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Macht "Spider-Man: Homecoming" die ganze Marvel-Zeitlinie kaputt? Wir erklären euch das Jahreszahlen-Wirrwarr
Von Björn Becher — 14.07.2017 um 22:07
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Am 13. Juli 2017 war der Start von „Spider-Man: Homecoming“ in den deutschen Kinos und einige Zuschauer fragen sich seitdem: Hat Marvel die eigene Kontinuität ruiniert? Wir klären euch auf…

Sony Pictures

Spider-Man: Homecoming“ eröffnet mit Adrian Toomes (Michael Keaton), der nach einem Alien-Angriff auf New York (siehe „Marvel’s The Avengers“) den Job hat, den Müll wegzuräumen – zumindest bis die Firma Damage Control, die Tony Stark (Robert Downey Jr.) gehört, ihm diese Aufgabe wegnimmt. Der verbitterte Toomes beschließt daraufhin, die geborgenen Alien-Artefakte zu behalten und wird zu „The Vulture“, dem Geier. Danach springt die Handlung acht Jahre in die Zukunft und das verwirrt viele Zuschauer.

„Spider-Man: Homecoming“ spielt 8 Jahre nach „The Avengers“? Das kann doch nicht sein…

The Avengers“ kam 2012 in die Kinos. Bislang gingen wir alle wohl davon aus, dass dies natürlich auch das Jahr ist, in dem der Film spielt. Dies kann aber nun eigentlich nicht mehr der Fall sein. Denn „Spider-Man: Homecoming“ spielt definitiv nicht 2020, sondern im Jahr 2017. In dem ersten Solofilm mit Tom Holland als Peter Parker wird dieses Datum nämlich explizit bestätigt. So gibt es Werbung für eine Ausstellung von Tony Stark, die 2018 stattfindet. Eine solche Werbung macht im Jahr davor oder im Jahr selbst Sinn. In einem Dokument, welches Spideys-Anzug-Computer Karen aufruft, wird darauf verwiesen, dass die Figur Aaron Davis (gespielt von Donald Glover) im April 1984 geboren wurde und 33 Jahre alt ist, was das Comic-Abenteuer ebenfalls auf 2017 oder noch Anfang 2018 verortet. Endgültig auf (September) 2017 wird der Film dann aber durch ein Poster für den Schulwettbewerb in Washington datiert.

Walt Disney
Wann hat Peter Parker Captain America den Schild geklaut?

Dickes Logikloch? Oder etwa nicht…

Die Marvel-Macher um Mastermind Kevin Feige werden bisher dafür gerühmt, dass sie alles so genau planen. Ist ihnen nun ein Fehler unterlaufen? Haben Feige und Co. das schlicht und einfach übersehen? Ja, es ist wohl sehr wahrscheinlich, dass man wirklich unaufmerksam war.

Trotzdem versuchen viele Fans die neue Zeitlinie zu erklären. Denn bisher wurde in Marvels Kinofilmen nie gesagt, dass „The Avengers“ wirklich 2012 spielt (zu Aussagen in anderen Medien kommen wir später). Es macht sogar Sinn, dass die erste Superheldenzusammenkunft früher spielt. Denn am Anfang des Aufbaus des MCU erschienen noch nicht zwei bis drei neue Comic-Abenteuer pro Jahr, wie es nun der Fall ist. Würde man alle Filme, die nicht klar in der Vergangenheit („Captain America: The First Avenger“) spielen ihrem Veröffentlichungsdatum zuordnen, würde es so große Lücken geben, in denen scheinbar in der Welt der Avengers nicht viel passiert. So haben wir im Gegenteil sogar in „Iron Man 2“ die konkrete Aussage, dass der Film nur sechs Monate nach dem ersten Teil angesiedelt ist.

Daher hier der Versuch einer Zeitlinie, die uns nach vielen Versuchen als bislang stimmigste Version erscheint:

  • 2008: „Iron Man“ (2008)
  • 2009: „Iron Man 2“ (2010) – bestätigt als sechs Monate nach „Iron Man“
  • 2009: „Der unglaubliche Hulk“ (2008) – spielt fast zeitgleich zu „Iron Man 2“
  • 2009: „Thor“ (2011) – spielt fast zeitgleich zu „Iron Man 2“
  • 2009: die Endszene von „Captain America: The First Avenger“ (2011)
  • 2010: „The Avengers“ (2012)
  • 2010: der Anfang von „Spider-Man: Homecoming“ (2017) – spielt kurz nach „The Avengers“
  • 2012/2013: „Iron Man 3“ – der Anfang spielt an Silvester 1999, dann gibt es einen Sprung 13 Jahre nach vorne. Es gibt zudem eine Zeitung, die 2013 als Datum nennt
  • 2013/2014: „Thor 2“ 
  • 2014: „Captain America 2: The Winter Soldier“
  • 2014: „Guardians Of The Galaxy“ - wird deutlich im Film verortert
  • 2014: „Guardians Of The Galaxy Vol. 2“ - spielt nur wenige Monate nach dem Vorgänger
  • 2015: „Avengers 2: Age Of Ultron“
  • 2015: „Ant-Man“ - spielt kurz nach „Avengers 2“
  • 2016/2017: „Doctor Strange“ - Juni 2016 wird auf einer Armbanduhr als Datum gezeigt, Film zieht sich aber sicher über mehrere Monate bis ins Jahr 2017 hin
  • 2017: „The First Avenger: Civil War“
  • 2017: „Spider-Man: Homecoming“

