kämpfen die Kinos um ihre Existenz. Die langen Schließungen wegen Corona sind die eine Sache, aber selbst nach den Öffnungen in vielen Ländern fehlen die Zuschauerströme – die sowieso schon kleiner ausfallen würden als sonst, da die Hygienekonzepte die Kapazitäten der Kinosäle deutlich beschneiden.

    Doch vor allem fehlt es an großen Publikumsmagneten, die neu in die Kinos kommen. Viele Verleiher gerade großer Hollywood-Produktionen, die sie am liebsten weltweit gleichzeitig starten lassen würden, zögern, ihre Filme zu veröffentlichen. Warner hat es mit „Tenet“ nun gewagt, wird den Thriller von Christopher Nolan nun ab dem 26. August 2020 in vielen Ländern ins Kino bringen.

    Großes Sommer-Blockbuster-Potenzial hätte aber vor allem „Mulan“ von Disney gehabt – ein bekannter Stoff von der Familienunterhaltungs-Traditionsmarke, das zieht die Leute ins Kino (auch wenn „Mulan“ die FSK 12 hat, also nichts für die ganz Kleinen ist).

    Dass „Mulan“ nun aber niemanden ins Kino ziehen wird, erzürnt viele Kinobetreiber, da die extrem dringend benötigten Einnahmen aus diesem Film nun wegfallen werden. Die Nennman & Thies/Thies Kinobetriebe zum Beispiel haben nun eine Protestaktion gestartet, um auf dieses Problem aufmerksam zu machen.

    "Mulan"-Werbemittel an Disney zurückschicken

    In einer Presseerklärung heißt es: „In der äußerst prekären Situation des deutschen Kinomarktes stellt sich The Walt Disney Company (Germany) GmbH mit dieser Entscheidung, die zweifelsohne in Übersee gefallen ist, mit Wucht gegen die Kinobranche und schwächt das komplette derzeit ohnehin schwer angeschlagene System unnötig zusätzlich!“

    Im Rahmen der medienwirksamen Aktion werden deutsche Kinobetreiber dazu aufgerufen, ihr „Mulan“-Werbematerial ans Münchner Disney-Büro zu schicken, damit sich dort um die Entsorgung gekümmert wird – denn diese Kosten werde man nun nicht auch noch tragen. Die Bewerbung von „Mulan“, die die Kinos schon lange betreiben (der Film sollte ursprünglich im März starten), sei nämlich bereits auf „Basis eigener Ressourcen und Kosten“ der Kinobetreiber geschehen.

    Auch wir von FILMSTARTS sagen: Die Kinos brauchen Blockbuster-Nachschub, um zu überleben! Und die Verleiher brauchen Kinos, damit sie in den kommenden Jahren überhaupt noch ihre Filme auf der großen Leinwand zeigen und hohe Millionensummen einnehmen können.

    Nach "Mulan"-Verschiebung zu Disney+: Warnung vor dem Tod der Kinos

    *Bei diesem Link zu Disney+ handelt es sich um einen Affiliate-Link. Mit dem Abschluss eines Abos über diesen Link unterstützt ihr FILMSTARTS. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.

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