Invincible
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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Staffel 3 Kritik
4,5
Veröffentlicht am 25. April 2025
Fleischgewordene Figuren und eine mitreißende Story machen diese Staffel zu etwas Besonderem!

Es ist wirklich beachtlich, was Amazon aus Robert Kirkmans „Invincible“-Comics gemacht hat. Während Kirkmans „The Walking Dead“ von AMC zu einer absoluten Trash-Serie verkommen ist, ist „Invincible“ für mich die beste Superhelden-Show seit Langem! Selbst „The Boys“ konnte ab Staffel 4 nicht mehr mithalten, aber „Invincible“ rast von Folge zu Folge und lässt einen nicht mehr los. Staffel 1 (2021) war ein grandioser Start, Staffel 2 (2023/2024) eine sehr gute Weiterführung und nun in 2025 erschien endlich die dritte Season der Animationsserie. Wie immer wusste ich nicht, was auf mich zukommt, denn bei dieser Show ist alles möglich. Und Staffel 3 beweist das wieder einmal auf beachtliche Art und Weise!

Marks blutige Auseinandersetzung mit Angstrom Levy hat ihn verändert. Doch für das Trauma ist kaum Zeit, denn Mark gesteht Eve endlich seine Gefühle. Und als wäre das nicht genug, muss er sich mit seinem Stiefbruder Oliver auseinandersetzen, der extrem schnell wächst, so aber auch seine Kräfte. Davon möchte auch Cecil Gebrauch machen, denn nach wie vor droht der Erde ein Angriff der Viltrumites…

Staffel 3 nimmt schnell ein gewaltiges Tempo auf und bremst nur selten. Gerade die letzten Folgen bieten ein Actionsetpiece nach dem anderen. Die Kämpfe sind dabei so eindrucksvoll animiert, wie eh und je. Und natürlich wird es nicht selten auch blutig. Das ist mittlerweile kein Geheimnis mehr in der Show, aber trotzdem schafft es „Invincible“ seine Zuschauer immer wieder zu überraschen. Selbst wenn neue Gegner auftauchen, weiß man nie, was sie wirklich drauf haben und ob sie eine Gefahr für unsere Helden darstellen. Und wenn gekämpft wird, dann ist da immer das Risiko, dass eine geliebte Figur sterben wird. Gerade im Finale ist da diese unfassbare Spannung, weil man ganz genau weiß, dass der Kampf eher aussichtslos ist. Wir wissen nun, zu was bestimmte Figuren imstande sind und dieses Wissen kreiert fast schon eine Panik. Ich habe mich selten so unsicher in einem Film oder einer Show gefühlt und das ist wirklich etwas Besonderes!

Neben den teils blutigen und schockierenden Schlachten, gibt es aber ein anderes Element, was mich wirklich beeindruckt hat in dieser Staffel: Die einfühlsamen Figuren. „Invincible“ beeindruckt eh durch eine gewaltige und spannende Superheldenwelt, aber es sind vor allem die Charaktere, die abseits jeglicher Klischees miteinander agieren. Sei es die wunderbare Weiterentwicklung von Rex oder die reflektierte Kommunikation von Mark und Eve. Mittlerweile sind diese Figuren nämlich keine jungen Neulinge mehr, sondern erfahrene Kämpfer. Und auch menschlich haben sich beide weiterentwickelt und das sieht man. Ich liebe viele der einfühlsamen und menschlichen Dialoge. Und das in einer blutigen Animationsserie über absurde Superhelden! Aber ich muss diese Show einfach loben, denn selten hat mich eine Serie so in ihren Bann gezogen durch ihre Story und ihre Figuren.

Die Staffel ist wirklich sehr schnell vorbei und ich würde am liebsten sofort weiter schauen, weil leider auch einige Figuren kaum Screentime hier haben. Das wird in späteren Staffeln natürlich nachgeholt, dennoch hätte ich gerne mehr von Nolan und Allen gesehen. In einer sehr heftigen Episode gibt es dann auch sehr viele neue und bislang unbekannte Charaktere, von denen man aber leider kaum etwas mitbekommt. Ich hoffe, dass wir in späteren Seasons mehr von ihnen sehen werden.

Die Animationen sind trotz ihrer simplen und manchmal etwas steifen Art sehr charmant, weil sie eben diesen tollen Cartoon-Vibe der 90er haben. Und gerade die Action- und Goremomente sind überraschend eindrucksvoll.

Die Musik von John Paesano hat mir in dieser Staffel auch besonders gut gefallen, auch wenn der Score noch etwas mehr Charakter bekommen könnte…

Fazit: „Invincible“ liefert auch in Staffel 3 ab! Die Welt von Invincible und seinen Freunden ist wirklich reich an spannenden und komplexen Figuren. Die Story geht immer wieder in neue, interessante und teils traumatische Richtungen und nicht selten muss man um die liebgewordenen Charaktere bangen. „Invincible“ ist auf dem besten Weg einer meiner liebsten Superhelden zu werden!
Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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Staffel 1 Kritik
4,5
Veröffentlicht am 28. Mai 2024
Die dunkle Seite der Superhelden!

