Barbara Philipp ist eine echte Ikone der deutschen Schauspielszene. Seit den 90ern spielt sie in unzähligen Filmen und Serien mit und war für ihre Leistungen sogar schon für den Deutschen Fernsehpreis nominiert. Allein für den Wiesbadener „Tatort“ stand die Schauspielerin unglaubliche 14 (!) Mal vor der Kamera – sie gilt also zweifelsohne als erfahrener Profi, der die Branche in- und auswendig kennt.
In einem Interview gesteht sie nun aber, dass in ihrer Branche vieles im Argen liegt. Besonders für Frauen seien manche Zustände extrem unfair.
"Tatort"-Legende klärt auf: Das Bild vom reichen Schauspieler ist (meistens) ein Mythos
Barbara Philipp deckt die gesamte Bandbreite ab: Von der schnulzigen Romanze bis zum knallharten Krimi war sie überall schon dabei. Zuletzt nahm sie sich Zeit für ein Interview mit t-online, in welchem sie über den Zustand ihrer Branche auspackt. Als Phillip darauf angesprochen wird, dass viele Schauspielende im Alter mit Armut kämpfen, gibt sie offen zu: „Wenn man nicht fest am Theater ist, bekommt man seine Rentenzeit kaum zusammen. Man muss privat vorsorgen oder arbeitet, bis man umfällt. Das Bild vom gut verdienenden Schauspieler stimmt nicht.“
Das deutsche Rentensystem stelle ein großes Problem für Schauspieler*innen dar, so Phillip: „Wir zahlen viel ein und bekommen am Ende aber trotzdem wenig raus, weil es eben keine durchgehenden Beschäftigungen sind. Das System ist nicht für unsere Arbeitsweise gemacht.“ Im Luxus würden also bloß die wenigsten Schauspieler schwelgen.
HR/Senator Film/Dietrich Brüggemann
Barbara Philipp spricht über Ungleichbehandlung von Frauen im Schauspiel-Business
Für Frauen in der Branche sei es sogar noch schwerer, so das Fazit der „Tatort“-Ikone. Denn der Unterschied zwischen der Bezahlung von Frauen und Männern sei nach wie vor extrem spürbar: „Das hat sich nicht grundlegend geändert.“ Philipp prangert an, dass Verantwortliche immer noch versuchen würden, Darstellerinnen mit weniger Gage abzuspeisen: „Auch in den Verhandlungen mit Frauen gibt es viele, die Frauen weniger zahlen wollen als den Männern. Da gibt es noch viel Redebedarf.“
Sie selbst habe schon erlebt, dass männlichen Kollegen für die selbe Produktion deutlich bessere Gagen angeboten bekommen hätten: „Als ich mal in einer Produktion Rosa Luxemburg spielte und die halbe Gage meiner männlichen Kollegen bekommen sollte, wurde ich auch ein bisschen zur ‚Revoluzzerin‘.“ Philipp vermutet, dass das Ungleichgewicht auch durch das unterschiedliche Rollenangebot verstärkt wird: „Wenn du den Helden spielst, hast du ein anderes Ansehen als die betrogene Ehefrau. Mag sein, dass sich das auf die Bezahlung auswirkt.“ Allerdings sei positiv, dass Frauen endlich mehr ins Zentrum von Geschichten rücken würden und nicht mehr länger „nur Mutter, Geliebte oder Ehefrau“ verkörpern dürften.
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