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    TV-Tipp: Der beste neue "Star Wars"-Film – bildgewaltig, ikonisch und überwältigend
    22.10.2021 um 14:30
    Tobias Mayer
    Tobias Mayer
    -Redakteur
    Tobias liebt „Star Wars“ so sehr wie keine andere Filmreihe, von „Die dunkle Bedrohung“ bis zu „Der Aufstieg Skywalkers“ und mit allen Macken.

    Er ist der umstrittenste „Star Wars“-Film seit 1999 – und für mich, vor allem mit ein bisschen Abstand, der beste. Heute läuft „Episode 8: Die letzten Jedi“ um 20.15 Uhr auf ProSieben.

    Disney und seine verbundenen Unternehmen.

    +++ Meinung +++

    So unschön die Diskussion über „Star Wars 8: Die letzten Jedi“ teilweise auch geführt wurde, so froh bin ich heute, sie geführt zu haben. Ich selbst habe dadurch viel mehr über Rian Johnsons Film nachgedacht, als ich es ansonsten getan hätte. Anlässlich der Free-TV-Ausstrahlung am 22. Oktober 2021 um 20:15 Uhr auf ProSieben erfahrt ihr hier, warum „Star Wars 8“ für mich so besonders ist.

    Solltet ihr den TV-Termin verpassen, könnt ihr „Die letzten Jedi“ auch bei Disney+ streamen:

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    Bildgewaltig inszeniert

    „Star Wars“ ist von George Lucas als Überwältigungskino erdacht worden. Das Spektakel steckt in der DNS der Filmreihe: Es geht an Schauplätze von exotischer Schönheit und es werden wilde Raumschlachten geschlagen. Aber die „Star Wars“-Filme sind unterschiedlich gut inszeniert. Und Rian Johnson zeigt in „Die letzten Jedi“ Bilder mit Aussagekraft, anstatt Bilder des bloßen Spektakels.

    „Star Wars“-Kämpfe verlaufen unblutig – aber Rian Johnson lässt einen ganzen Planeten bluten. Als die Erste Ordnung am Ende auf dem Planeten Crait den Widerstand zusammenschießt, verursacht jeder Einschuss auf der Oberfläche eine rote Staubwolke. Denn unter der Salzkruste lagern rote Mineralien. Ein simpler, effektiver Kniff, die rücksichtslose Brutalität der gegnerischen Armee zu unterstreichen.

    Rey und Kylo

    „Star Wars“ ist in der Regel nicht sonderlich intim – aber Rian Johnson bringt zwei Menschen eng zusammen, obwohl sie im ersten Akt des Films auf unterschiedlichen Planeten sind. Heldin Rey (Daisy Ridley) und der gefallene Jedi Kylo Ren (Adam Driver) bauen per Macht eine Verbindung miteinander auf, die in Fan-Kreisen lustigerweise „Force Facetime“ getauft wurde. Rey sucht Halt, Kylo auch, jeder hat tief in die Seele des anderen geblickt und kennt die Ängste und Wünsche des Gegenübers.

    Reys und Kylos Verhältnis ist im Fluss: Jeder versucht, den anderen auf seine Seite zu ziehen – und ringt dabei mit eigenen Unsicherheiten. Rey sucht nach einem Mentor und nach Identität, Kylo hat es satt, von seinem Meister manipuliert zu werden und weiß tief drin, dass er auf der falschen Seite steht. Adam Driver zeigt in „Star Wars 8“, warum er zu den Besten seines Fachs gehört: Sein Kylo ist eine zuinnerst traurige Figur, was Driver durch einen einzigen Gesichtsausdruck zum Ausdruck zu bringen weiß.

    Mark Hamill: Goldener Karriereherbst

    Mark Hamill war in „Star Wars“ bisher kein besonders guter Schauspieler – aber als letzter Jedi blüht er auf. In der ganzen Debatte darüber, ob Luke Skywalkers Darstellung in „Star Wars 8“ zu Lukes bisherigem Charakter passt oder nicht, ging leider weitestgehend unter, dass Mark Hamill die mit Abstand beste Leistung seiner Schauspielerkarriere abliefert.

    Er ist wunderbar grantig, wenn er Rey von der Insel weisen will, und saucool, wenn er C-3PO vorm Duell mit Kylo zuzwinkert – aber er trifft auch die Zwischentöne: Als Luke seine Schwester Leia wiedersieht, gibt Hamill dem kurzen, letzten Treffen eine rührend bittersüße Note.

    Auch Meister können irren

    In „Star Wars“ waren die Meister unantastbar – in „Star Wars 8“ aber wackeln die Autoritäten. Wie langweilig wäre es gewesen, hätte Luke in „Die letzten Jedi“ einfach nur den Part des wissenden Obi-Wan übernommen. Stattdessen lernt er selbst eine Lektion:

    Luke lernt, dass es okay ist, zu scheitern – selbst als Jedi. Dafür braucht es einen liebevollen Stockschlag von Meister Yoda, der als Macht-Geist zurückkehrt, auf dass der alte Luke plötzlich wieder so grün hinter den Ohren wirkt wie damals auf dem Sumpfplaneten Dagobah – womit Rian Johnson gleichzeitig noch eine der verschmitzt-lustigsten Szenen der gesamten Saga geliefert hat.

    Dies ist eine Wiederveröffentlichung eines bereits auf FILMSTARTS erschienenen Artikels.

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