Robert Kirkman ist als Comicautor vor allem durch „The Walking Dead“ bekannt. Die TV-Adaption von AMC seiner blutigen Zombiewelt konnte jedoch nur bedingt unterhalten und entfernte sich recht schnell von der eigentlichen Vision Kirkmans. Sein Superhelden-Comic „Invincible“ (2003) jedoch bekam nun mit Amazons Hilfe eine absolut gerechte und wirklich beeindruckende Umsetzung spendiert. Nicht nur, dass der Animationsstil deutlich besser zu Kirkmans Bildern passt, auch die Story wirkt viel fokussierter und organischer. Doch wer Kirkman nicht kennt und vielleicht denkt: „Oh eine Zeichentrick-Serie mit Superhelden, das wäre doch was für mein Kind.“, der sollte vorsichtig sein, denn „Invincible“ ist alles andere als ein kurzweiliger Cartoon mit Action und Humor. Hier geht’s zur Sache und nicht zu knapp! Die Serie ist nicht umsonst ab 16 (bzw. 18 durch die letzte Folge) freigegeben.

Der junge Mark Grayson will endlich auch die Kräfte seines Vaters Omni-Man besitzen. Dieser ist nämlich ein Superheld, wie er im Bilderbuch steht. Omni-Man und die Guardians of the Globe retten täglich unzählige Menschenleben und Mark will Teil dieser Gemeinschaft sein. Als seine Kräfte sich eines Tages zeigen, ist sein Vater beeindruckt und will unbedingt mit Mark trainieren. Doch dann erschüttert ein tragischer Unfall die gesamte Welt…

Natürlich gibt’s keine Spoiler, je weniger man weiß, desto besser.

„Invincible“ hat mich wirklich beeindruckt. Das Superhelden-Genre ist schon seit Jahren völlig inflationär in seiner Präsenz in Film und Fernsehen. „The Boys“ (ebenfalls Amazon Prime) war ein schöner Kontrast, auch hier wurde viel Blut vergossen. Auch „Kick-Ass“ geht kritisch mit dem ganzen Superhelden-Mythos um, aber „Invincible“ macht da etwas Eigenes. Anstatt das Ganze zynisch und augenzwinkernd zu betrachten, wird das Genre auch gern mal zelebriert. Nur eben mit deutlich mehr Realismus als man das von Marvel oder DC gewohnt ist. Gerade die Brutalität hat eine größere Präsenz in dieser Show als sonst wo (nur „The Boys“ reicht da heran). Dabei find ich es klasse, dass hier ein klassischer Animationsstil der 90er gewählt wurde. Die Animationen sind manchmal sehr simpel gehalten, aber trotzdem immer gut nachvollziehbar, nicht zuletzt durch die wunderbaren Sprecher im Englischen (hab die Serie im Original gesehen). Der Protagonist Mark hat seine Traumvorstellungen von der Superheldenwelt, unter anderem durch seine Liebe zu Comics und so sehen wir auch „Invincible“: Farbenfroh und spannend. Aber dann gibt’s da natürlich die (sehr) harte Realität und beide (Mark und der Zuschauer) werden im Laufe der Serie damit rücksichtslos konfrontiert. Und wie gesagt: Die Brutalität hat mich manchmal wirklich geschockt. Das liegt aber auch an den wunderbaren Charakteren, die allesamt sehr menschlich gehalten sind. Und je sympathischer die Figuren, desto stärker ist die Reaktion, wenn ihnen etwas passiert.

Der Cast ist wundervoll: Steven Yeun als Mark ist toll, aber vor allem J. K. Simmons ist großartig als Omni-Man. Er bringt diese unberechenbare Energie mit sich, mit der er vor allem bei „Whiplash“ die Filmlandschaft prägte. Diese Sprecher geben ihren Figuren Seele und Charme.

Die Animationen sind toll, die Musik ebenso (wenn auch recht unauffällig) und trotz vieler blutiger Momente, gibt es auch immer wieder wirklich humorvolle Momente.

Fazit: „Invincible“ startet mit einer grandiosen ersten Staffel. Zwei weitere sind bereits angekündigt und abgesegnet, was mich sehr freut. Eine wunderbare Animationsserie, die trotz ihres unschuldigen Stils nicht immer leicht anzuschauen ist, aber wahnsinnig unterhält!
Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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Staffel 2 Kritik
4,0
Veröffentlicht am 13. Mai 2024
Etwas holprige Fortsetzung mit einigen Höhepunkten!

