Gen V
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3,5
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Lemmiblog
Lemmiblog

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Staffel 2 Kritik
4,0
Veröffentlicht am 27. Oktober 2025
JETZT WIRD DIE HERDE GEKEULT

Marie und die anderen werden an der Godolkin Universität wieder aufgenommen, ihre Taten scheinbar vergessen. Doch Direktor Cipher hat einen ganz eigenen Plan mit den Sups, besonders mit Marie und Projekt Odessa. Was allerdings in den Katakomben der Uni wirklich lauert, könnte nicht nur Starlight gefährlich werden, sondern sogar Homelander persönlich.

Gen V Staffel 2 auf Prime Video hat 8 Episoden à 45 Minuten und ja Blut sowie Körperteile fliegen wieder fröhlich durch die Luft, als wär’s eine Kunstausstellung von Tarantino. Leider nicht mehr ganz so frisch und wuchtig wie Staffel 1, aber immer noch unterhaltsam wie ein Rockstar auf Comeback-Tour, leicht müde, aber mit genug Adrenalin im System.
Die Figuren sind Größtenteils stabil, bis auf Marie, die jede Folge eine neue Identität auswürfelt. Mal Schuldkönigin, mal Dramaqueen, mal „Ich kann eh nix ändern“. Ihre wahre Fähigkeit ist offensichtlich Persönlichkeitswechsel in Rekordzeit. Sam darf keine Muppets mehr sehen (Fehler!) und der Rest läuft im Autopilot. Wenigstens Bösewicht Cipher hat Charisma, eine Mischung aus Elon Musk und Philosophielehrer mit Blutdurst.
Die Story stolpert über ihre eigenen Logiklöcher, macht aber trotzdem Spaß, weil genug Tempo und Wahnsinn vorhanden sind. Es gibt Training, Intrigen, Odessa Geheimnisse und ganz viel „wem kann man trauen“ Gedöns, die Antwort lautet natürlich niemandem. Das Finale baut einen neuen Antagonisten auf, der so fies wie kurzlebig ist und Starlight sowie Edgar winken kurz ins Bild, um zu sagen, „Keine Sorge, The Boys kommt bald zurück.“
Unterm Strich bleibt eine Serie, die nicht mehr ganz das Hochgefühl von Staffel 1 ran kommt, aber zeigt, dass The Boys Ableger selbst auf halber Flamme noch besser brennen als der meiste Marvel Brei.

8 von 10 Punkten. . Chance Perdomo, seine Präsenz fehlt spürbar, immerhin wird seine Figur André jede Folge erwähnt.
Philm
Philm

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Serienkritik
3,5
Veröffentlicht am 9. September 2024
Die Serie startet mit einer großen Menge Klischees und sogenannter woker Themen und Figuren um dann teilweise bis zur Mitte doch noch mit einigen Wendungen zu überraschen und wenigstens die Spannung zu halten. Man versucht sich immerhin teilweise in der Vielschichtigkeit seiner Charaktere, scheitert daran aber zunehmend und lässt die Handlung völlig unglaubhaft und unlogisch ablaufen um sie zum Ende komplett ad absurdum zu führen. Es bleiben ein paar gelungene Momente und Szenen und etwas Unterhaltung, die schnell wieder in Vergessenheit geraten wird. Ab der zweiten Folge erst positiv überrascht, gegen Ende dann doch eher enttäuscht.
Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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Serienkritik
1,0
Veröffentlicht am 28. Mai 2024
Forciert, klischeebeladen und manipulativ: Eine Schande für das „Boys“-Universum!

„The Boys“ ist mit seinen bisherigen drei Staffeln (die vierte startet im Juni 2024) nicht nur eine der besten Shows im TV, sondern ohne Zweifel die beste Superhelden-Serie mit „Invincible“, was ebenfalls bei „amazon“ läuft. Nun sollte die Wartezeit auf Season 4 mit einem Spin Off überbrückt werden: „Gen V“ von 2023. Eine Serie über „Supe“-Student*innen, klingt eigentlich ganz nett. Figuren sollten etabliert werden, die womöglich in Staffel 4 dann dazu kommen und mitmischen können. Soweit, so gut, kennt man natürlich zu Hauf von Marvel mit ihren unzähligen Shows auf „Disney+“. Und ich hatte wirklich nicht viel erwartet, aber alter Verwalter… „Gen V“ ist eine absolute Katastrophe! Von vielen wird die Show tatsächlich hoch gelobt, während eine ganz besondere Gruppe die Serie hasst. Diese wirft der Serie besonders gern den rechten Kampfbegriff „Woke“ an den Kopf. Da wird sich drüber aufgeregt, dass plötzliche weibliche Figuren die Protagonist*innen sind, es gibt queere Themen und eine Figur wechselt zwischen ihrem Geschlecht. Nicht sehr verwunderlich, dass die rechte und hart konservative Bubble da durchdreht, trotzdem traurig. Ich aber kritisiere an der Show ganz andere Dinge. Denn tatsächlich hängt die Qualität einer Show, eines Films oder eines Buches nicht von Geschlechtern oder Hautfarben ab, sondern von vielen anderen Dingen Und „Gen V“ ist ein Paradebeispiel davon, wie man ein Spin Off völlig in den Sand setzt.

