Die Serie lebt stark vom kargen, beinahe meditativen Landschaftsbild, das wie ein eigener Charakter wirkt: trostlos, geheimnisvoll, faszinierend. Diese besondere Stimmung trägt viel zur Anziehungskraft der Serie bei und unterstreicht gekonnt das Gefühl von Isolation und innerem Konflikt, das viele Figuren mit sich herumtragen.
Die schauspielerische Leistung ist durchgehend überzeugend. Besonders Aliette Opheim in einer Doppelrolle ist toll. Gerade wer sie aus Kalifat kennt, weiß, wie nahe sie einem emotional kommen kann. Umso verwunderlicher ist es, dass Katla diese Nähe nicht aufbauen kann, weder zu ihr noch zu den übrigen Figuren. Es bleibt bei einer beobachtenden Distanz, als würde man durch eine dicke Fensterscheibe schauen: Man sieht das Drama, aber man spürt es nicht wirklich.
Erschwerend kommt das sehr langsame Erzähl- und Gesprächstempo hinzu. Das spärliche Tempo verleihen der Serie zwar einen künstlerischen Anstrich, lassen einen aber oft gedanklich abschweifen – oder gleich zum Handy greifen. Man schaut dann eher mit, statt wirklich in die Geschichte hinein.
Unterm Strich ist Katla eine ambitionierte, bildstarke Serie mit philosophischem Anspruch, der aber emotional nur teilweise zündet. Wer sich auf das Tempo einlässt und die isländische Kulisse wirken lässt, wird dennoch mit einer einzigartigen Atmosphäre belohnt.