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When in Rome - Fünf Männer sind vier zuviel
Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
2,5
durchschnittlich
When in Rome - Fünf Männer sind vier zuviel
Von Christoph Petersen
Mark Steven Johnson ist der Regisseur von „Daredevil" und „Ghost Rider". Also nicht gerade jemand, der einem für die Besetzung des Regiepostens einer romantischen Komödie als erstes in den Sinn kommen würde. Und dennoch hat er mit „When In Rome – Fünf Männer sind vier zuviel" (für seinen doofen deutschen Untertitel kann der Film ja zum Glück nichts) nun genau eine solche abgeliefert. Das Ergebnis ist bei Weitem nicht so schrecklich, wie man es sich vielleicht vorgestellt hätte. Dafür traut sich Johnson als Fachfremder zu viele Dinge (gerade das Finale mit dem gelben Kleinwagen scheint direkt aus einer 60er-Jahre-Komödie übernommen), die in modernen, über die Maßen abgeklärten Rom-Coms eigentlich gar nicht mehr vorkommen. Zugleich gelingt es dem Genreneuling aber nicht, all seine Ideen zu einem stimmigen Ganzen zusammenzufügen. Am Ende steht ein recht unrunder Film, der sich aber zumindest ein wenig vom sonstigen Komödieneinerlei abhebt.

Jetlag, einige Gläser Champagner und eine allgemeine Unzufriedenheit mit der Gesamtsituation führen dazu, dass die New Yorker Kuratorin Beth (Kristen Bell) bei der Hochzeit ihrer jüngeren Schwester Joan (Alexis Dziena) in Rom in einem Liebesbrunnen landet, aus dem sie fünf Münzen mitgehen lässt. Ein schwerer Fehler, wie sich bald herausstellt. Denn der Legende nach klaut derjenige, der eine Münze aus dem Brunnen nimmt, zugleich auch die Liebe desjenigen, der die Münze hineingeworfen hat. Beth hat also plötzlich vier Verehrer am Hals, die ihr ziemlich auf den Senkel gehen: den kleingewachsenen Wurstkönig Al (Danny DeVito), das selbstverliebte Möchtegern-Model Gale (Dax Shepard), den Straßenmagier auf den Spuren Houdinis Lance (Jon Heder), und den vollkommen überdrehten Aktmaler Antonio (Will Arnett). Nur den fünften Münzwerfer, den gut gebauten Sportreporter Nick (Josh Duhamel), findet Beth ja eigentlich ganz schnuckelig. Aber möchte sie wirklich mit jemandem zusammen sein, der sie nur wegen eines Zaubers liebt...

Zunächst ist „When In Rome" wie jede andere romantische Komödie auch. Beth lebt nur für ihren Job und hat deshalb keine Zeit für die Liebe (normalerweise eine typische Männerrolle, aber der Film macht aus diesem Geschlechtertausch leider absolut gar nichts). Auf der Hochzeit ihrer Schwester stürzt Beth dann von einer Peinlichkeit (der Film dürfte einen Weltrekord im Kopfanschlagen aufgestellt haben) in die nächste, wobei Kristen Bell („Veronica Mars", „Fanboys") kaum einmal sympathisch rüberkommt - stattdessen ist hier Fremdschämen pur angesagt. Doch dann kommt – „Das süße Leben" lässt grüßen - das Bad im Brunnen. Fortan laufen praktisch zwei Filme parallel. Zum einen ist da die Liebesgeschichte zwischen Beth und Nick, die – abgesehen vom magischen (Münz-)Einschlag – in recht gewohnten Bahnen verläuft. Daneben gibt es aber auch noch die vier anderen Typen, deren Szenen zugleich an klassische Screwball-Comedy und die Filme der „Pink Panther"-Reihe (die mit Peter Sellers, nicht das komplett unlustige, wenn auch unerhört erfolgreiche Remake mit Steve Martin) erinnern.

Dass dieser Screwball-Einschlag, der seinen Höhepunkt in einer wilden Fahrt mit fünf Leuten in einem viel zu kleinen italienischen Wagen quer durch den New Yorker Berufsverkehr findet, überhaupt aufgeht, ist in erster Linie den vier Comedians in den Rollen der liebestollen Stalker zu verdanken. Ob Jon Heder („Napoleon Dynamite"), der sich kopfüber von der Decke baumelnd aus einer Zwangsjacke befreit, Will Arnett („Die Eisprinzen"), der ein gigantisches Aktbild von Kristen Bell an eine Häuserwand pinselt, Dax Shepard („Baby Mama"), der gerne und sorgfältig sein eigenes Eightpack bewundert, oder Danny DeVito („Get Shorty"), der Würste für die größten Kunstwerke von allen hält - sie alle holen aus ihren begrenzten Rollen mehr heraus, als man es erwarten durfte. Allerdings führt dies auch dazu, dass man sich jedes Mal diese vier Spinner zurückwünscht, wenn die Handlung zu Beth und Nick überspringt, was es wiederum praktisch unmöglich macht, auch auf der romantischen Ebene mitzufiebern.

Fazit: Dass „When In Rome" am amerikanischen Box Office klar hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist, dürfte auch damit zu tun haben, dass der Film ein wenig aus der Zeit fällt. Er wirkt mit seinen Over-the-Top-Momenten eher wie eine Ensemblekomödie aus den 60ern, als eine moderne Rom-Com aus den Millenniumjahren. Rund ist der erste Ausflug von Comic-Spezialist Mark Steven Johnson ins Komödienfach aber trotzdem nicht.
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