Die Handlung dreht sich um die junge und zurückhaltende Marie Moreau, die an die Godolkin Universität für Superhelden kommt und auf eine steile Karriere hofft, trotz ihrer tragischen Vergangenheit. Doch gleich zu Beginn wird sie Zeuge eines blutigen Vorfalls mit der Nummer 1 der Uni Golden Boy…

„The Boys“ war schon ein sehr offensichtliches Zitat an Marvels „X-Men“, hier gehen die Produzenten aber noch einen Schritt weiter mit vielen Fähigkeiten, die nahezu identisch zu denen von Wolverine, Magneto etc. sind. Das ist ja auch ganz nett und einige der Fähigkeiten sind dahingehend spannend, weil sie nicht nur eine Kraft sind, sondern auch einen gewissen Preis fordern. Das mag ich in so einer recht überzogenen Superhelden-Serie, die versucht ein erwachsenes Publikum anzusprechen. Aber damit sind wir auch schon beim größten Problem der Serie. „Gen V“ möchte cool, düster und eben erwachsen sein, genau wie „The Boys“. Nur leider haben die Köpfe hinter der Spin Off-Serie (und besonders die Drehbuchautoren) nicht verstanden, was „The Boys“ so gut gemacht hat. Und nicht mal das: Die Handlung und die Dialoge hier wirken wie aus einer Trash-Serie wie „Riverdale“ oder „Tote Mädchen lügen nicht“. Es wirkt wie eine Teenie-Serie, die von Leuten geschrieben wurde, die keine Ahnung haben wie Teenies sich verhalten. In deren Köpfen fluchen junge Leute die ganze Zeit rum, reden konstant nur über Sex und sind ganz schön dämlich. Und ja, zu einem Großteil stimmt das auch, aber es gibt so viele Zwischentöne bei einem Menschen, selbst wenn er ein Hormon-gesteuerter Jugendlicher ist.
Das Schlimmste sind aber die wirren und viel zu hektischen Wendungen der Motivationen. Da wäre zum Beispiel Emma, die mit ihrer Superkraft (durch Erbrechen wird sie kleiner) eine gewisse Tragik mit sich bringt. Aber als sie auf einen gefährlichen, verwirrten und eingesperrten jungen Mann trifft, verlieben sich beide innerhalb von zwei Folgen ineinander. Sam, der eben erwähnte junge Mann, nicht zögert viele Menschen zu ermorden, wird dann später aufgrund von komödiantischen Drehbuch-Vorschriften zu einem naiven jungen Kind, das mit Emma Unterwäsche rumspielt wie ein Baby. Und wieder später wird er ein radikaler Killer, der Emma von sich stößt, weil… Drehbuch eben.
Jede Figur ist dabei entweder einer von den Guten oder ein totales Monster. „Gen V“ ist unfassbar plump und schwarz-weiß, es gibt nahezu keine Grautöne. Und genau hier konnte „The Boys“ eben punkten, weil fast alle Figuren dreidimensional waren, selbst ein diabolischer Homelander hat mehr nachvollziehbare Motivationen als alle Trottel in dieser Serie.

Nichts entwickelt sich hier natürlich, Handlungen und Schockmomente passieren einfach. Das liegt nicht nur an den grauenvollen Dialogen, die allesamt aus der Klamottenkiste des Klischees entstammen, sondern auch an (in meinen Augen) wirklich schlechten Schauspielern. Wirklich KEINE Figur in dieser Show hatte etwas Charmantes. Man hat wohl beim Casting auf zwei Dinge geachtet: Sieht der oder die Schauspielerin gut aus und kann er oder sie gut weinen? Und zack, schon hat man den Job. Denn mehr ist es nicht, was die Youngsters hier von sich geben. Ich sehe hier keine Figuren, sondern Schauspieler*innen, die ein zu großes Ego haben und damit ironischerweise perfekt in die unsympathischen Charaktere passen. Das einzige Highlight sind die Cameos bekannter Figuren aus der richtigen Serie, aber selbst die können dieses untergehende Schiff nicht retten.

Als Kompensation versucht man in typischer „Boys“-Weise mit viel Blut und anstößigen, provokanten Szenen das Publikum zu schockieren. Dabei wird die Show aber noch lächerlicher als sie ohnehin schon ist, denn der Fokus liegt beispielsweise immer mal wieder auf besonders blutigen und ekelhaften Kills, meist von den „Guten“ der Geschichte. Dass beim Morden ein moralisches Dilemma aufkommt, daran denkt niemand, solange es nicht dem Script dient. Dieses willkürliche Hin- und Herswitchen von Figuren hasse ich und ist ein perfektes Beispiel für faules und uninspiriertes Schreiben in der Film- und Fernsehen-Branche.

Zu guter Letzt kann ich noch den Soundtrack erwähnen, der blass und aufgezwungen wirkt, wie der Großteil der Serie. Auch der Score von Christopher Lennertz (er vertont auch „The Boys“) ist langweilig und plump.

Fazit: Für mich eine der schlechtesten Shows, die sich seit Langem gesehen habe! „Gen V“ ist eine katastrophale Serie, bei der nahezu nichts stimmt und dich ich nur gesehen habe, weil sie vielleicht wichtig für die vierte Staffel von „The Boys“ werden könnte… Grauenvolle Dialoge, eine dämliche Story, die an vielen Stellen überhaupt keinen Sinn ergibt, schlechte Darsteller und ein insgesamt manipulativer, fieser Unterton, der bei all dem mitschwingt!