Hinter der Gartenmauer
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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Serienkritik
5,0
Veröffentlicht am 9. Oktober 2025
„Durch dichten Nebel scheint der einsame Mond, was einst verlor´n, kommt ans Licht.“

Aus der Feder von Patrick McHale, welcher an der beliebten Cartoon-Serie „Adventure Time“ mitgearbeitet hat, entsprang 2014 eine Miniserie mit dem Namen „Hinter der Gartenmauer“ (im Original „Over the Garden Wall“) von Cartoon Network. Die Zeichentrick-Serie umfasst nur zehn Folgen mit jeweils zehn Minuten und spielt um die Halloween-Zeit. Wir kamen auf das Ganze aufgrund einer Empfehlung eines Freundes, da die Show eben zur herbstlichen Oktoberzeit passen würde. Und ich rechnete mit einer netten, kleinen Serie ohne viel Anspruch. Doch ich wurde eines Besseren belehrt: „Hinter der Gartenmauer“ besticht durch eine magische, Kinderbuch-artige Atmosphäre voller Kreativität und liebenswerten Figuren. Eine wirklich schöne Serie für jung und alt!

Worum gehts? Die beiden Halbbrüder Wirt und Greg haben sich im Wald verirrt und suchen den Weg nach Hause. Doch immer wieder treffen sie auf kuriose und manchmal sogar unheimliche Gestalten, wie etwa eine Stadt voller Kürbismenschen oder einem Dampfer, auf dem nur Frösche reisen…

„Hinter der Gartenmauer“ beschert uns zwar eine kontinuierliche Story, doch jede Folge hat ein eigenes Thema und eigene Figuren, auf die Wirt und Greg treffen. Und wie in einem märchenhaften Kinderbuch ist dabei alles wunderbar kunstvoll und magisch gestaltet. Sprechende Tiere, Fabelwesen und auch Monster beherbergen diese Welt und immer wieder wieder es sogar richtig düster für eine Kinderserie. Vor allem die letzten Folgen haben eine beeindruckende Dramatik und selten habe ich in einer Zeichentrickserie so mitgefiebert, wie hier. Doch woran liegt das? Zum einen an den liebevollen und charmanten Figuren, die bis in die Antagonisten-Rollen großartig geschrieben sind. Übrigens ist auch die deutsche Synchronisation wirklich toll, mit großen Sprechern wie Christian Brückner (Robert De Niro).

Zum anderen an der fantastischen, herbstlichen Atmosphäre. Diese Serie ist wirklich perfekt für die Halloween-Zeit und macht Lust auf hübschen Grusel und Waldspaziergänge.

Obendrein ist die Serie wirklich witzig, womit ich nicht gerechnet habe. Dabei hat die Show oftmals auch eine absurde Note, die mich ebenso begeistert hat. Alles ist etwas seltsam, aber immer unterhaltsam und immer wieder sogar berührend. Ach und sogar die Songs sind toll!

Einziger Kritikpunkt: DIe Show ist zu kurz. Also nicht wirklich, denn die Laufzeit der Staffel ist eigentlich perfekt und die Story ist rund und am Ende sehr gut abgeschlossen. Und doch würde ich so gern mehr davon sehen. Die Welt, die McHale hier schuf, ist so groß, spannend und faszinierend, dass es immer etwas schmerzt, wenn eine Folge so schnell zu Ende geht. Das Ganze hätte in meinen Augen definitiv das Potential für mehrere Staffeln oder sogar für ein Videospiel! Insgesamt ist die Staffel mit 105 Minuten sehr kurz bemessen, aber man kann das Ganze auch als kurzen Film wegschauen.

Fazit: Viel mehr will ich auch gar nicht schreiben, denn bei dieser kurzen Laufzeit empfehle ich jedem sich die Serie einfach anzuschauen und die herbstliche Magie in sich aufzusaugen. Und selbst Kinder werden hier ihre Freude haben, am besten mit den Kleinen das Ganze zusammen schauen, falls es etwas unheimlicher wird. Ich bin eh der Meinung, dass Kinder ein bisschen Grusel in solchen Serien nicht nur vertragen, sondern auch brauchen, denn die Kleinen sind so viel schlauer, als viele der unsäglichen Kids-Shows annehmen. „Hinter der Gartenmauer“ ist ein kleines Serienjuwel, bei dem jeder etwas mitnehmen kann!