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Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
3,0
solide
Das Gesetz der Familie
Von
Schon die Besetzung verspricht einiges: Wenn die gefeierten Charakterdarsteller Brendan Gleeson („Am Sonntag bist du tot“) und Michael Fassbender („Shame“, „Steve Jobs“) als Vater und Sohn antreten, dann sind zumindest erstklassige Schauspielleistungen zu erwarten. Und sie enttäuschen in dem britischen Krimi-Drama „Das Gesetz der Familie“ auch keineswegs. Aber trotzdem ist es ausgerechnet der Dramenanteil, der in dem Spielfilmdebüt von Adam Smith nicht ganz überzeugt. Umso gelungener ist dafür die Action. Was der Regisseur und sein katalanischer Kameramann Eduard Grau („A Single Man“, „The Gift“) hier an extrem rasanten und stilvollen Verfolgungsjagden ins Bild setzen, gehört zum Besten, was es in den vergangenen Jahren in dieser Richtung zu sehen gab.

Der Cutler-Clan haust in einer familieneigenen Wohnwagenburg und verdient sein Geld mit dem Ausrauben reicher Mitbürger. Der Familienpatriarch Colby Cutler (Brendan Gleeson) sieht sich als eine Art von Robin Hood, der das korrumpierte System ausnimmt, um seine noch nach den Naturgesetzen lebende Sippe durchzubringen. Seinen Sohn Chad (Michael Fassbender) hat Colby bei den familiären Beutezügen bisher stets als Fluchtwagenfahrer eingespannt. Doch inzwischen hat Chad eine Frau (Lyndsel Marshal) und zwei Kinder und sehnt sich nach einem ruhigeren Leben. Insbesondere möchte er nicht, dass sein Sohn Tyson (Georgie Smith) ebenfalls ein Gangster wird. Als Chad endgültig aussteigen will, ersinnt Colby einen letzten großen Coup....



Michael Fassbenders Chad ist ganz klar als emotionales Zentrum des Films und als wichtigste Identifikationsfigur für den Zuschauer angelegt. Das erweist sich für den Darsteller allerdings als eine ähnlich große Herausforderung wie sein Job als Fluchtwagenfahrer innerhalb der Filmhandlung, denn die Motivation der Figur bleibt in allzu vielen Situationen unklar und insgesamt diffus. Und auch der sonst oft so grandiose Brendan Gleeson bleibt in der Rolle des großen Familienzampanos seltsam blass. Der für die Geschichte so zentrale Generationskonflikt bleibt daher reine Behauptung und entfaltet nie emotionale Wucht, zumal alle weiteren Figuren nicht viel mehr sind als rein funktionale genretypische Abziehbilder. Und auch mit dem bemühten religiös-philosophischen Überbau, der schon im Originaltitel „Trespass Against Us“ anklingt, gewinnt der Film keine zusätzliche dramatische Substanz, statt vertiefend wirkt das bedeutungsheischende Geraune ablenkend.

So überladen und angestrengt die dramatische Seite des Films wirkt, so überzeugend und mitreißend sind seine Actionszenen. Sie sind allesamt geradezu Lehrstücke für die kreative Inszenierung spannungsgeladenen Bewegungskinos: Mal jagt die Gangsterfamilie in einem komplett gelb angestrichenen Wagen mit nur einem kleinen Guckloch in der vorderen Scheibe kreuz und quer durch eine Wohnsiedlung – und schüttelt dabei virtuos die Polizei ab. Die hat zunächst auch das Nachsehen, als die Gang nach einem Raub über nächtliche Landstraßen rast und - um dem Ganzen die Krone aufzusetzen - unterwegs Halt an einer Tankstelle macht, weil Chad dringend eine Packung Kippen braucht. Da wird schnell die Wollmaske hochgezogen, um einmal kurz zu inhalieren. Und ab geht es mitten durch die Wiesen. Selbst ein bedrohlich am Himmel aufleuchtender Hubschrauber und hetzende Hunde können Chad nicht irritieren. Licht, Einstellungsgrößen, Perspektive – alles ist perfekt aufeinander angestimmt, der souveräne Schnitt sitzt punktgenau und der hämmernde Soundtrack der Chemical Brothers sorgt für zusätzliche Dynamik.

Fazit: Die originellen Actionszenen in „Das Gesetz der Familie“ sind bildgewaltig und perfekt inszeniert, aber das überladene und bemüht wirkende Familiendrama läuft ins Leere.

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