Auch dieses Konstrukt steht auf wackeligen Füssen, denn man muss einige Zeitangaben sehr gerundet betrachten. Die angesprochenen acht Jahre, die „Homecoming“ nach „The Avengers“ spielt, sind hier an erster Stelle zu nennen, denn es wären nur sieben Jahre und einige Monate. Zudem wissen wir aus „Civil War“, dass es acht Jahre her ist (Aussage von Vision), dass Tony Stark sich als Iron Man geoutet hat. Nach dieser Zeitlinie hätte Vision hier ein wenig abgerundet.

Sony Pictures
Passt die obige Zeitlinie? Peter Parker schaut skeptisch...

Trailer, Comics und Serien: Auch diese Zeitlinie hat viele Löcher!

Dennoch gibt es auch hier Probleme. So gibt es eine Tony-Stark-Aussage zu „Iron Man 3“, die die Ereignisse des Films sechs Monate nach „The Avengers“ verortet. Dieses Zitat findet sich aber nur im Trailer, nicht im Film. Wir betrachten sie daher nicht als Kanon. Macht auch mehr Sinn. Sechs Monate wären selbst für ein Tüftelgenie wie Stark eine verdammt knappe Zeit so viele Anzüge zu bauen. Allerdings gibt es auch einen ergänzenden Comic, der erklärt, warum War Machine (Don Cheadle) nicht im Kampf um New York zu sehen war. Er kämpfte zeitgleich in Hongkong gegen die Organisation des Mandarins. Auch dieser Comic rückt „The Avengers“ und „Iron Man 3“ zeitlich viel näher zueinander. Doch für viel mehr Probleme sorgt etwas anderes: die Serien!

In „Agents Of S.H.I.E.L.D.“ gibt es ziemlich viele Szenen, die kleine Fragezeichen hinter die obige Zeitlinie machen. Viel größer ist das Problem aber mit den Netflix-Serien. So wird in einer Zeitung in „Daredevil“ der Angriff auf New York ganz klar auf 2012 verortet. Die Zeitung, die als Teil der Promos von allen Netflix-Serien auch lange Zeit auf der Webseite nybulletin.com online war, stammte vom 5. Mai 2012. Sehr interessant in diesem Zusammenhang: Mittlerweile findet sich diese Ausgabe nicht mehr auf der Webseite der fiktiven, in den Marvel-Serien eine wichtige Rolle spielenden New York Bulletin. Und alle Ausgaben, die noch online sind, haben kein Datum.

Wir erklären euch die Abspannszene von "Spider-Man: Homecoming"!

Dass man sich mit dem Acht-Jahre-Sprung in „Spider-Man: Homecoming“ bewusst gegen klare Aussagen in den Serien stellt, könnte aber auch ein Statement sein. Man weiß bekanntlich, dass die beiden voneinander unabhängigen Firmen, die sich einerseits um die Kinofilme und andererseits um die Serien kümmern, sich nicht ganz grün sind. Vielleicht kümmert man sich beim Marvel-Kinoteam einfach nicht um die Aussagen zur Kontinuität aus dem Serienuniversum. Schließlich scheint man schon bisher die Politik zu fahren, die müssen sich nach uns richten und wir nehmen keine Rücksicht.

Sony Pictures
Da reichen selbst Superkräfte nicht. Die Marvel-Zeitlinie kann man wohl nicht mehr zusammenhalten...

Fazit:

Spätestens mit „Spider-Man: Homecoming“ wurde die ohnehin schon problematische Marvel-Zeitlinie endgültig konfus. Um eine stimmige Reihung zu finden, muss man sich wohl oder übel einfach nur auf das Kinouniversum beschränken. Oder akzeptieren, dass es an vielen Stellen im Gebälk kräftig knirscht. Oder habt ihr vielleicht eine Lösung für das Jahreszahlen-Wirrwarr gefunden?

Dem Spaß mit „Spider-Man: Homecoming“ schadet dies zum Glück nicht.

