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    Victoria (2016)
    User-Kritiken
    Pressekritiken
    Durchschnitts-Wertung
    3,1
    7 Wertungen - 1 Kritik
    Verteilung von 1 Kritik per note
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    Michael S.
    Michael S.

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    Staffel 2 Kritik
    3,5
    Veröffentlicht am 5. Februar 2018
    Nachdem die erste Staffel den Spagat zwischen Biopic, Kostümfilm und persönlichem Drama recht gut hinbekam, setzt der Nachfolger zumindest erzählerisch oft mehr auf die Konventionen royaler TV-Kost. So steht gleich zu Beginn eine Eifersuchtsgeschichte im Raum, während Prinz Alberts Begeisterung für die Errungenschaften von Naturwissenschaften und Technik untergeht. Als Rache für sein augenscheinliches Interesse an einer anderen schlauen Dame wendet sich Victoria wieder dem inzwischen pensionierten Lord Melbourne (Rufus Sewell) zu, inklusive aller möglichen Streits und Verwirrspielen. Da gerät auch der anfangs noch recht bedrohlich wirkende Afghanistan-Konflikt in Vergessenheit, über dessen wahres Ausmaß sich die Königin schlecht informiert fühlte. Zusätzlich sorgt eine neue Oberhofmeisterin, die Herzogin von Buccleuch (Diana Rigg, alias Olenna Tyrell aus "Game of Thrones") für knarzigen Humor und einen Generationenkonflikt nach Schema F. Etwas ernster wird es, als in einer nächsten Folgen gleich drei Nebenfiguren, die zumindest für Victoria und Albert eine gewisse Bedeutung hatten, das Zeitliche segnen. Neben dem üblichen Familiendrama in Gold und Seide werden viele Ereignisse der damaligen Zeitgeschichte recht knapp behandelt. Freilich stehen gemäß Erwartungshaltung des Publikums nach wie vor die aus Victorias Tagebüchern exzerpierten persönlichen Erinnerungen der Königin und das Leben im Palast im Vordergrund. Obwohl der Hungerskatastrophe in Irland immerhin eine im Vergleich zum Rest relativ drastische Folge gewidmet wird, scheint keines der jeweiligen Ereignisse wirklich Spuren zu hinterlassen. Nicht einmal die zu dieser Zeit längst um sich greifende industrielle Revolution und die wirtschaftlichen Veränderungen durch den Bau von Dampfschiffen und Eisenbahnstrecken machen sich bemerkbar. Als größte Neuerung führt Prinz Albert unter höflichem Applaus der Dienerschaft ein WC im Palast ein, das war's dann aber auch schon. Gleich nach der Irland-Folge macht das Königspaar übrigens einen sehr unterhaltsamen Ausflug in die schottischen Berge. Zwischen Highlandern und lokalem Brauchtum wird es derart humoristisch und romantisch, dass alle anderen Konflikte schnell vergessen sind. Das ist nach aller Düsternis ein ganz netter Lichtblick, allerdings zugleich ein Phänomen, das sich durch die gesamte Serie zieht. Ein Konflikt mit den Webern wird durch einen prächtigen Ball gelöst, durch dem das Gewerbe wieder ordentlich Kundschaft hat. Währenddessen protestiert die einfache Arbeiterschaft, die Victorias noble Geste als dekadentes Gehabe missversteht, lautstark vor dem Schloss. Das macht ihre Majestät kurz nachdenklich, weitere Auswirkungen zeigen sich kaum. Reichlich Drama also, aber eher wenig Geschichte. Victorias starkes Temperament steht ihr gelegentlich im Weg, ansonsten wirkt sie eher wie ein zu bemitleidendes Opfer der Umstände. Im Herzen Vordenkerin und Querkopf, in Wirklichkeit Inbegriff der "guten alten Zeit". Die Konfrontation mit eigenen Fehlentscheidungen, wie sie noch in Staffel 1 vorkam, oder mit denen ihrer Regierung spielt kaum noch eine Rolle. In Sachen Ausstattung und ganz großen Gefühlen wurde noch eine große Schippe auf die erste Staffel draufgelegt, alles andere verkommt trotz reichlich vorhandener Themen zum Hintergrundgeräusch.
    Michael S.
    Michael S.

