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    Horror-Schocker "Candyman": Das blutige Ende erklärt
    Tobias Mayer
    Tobias Mayer
    -Redakteur
    Tobias mag das Horrorkino in seiner ganzen blutigen oder unblutigen Vielfalt, von „Nosferatu“ über die Hammer-Filme bis hin zu „Conjuring“.

    Seit Donnerstag metzelt der Candyman durch die deutschen Kinos. Im brutalen Finale des Horror-Films verdichtet sich die zentrale politische Botschaft dieser Fortsetzung.

    2021 Metro-Goldwyn-Mayer Pictures Inc. and Bron Creative MG1, LLC. All Rights Reserved.

    Achtung, Spoiler zu „Candyman“

    Der Legende nach, wie wir sie in den „Candyman“-Filmen der Neunziger erzählt bekommen, wurde der Schwarze Maler Daniel Robitaille zum rachsüchtigen Geist, nachdem er von einem Mob gelyncht worden war. Man schlug ihm die Hand ab und übergoss ihn mit Honig, auf dass Bienen ihn totstachen. Im neuen „Candyman“, der seit 26. August 2021 in den Kinos läuft, ist Daniel aber nur eine von mehreren gequälten Seelen.

    Ganz zum Schluss sehen wir Tony Todd wieder, der schon den Ur-Candyman gespielt hat. Zuvor aber lernen wir, dass die rassistische Geschichte der USA viele Schwarze Opfer und damit viele potentielle Candymen hervorgebracht hat. Und die Hauptfigur des neuen Films, Anthony (Yahya Abdul-Mateen II), verwandelt sich nach einem Bienenstich selbst mehr und mehr in einen Candyman – bis sie von weißen Polizisten niedergeschossen wird.

    Candyman

    Anthonys Freundin Brianna (Teyonah Parris), die daraufhin von den Cops festgenommen wurde, kommt mit Hilfe eines Candyman wieder frei: Sie sagt seinen Namen fünf Mal, während sie in den Rückspiegel des Polizeiwagens schaut, woraufhin der Candyman blutige Rache an den Cops nimmt, die geschossen haben, ohne vorher Fragen zu stellen. Anschließend sehen wir, wie der Candyman mehrfach sein Gesicht wechselt, um schließlich der von Tony Todd gespielte Daniel zu sein.

    Provokante Botschaft

    Schon im ersten „Candyman“-Film steckt die unmissverständliche Botschaft, dass der Rache-Geist eine direkte Antwort auf den Rassismus ist, den die US-amerikanische Gesellschaft seit der Sklaverei nicht überwunden hat. Regisseurin Nia DaCosta und Produzent Jordan Peele aber weiten diese Botschaft im neuen „Candyman“ aus:

    Nicht nur zeigen sie Fälle unverhältnismäßiger Polizeigewalt, von denen Schwarze in den USA überproportional oft betroffen sind, sie machen den Candyman für einen kurzen Moment sogar zum Helden: Ohne ihn wäre Brianna den Cops hilflos ausgeliefert geblieben. Die bittere Pointe von „Candyman“ besteht also darin, dass es einen gnadenlosen Killer braucht, der viele unschuldige Menschen auf dem Gewissen hat, um sich vor rassistischen Polizisten zu schützen.

    Der neue „Candyman“-Film mag mit Plot und vor allem mit Themen überladen sein, so steht es auch in unserer 3-Sterne-Kritik, doch er entlässt das Publikum in jedem Fall mit einem – durchaus kontroversen – Schlag in die Magengrube.

    Candyman

    Der neue Horror-Schocker "Candyman" im Podcast

    Wenn ihr eine kontroverse Diskussion zu „Candyman“ hören wollt, ist die neue Folge unseres wöchentlichen Kino-Podcasts Leinwandliebe vielleicht etwas für euch. Moderator Sebastian diskutiert darin mit Redakteur Pascal und Kritiker Tobias über den neuen Horrorfilm und zieht dabei den Vergleich zum Original von 1992.

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