 

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Kommentare
  • Deliah C. Darhk
    In der Reihe She-Hulk, die schon vor Deadpool die 4. Wand durchbrach wird erklärt, dass Figuren im Comic langsamer altern, ausserhalb ihrer VÖs aber dem normalen Zeitstrom unterliegen. So kam das blonde Phantom nach ein paar Jahrzehnten Pause als ältere dickliche Frau zurück in die Comicwelt und erzählte, dass ihr Mann leider verstorben sei, ehe er wieder gezeichnet wurde.
  • Deliah C. Darhk
    Hatte ich auch schon heftige Diskussionen drüber. Passt einfach nicht.
  • Deliah C. Darhk
    Kleines Zeitlinien Wirrwarr: Ihr habt Homecoming 2 auf 2017 gesetzt.
  • WhiteNightFalcon
    Herzliches Beileid an Menschen, die Filme offenbar lieber demontieren, statt sie einfach als Kunst anzusehen und zu geniessen. So kleinlich zu sein ist echt nur was für Nerds.Dabei gibts viel offensichtlichere Logiklöcher. Trägt der Hulk zb aufblasbare Hosen oder Hosen aus Superelastan, dass die ständig mitwachsen, wenn Banner zum Hulk mutiert?
  • Darth Doom
    Der Algorithmus erkennt MÖGLICHE Bedrohungen. Maria Hill anzuvisieren ist auch bescheuert und warscheinlich auch die anderen 20 Millionen.
  • King 35
    Ich bin kein Serien Nerd. Was dort passiert ist mir wurscht. Über die Zetlinien denke ich nicht nach sondern genieße einfach gut gemachte Superheldenfilme. Homecoming spielt nach Civil War. Was muss man noch mehr wissen?
  • King 35
    Danke. Sehe ich auch so. Ich guck lieber die Filme weil sie mir gefallen statt mit nem Kalender zu prüfen das auch alles bitte schön in der richtigen Zeit stattfindet.
  • King 35
    Homecoming spielt nach Civil War. Mehr muss ich nicht wissen ;)
  • King 35
    Hä? Sie haben sich keinen Gefallen damit getan? Bricht jetzt das Universum in sich zusammen? :D.
  • Dreed
    Mein Wirrwarr fängt schon damit an das ich mich frage, wie drei Spiderman Verfilmungen unter einen Hut passen... Ich interessiere mich nicht so wirkllich fürs Marvel Universum und die Zeitlinie, stelle nur fest das es ständig Neuverfilmungen von bereits existierendem gibt....teilweise sogar im selben Jahr. Pfff....das wichtigste ist, die Leute ins Kino zu locken, da bleibt sowas wie Logik, Zeitlinie und kontinuität auch schon mal auf der Strecke...
  • Deliah C. Darhk
    Dir ist bewusst, dass die ersten beiden Reihen nix mit Marvel-Studios und dem MCU zu tun haben?
  • Deliah C. Darhk
    Im Hulk CTB 27 oder 28 wird sogar gezeigt wo er die kauft (Las Vegas). XDBei She-Hulk wird es anders thematisiert. Die kann wegen der Sprengwirkung ihrer "Granaten" keine BHs mehr tragen und steht u. A. im F4 TB ca. No. 19 schon mal oben ohne da. Das wird aber ausser in einem Sonderband so ziemlich immer durch Schatten, Gegenstände oder ihre Hände abgedeckt.Ähnliches gab es auch bei Hercules, der vor Starfox und Scarlett Witch wegen seines zerrissenen Röckchens zum Freischwinger wurde.Gedanken hat man sich da also schon drum gemacht. Kommt nur in den Filmen noch nicht so ganz offensi htlich rüber, bzw wie mor unten anspricht, nur am Rande erläutert.
  • Deliah C. Darhk
    Was ich meine ist, dass FS den falschen Film gelistet hat. Homecoming 2 ist nich gar nicht abgedreht.
  • Deliah C. Darhk
    Habe ich schon mal ausdiskutiert. Aufgrund der damals vorhandenen Daten konnte kein Algorithmus des Multiversums eine Gefährdung durch Strange errechnen. Zudem konnte JS als er den Namen nannte nicht davon ausgehen, dass Cap ihn kennen würde, und es stellt sich auch die Frage, warum JS unter all den Millionen Zielen ausgerechnet diesen Arzt a) weiss und b) als Ziel vor Cap benennt.Selbst wenn der Algo. eine Gott--Variable beinhalten würde und tatsächlich in der Lage wäre eine auf Zufall basierende zufällige Zukunft zu errechnen, hätte Cap unmöglich verstehen können was JS ihm mit Stranges Nennung sagen wollte, weswegen diese für Jasper als Verteidigungsstrategie sinnlos gewesen wäre und somit keiner nachvollziehbaren Motivation zur Anwendung entsprach.
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