„Invincible“ war ein absolutes Serienhighlight in 2021. Die Zeichentrick-Adaption von Robert Kirkmans Comic, wurde nahezu perfekt in eine erste Staffel, bestehend aus acht Folgen, gepackt. Die Figuren waren trotz der simplen Animationen sehr charmant und wirkten echt. Der Konflikt mit Mark und seinem Vater war zudem nicht nur äußerst mitreißend und traumatisierend, sondern auch faszinierend. Und genau da setzt Staffel 2 an, die Ende 2023 erschien. Wieder gab es acht Folgen und wieder gab es viel Blut. Denn, was „Invincible“ neben anderen Superhelden-Serien so besonders macht, ist der realistische Anteil an Gore. Dabei ist die Serie dennoch sehr anders als „The Boys“ (hier sind Superhelden die meiste Zeit pure Monster) und spielt mit bekannten Klischees im Genre. Ich war sehr gespannt auf die Fortsetzung dieser tollen Serie und ich wurde nicht enttäuscht, auch wenn Staffel 2 nicht so gut ist wie ihr Vorgänger.

Mark und seine Mutter müssen das Trauma um Nolan weiterhin verarbeiten. Vor allem Marks Mutter Debbie kämpft mit den psychischen Folgen, während Mark schnell wieder als Invincible Leben retten muss. Dabei gerät sein Privatleben immer wieder in den Hintergrund. Sein Studium kann er nicht wahrnehmen und auch mit der Freundin klappt es nicht wirklich. Umso schlimmer als Mark eines Tages wieder auf seinen Vater trifft, der für ihn einige Überraschungen bereit hält…

Staffel 2 hat einige großartige Momente. Ich mag zum Beispiel, dass sich die Serie Zeit lässt, um das Trauma der Figuren zu behandeln. Das sieht man in solchen Serien nur selten. Aber es geht auch ordentlich zur Sache. Viele neue Bösewichte erscheinen auf der Bildfläche, darunter Angstrom Levy, der nach einem Unfall zu einem unberechenbaren Antagonisten wird, der Portale in andere Dimensionen öffnen kann.
Das Problem hierbei ist nur, dass es in meinen Augen zu viele Bösewichte sind. Angstrom selbst tritt nur zu Beginn und am Ende der Staffel auf und wirkt dadurch sehr unterentwickelt als Charakter. Seine Motivation ist zwar klar, aber ich finde, dass hier deutlich mehr drin gewesen wäre, vor allem da der Konflikt zwischen Mark und Nolan in der ersten Staffel das Herz der Serie war. Auch andere Bösewichte, wie der Lizard King kommen aus dem Nichts und haben nur wenig Relevanz in der Geschichte.
Das gilt aber auch für die guten Figuren. Es gibt mittlerweile ganz schön viele in der Serie und die Produzenten versuchen jedem eine sinnvolle Story zu geben, was ich sehr schätze. Und größtenteils funktioniert das auch gut, dennoch geht durch die Masse an Figuren Zeit für wichtigere Konflikte flöten. Zum Beispiel das spektakuläre Aufeinandertreffen von Mark und Omni-Man. Die Gefahr der Viltrumites ist eine echte Bedrohung, die in einigen Momenten auch sehr real wird. In der zweiten Hälfte der Staffel verliert dieser Handlungsstrang dann aber seine Brisanz und verblasst irgendwie. Dabei wäre hier eine ähnlich tolle Situation wie bei „Dragon Ball Z“ drin gewesen, wenn die Sayajins auf die Erde kommen. Ich hoffe, dass diese Story in der dritten Staffel zu ihrem Höhepunkt kommt, immerhin verspricht das das Ende von dieser Staffel.

Und dennoch gibt es eben sehr tolle Momente. Einige Szenen zwischen Mark und seiner Freundin Amber sind sehr berührend und vor allem Nolan als Omni-Man ist großartig, auch wenn er nicht so oft zu sehen ist. Diese Staffel endet auch überraschend positiv (damit Staffel 3 umso traumatischer werden kann…), was ich sehr mochte.

Was mich allerdings etwas gestört hat, waren einige Comedy-Momente, wie wenn zum Beispiel ein Comiczeichner Mark erklärt, was für Methoden bei einer Animationsshow sinnvoll sind, um Zeit zu sparen. Und die Serie nutzt dann genau diese Methoden, was theoretisch ganz witzig sein kann, mir aber zu sehr die vierte Wand gebrochen hat. Auch die offensichtlichen Referenzen an „Spider-Man“ und „Batman“ in der letzten Folge haben mich etwas heraus gerissen, ein bisschen mehr Subtilität hätte mir mehr zugesagt.

Technisch ist „Invincible“ auf gleichem Niveau wie die erste Staffel, da gibts nichts zu meckern. Auch der Soundtrack ist toll, besonders einige der Songs sind klasse ausgewählt!

Und natürlich mag ich sehr die englischen Sprecher, die ihren Figuren hier allesamt noch mehr Tiefe verleihen!

Fazit: „Invincible“ ist auch in seiner zweiten Staffel unterhaltsam, mitreißend und schön brutal. Trotzdem sind die ganzen Figuren und Handlungsstränge etwas zu viel für meinen Geschmack. Die Story ist dadurch längst nicht so rund wie in der tollen ersten Season. Sehenswert ist die Serie dennoch mit cooler Superhelden-Action, bei der man nie sicher sein kann, wer am Ende überlebt und wer nicht. Hoffe, dass Staffel 3 nicht zu lange auf sich warten lässt!