ES GIBT MEHR SÜNDER ALS ENGEL
Es ist möglich, aus einem Sünder einen Heiligen zu machen, das Hazbin Hotel hat’s vorgemacht. Glaubt ihnen trotzdem keiner so richtig und als Vox beschließt, einfach mal eben den Himmel anzugreifen, bricht dort komplette Panik aus. Ein Krieg steht bevor und sollte er eskalieren, kann man schon mal anfangen, Abschiedsbriefe zu schreiben, für beide Seiten.
Hazbin Hotel Staffel 2 auf Prime Video hat 8 Episoden je ca. 30 Minuten und liefert eine Fortsetzung, die genau das macht, was Fans wollen, bekannte Figuren, alte Probleme, neue Eskalationen, dazu eine deutsche Synchro, die so absurd gut ist, dass man fast vergisst, wie viele Flüche einem da um die Ohren gehämmert werden. Und es sind viele. Sehr viele.
Die Songs (zwei pro Folge) sind wie immer Geschmackssache, aber handwerklich top.
Die Figuren bleiben stark. Angel Dust bleibt die tragische Seele des Casts, Charlies verzweifeltes „Wir retten die Hölle! Ich schwör’s!“ ist charmant und die ernsteren Momente sitzen exakt dort, wo sie sitzen sollen.
Vox ist herrlich übertrieben, fies bis in die Antennen und bekommt endlich seinen lange angekündigten Fight mit Alastor. Die Nebenfiguren funktionieren gut, ohne den Fokus zu klauen. Der Look ist fantastisch, stylisch, bunt, technisch sauber.
ABER, der Anfang zieht sich. Die Staffel zündet erst ab Folge 5 so richtig, dafür dann allerdings wie ein Höllenfeuer. Davor wirkt vieles wie Aufwärmen, ohne große neue Erkenntnisse.
Unterm Strich bleibt eine Staffel, die mir persönlich besser gefallen hat als die erste. Figuren stark, Humor zündet, Himmel vs. Hölle macht Laune und das Tempo passt ab der Mitte dann hervorragend.
7/10 Punkten. So viel wie hier geflucht wird, könnte man meinen, in der Hölle herrscht eine Mindestquote von drei Schimpfwörtern pro Tag.