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    Bald weg von Amazon Prime Video: Dieser Sex-Alptraum mit Tom Cruise ist schauriger als viele Horrorfilme
    05.09.2022 um 09:40
    Pascal Reis
    Pascal Reis
    -Redakteur
    Pascal liebt das Kino von „Vertigo“ bis „Daniel, der Zauberer“. Allergisch reagiert er allerdings auf Jump Scares, Popcornraschler und den Irrglauben, „Joker“ wäre gelungen.

    In „Eyes Wide Shut“ von Stanley Kubrick begibt sich Tom Cruise auf einen düsteren Streifzug durch das nächtliche New York und findet sich bald in einem Sex-Alptraum wieder. Das Meisterwerk gibt's nur noch für kurze Zeit im Abo von Amazon Prime Video.

    Mit dem Höhenflug von „Top Gun: Maverick“ hat Tom Cruise zuletzt einmal mehr bewiesen, dass er zu den größten Hollywood-Superstars aller Zeiten zählt. Neben seiner Blockbuster-Aktivität aber hat sich der Schauspieler auch immer wieder in anspruchsvollen Arthaus-Produktionen versucht – und das mit Bravour! Neben Paul Thomas Andersons „Magnolia“ sticht hier auch „Eyes Wide Shut“ heraus, das letzte Werk von Regielegende Stanley Kubrick („Uhrwerk Orange“, „Shining“). Falls ihr die bedrückende Sex-Odyssee durch das nächtliche New York noch auf eurer Amazon-Prime-Video-Watchlist stehen habt, müsst ihr euch nun beeilen, denn ab dem 6. September verschwindet der Film aus dem Abo.

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    Deswegen ist Eyes Wide Shut ein Meisterwerk

    +++ Meinung +++

    Basierend auf Arthur Schnitzlers „Traumnovelle“ aus dem Jahre 1925, erzählt „Eyes Wide Shut“ die Geschichte von William (Tom Cruise) und seiner Frau Alice (Nicole Kidman), die sich schlagartig vor dem Abgrund ihrer Ehe wiederfinden. Der Grund dafür ist, dass Alice ihrem Mann gestanden hat, dass sie alles stehen und liegen gelassen hätte, wenn sie nur eine leidenschaftliche Nacht mit einem fremden Marineoffizier verbringen hätte können. Obgleich letztlich nichts passiert ist, zieht es William auf die kalten Straßen von New York, von verletztem Stolz, Verlustängsten, Eifersucht und Rachegefühlen geplagt.

    Obwohl Stanley Kubrick hier für mich einen der bedeutendsten Beziehungs- und Geschlechterfilme überhaupt in Szene gesetzt hat, ist es gar nicht unbedingt die inhaltliche Ebene, mit der „Eyes Wide Shut“ mich immer wieder in seinen fröstelnden Bann zu ziehen vermag. Stattdessen brilliert der Film durch eine so eindringliche und ungreifbare Atmosphäre, die vielen Horrorfilmen mühelos den Schneid abkauft. Zwar erforscht „Eyes Wide Shut“ hier permanent die Bedeutung individueller Sexualität, diese (Psycho-)Analyse versteht sich hier jedoch auch als Pfad in die Dunkelheit.

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    Unvergesslich dabei ist natürlich die inzwischen bereits legendäre Orgienszene, die von vielen Kritiker*innen dafür angegangen wurde, dass sie angeblich voyeuristisch sei und Stanley Kubrick hier auf seine letzten Tage nur noch einmal eine schmutzige Altherrenphantasie ausleben möchte. Für mich ist der maskierte Sexreigen aber aufgrund seiner stimmungsträchtigen Wirkungsmacht einer der gruseligen Höhepunkte des 1990er-Jahre-Kinos, weil Kubrick hier nach und nach auf Spannungssequenzen setzt, die wirklich unter die Haut gehen. Vor allem auch deswegen, weil sich „Eyes Wide Shut“ bis zum Ende einige Mysterien bewahrt, die die Zuschauer*innen für sich selbst dechiffrieren müssen.

    Meiner Meinung nach ist „Eyes Wide Shut“ sowohl auf intellektueller als auch auf sensorischer Ebene ein absoluter Geniestreich. Die traumwandlerische Odyssee jagt mir nicht nur einen kalten Schauer über den Rücken, sondern verhandelt auch zeitlose Themen wie männliches Selbstverständnis und weibliche Selbstermächtigung so kunstfertig wie einnehmend. Darüber hinaus liefert Tom Cruise die für mich beste Performance seiner Karriere ab. Nie wieder konnte der Superstar ein so nuanciertes und dadurch umso vielschichtigeres Spiel an den Tag legen. Großes Kino, in jeglicher Hinsicht.

    Darum geht’s in "Eyes Wide Shut"

    Sie sind wohlhabend, jung und attraktiv: Der Arzt William Harford (Tom Cruise) und seine Frau Alice (Nicole Kidman) führen auf den ersten Blick ein nahezu perfektes Leben in der High Society von Manhattan. Als Alice eines Tages unter Drogeneinfluss ihre sexuellen Phantasien mit anderen Männer offenbart, bricht Williams sonst so geordnete Welt mit einem Schlag zusammen.

    Getrieben von verletztem Stolz flieht William auf die Straßen von Manhattan und lässt sich durch das dekadente Nachtleben von New York treiben, um sich an seiner Frau zu rächen, indem er fremdgeht. Auf seiner Suche nach einer neuen Erfahrung gerät William in einen zusehends abgründigen Strudel aus Sex und Eitelkeit, der ihn jenseits von moralischen Grenzen führt…

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