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    Poppys Wanderlied in "Die Ringe der Macht" hat eine versteckte Bedeutung – aber Gandalf hat damit nichts zu tun!
    28.09.2022 um 11:00
    Julius Vietzen
    Julius Vietzen
    -Redakteur
    Egal, ob "Der Herr der Ringe", "Game Of Thrones" oder "Dune": Julius ist ein großer Fantasy- und Sci-Fi-Fan. Aktuell liest er die "Das Rad der Zeit"-Reihe.

    „This Wandering Day“: Viele glauben in dem Fahrtenlied, das Poppy / Magsy (Megan Richards) in „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“ Episode 5 singt, den Beweis zu sehen, dass der Fremde wirklich Gandalf ist. Doch so leicht ist die Sache nicht...

    Amazon / Warner Bros.

    Lieder und Gedichte spielen in den Geschichten von J.R.R. Tolkien eine große Rolle – und zwar nicht nur in dessen Büchern, sondern etwa auch schon in den „Der Herr der Ringe“-Filmen von Peter Jackson und nun auch in „Der Herr der Ringe: Die Ringe der Macht“. In Folge 5 singt nämlich Poppy / Magsy (Megan Richards) ein Wanderlied (Originaltitel: „This Wandering Day“). Und bei dessen Text fühlten sich viele „Der Herr der Ringe“-Fans direkt in ihrem Glauben bestätigt, dass der mysteriöse Fremde (Daniel Weyman) der Zauberer Gandalf sein muss.

    Die Tolkien-Verbindung in "This Wandering Day" erklärt

    Verantwortlich dafür ist die Textzeile „That not all who wonder or wander are lost“, die in der deutschen Fassung als „Der allen, die wandern, ein Wunder verheißt“ und „Es ist nicht ein jeder, der wandert, verlor'n“ übersetzt wird. Und diese Zeile ist beinahe direkt aus einem Gedicht in Tolkiens „Der Herr der Ringe“ entnommen.

    Dort findet sich nämlich die Zeile „Not all those who wander are lost“, die in den verschiedenen deutschen Übersetzungen „Nicht jeder, der wandert, verlorn“ bzw. „Nicht jeder Verirrte verliert sich“ lautet. Dass sich „Die Ringe der Macht“ hier direkt vor Tolkien verneigt, ist also unbestreitbar. Doch bei der Urheberschaft des Gedichts gibt es ein Missverständnis.

    Keine Anspielung auf Gandalf!

    Die Der-Fremde-ist-Gandalf-Theorie lautet wie folgt: Gandalf hat damals das Lied von Poppy gehört und sich davon viele Tausend Jahre später zu einem Gedicht inspirieren lassen, das er in einem Brief an Frodo unterbringt. Doch es gibt einen gewaltigen Haken:

    Zwar zitiert Gandalf in den „Der Herr der Ringe“-Büchern das Gedicht, als er den Brief an Frodo schreibt. Doch verfasst hat es nicht etwa der Zauberer, wie nun vermehrt in sozialen Netzwerken und Kommentarspalten zu lesen ist, sondern Bilbo. Und aus der Verwendung einer ähnlichen Zeile in Poppys Wanderlied und Bilbos Gedicht zu schließen, dass der Fremde Gandalf sein muss, scheint doch etwas gewagt.

    Vielmehr könnte man spekulieren, dass Bilbo sich für sein Aragorn-Rätsel-Gedicht von dem durch die Jahrtausende und viele Generationen weitergegebenen Lied der Harfüße inspirieren ließ, die ja schließlich zu den Vorfahren der Hobbits zählen, wie wir sie aus „Der Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ kennen.

    Das Gedicht in den „Der Herr der Ringe“-Büchern trägt übrigens den Titel „The Riddle Of Strider“ bzw. „Rätsel über Streicher“ und handelt demnach von Aragorn (s. auch die späteren Zeilen „Heil wird geborstnes Schwert / Und König, der die Krone verlor“).

    Wer ist denn der Fremde dann?

    Und apropos „Der Herr der Ringe“: Gegen die Identität des Fremden als Gandalf spricht auch, dass in Tolkiens Buch klar und deutlich gesagt wird, dass die Zauberer erst im Dritten Zeitalter in Mittelerde eintreffen, also lange nach der Handlungszeit von „Die Ringe der Macht“ im Zweiten Zeitalter. Und da derartige Kanonbrüche in der Serie nicht erlaubt sein sollen, ist das so gut wie ausgeschlossen.

    Tatsächlich gibt es in „Die Ringe der Macht“ Folge 5 aber einen ziemlich deutlichen Hinweis auf die wahre Identität des Meteoriten-Mannes. Mehr dazu erfahrt ihr in diesem Artikel:

    Wer ist der Meteoriten-Mann in "Die Ringe der Macht"? Dieser wichtige Hinweis ist in Folge 5 versteckt
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