SEMPER FI JEDEM KAMERADEN
Ein wahrer Krieger schlägt nicht zuerst zu, aber definitiv als letzter. 1990 lernt Cameron dies und noch mehr im Bootcamp, um ein Marine zu werden. Der stetige Zweifel, ob er wirklich dazugehört, begleitet ihn die ganze Zeit. Harte Prüfungen, ständiges Anbrüllen, Kameraden die ihm das Leben schwer machen. Nicht jeder ist fürs Soldatenleben gemacht, vor allem nicht, wenn man homosexuell ist.
Boots ist eine Netflix-Serie mit 8 Episoden à etwa 40 Minuten. Wir haben hier ein Drama, das auf dem Buch "The Pink Marine# basiert und für mich als alten Bundi war es ein Riesenspaß, dabei zuzusehen. Das liegt vor allem an den vielen unterschiedlichen Persönlichkeiten, die so ein Haufen Soldaten mit sich bringt, und der daraus entstehenden herrlichen Dynamik.
Es wird geschrien, geflucht, beleidigt, aber auch über ernste Themen gesprochen wie Verlust, Unsicherheit, Akzeptanz. Das große Thema Sexualität im Militär wird angenehm dosiert behandelt. Selbst wer sich dabei unwohl fühlt, kann die Serie problemlos schauen, weil es mehr um die Frage geht, warum das überhaupt ein Problem ist. Wenn dir jemand das Leben rettet, ist die Hautfarbe, das Geschlecht oder die Frage, wer wo sein Ding reinsteckt, maximal egal.
Schauspielerisch ist das Ganze top, die Sets sind realistisch und vermitteln ein starkes Gefühl von Zusammenhalt. Die Story dreht sich um Charakterentwicklung, ein Arsch bleibt ein Arsch, aber mit ihm kann man trotzdem zusammen saufen. Ein Drillinstruktor bringt dich zum Heulen, lernt aber auch selbst noch was dazu.
Das Finale war mir persönlich etwas zu viel künstliches Drama, doch insgesamt landet die Serie ihre ernsten Momente auf den Punkt.
Unterm Strich bleibt eine Serie, die einfach Spaß macht, schon allein wegen des Militärthemas. Zwischen Flüchen, Witzen und Zusammenhalt versteht sie es, Scheiße passieren zu lassen und sie auch wirken zu lassen.
8,5 von 10 Punkten.
Früher fuhr ich einen Golf,
heute lauf ich mir einen Wolf.