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    Staffel 1 Kritik
    3,5
    Veröffentlicht am 10. April 2017
    Es hat durchaus seinen Reiz, die Jugendjahre einer Königin zu zeigen, die man sonst eher als ältere Frau in Erinnerung hat. Natürlich kann sich auch dieses stilvoll ausgestattete und gefilmte Format einer gewissen Berechnung nicht erwehren, denn üppige Kostüme und royale Romanzen verkaufen sich immer. Für das Stammpublikum von "Downton Abbey" gibt es zusätzliche Handlungsstränge um die Bediensteten am Königshof, die munter Intrigen spinnen und diverse Geheimnisse zu bewahren haben. Victoria selbst gehört in den ersten Folgen zweifellos die Sympathie der Zuschauer, da sich die grundsätzlich recht selbstbewusste, angesichts ihrer neuen Position dann aber doch wieder recht schüchterne Prinzessin erst einmal an die Situation gewöhnen muss. Im weiteren Verlauf kommen jedoch auch einige von Victorias Schattenseiten zur Geltung, etwa die dramatische Fehleinschätzung einer angeblichen Affäre einer ihrer Hofdamen, sowie ihr plötzlich aufwallendes Temperament, mit dem sie Adel, Minister und Familie genussvoll vor den Kopf stößt. Auch ihr künftiger Ehemann Prinz Albert bekommt davon reichlich zu spüren, bis das ungleiche Paar schließlich zueinander findet. Es ist vor allem Tom Hughes zu verdanken, dass der melancholische und doch tatkräftige Albert nicht zur bloßen Witzfigur neben der dominanten Königin verkommt, denn anstatt großer Wutanfälle sind es die kleinen Gesten und eine unerschütterliche Energie, mit denen der Prinzgemahl allen Unbequemlichkeiten am englischen Königshof begegnet. Trotz aller Ups and Downs im Leben der beteiligten Figuren soll hier keine Neubewertung von Victoria und ihrem Umfeld vorgenommen werden. Nach dem Schema vieler Liebesfilme mit historischem Anstrich erzählt diese Staffel eine zeitlose Geschichte, die sich auch in einer anderen Epoche hätte abspielen können. Die sozialen und außenpolitischen Probleme des viktorianischen Englands kommen nur als Randerscheinung vor, während die aufkommende Begeisterung und Skepsis für die frisch erfundene Eisenbahn glaubwürdig, weil dramaturgisch passend(er), eingefangen wurde. Obwohl die Beziehung zwischen Victoria und Lord Melbourne nicht nachweislich eine romantische war, soll der Verweis auf Victorias Tagebücher als Legitimierung dafür und manch andere Idee dienen. Leider verschwindet Melbourne in der Mitte der Staffel sang- und klanglos, vermutlich um Prinz Albert mehr Raum zu geben. Unterhaltsam ist "Victoria" in jedem Fall. Das Auge kann sich an all dem Details im Bild kaum sattsehen, die Geschichte könnte kaum klarer auf ihr Publikum zugeschnitten sein und die Darsteller überzeugen. Nur in den jungen Jahren der Königin wirkt Jenna Coleman ein wenig zu alt für ihre Rolle, ansonsten versteht sie es, die unterschiedlichen Lebensabschnitte Victorias nachvollziehbar zu spielen. Das verklärende "Hallelujah" in der Titelmelodie betont nochmals den Mythos, der die resolute Herrscherin umgibt, insgesamt wirken sie und ihr Umfeld aber durchaus menschlich. Und das ist vielleicht die größte Stärke dieser Serie.
    Lis B.
    Lis B.

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    Serienkritik
    4,5
    Veröffentlicht am 29. April 2018
    Ich fande es sehr interessant in das Leben von Königin Victoria einzutauchen. Die Darsteller vekörpern ihre Rollen sehr gut und auch die Kulisse und die Kostüme sind stimmig.
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