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    Ridley Scott unverblümt: "Blade Runner 2049" ist viel zu lang und der Produktionsprozess von "Star Wars" bescheuert
    Von Christoph Petersen — 27.12.2017 um 10:55
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    In den Interviews zu seinem neuen Thriller „Alles Geld der Welt“ muss Ridley Scott natürlich vor allem Fragen zur Neubesetzung der Rolle von Kevin Spacey beantworten. Aber auch zu einigen anderen Themen äußert sich der Regisseur überraschend offen…

    Der inzwischen 80-jährige Regisseur von Meisterwerken wie „Alien“, „Blade Runner“ oder „Gladiator“ ist berüchtigt dafür, in Pressegesprächen sehr freimütig zu sein – und so gibt es auch in Ridley Scotts aktuellem Interview mit Vulture wieder eine ganze Reihe von Aussagen, die sich ein weniger etablierter und selbstsicherer Filmemacher so ganz sicher nicht getraut hätte. So antwortet Scott zum Beispiel überraschend offen auf die Frage nach seiner Meinung zu „Blade Runner 2049“: „Ich muss vorsichtig sein, was ich sage. Ich muss sehr vorsichtig sein, was ich sage. Er war verdammt noch mal zu lang. Und dabei ist ein Großteil des Skripts von mir.“

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    Dass Scott trotz seiner umfassenden Mitarbeit am Skript im Film weder einen Credit für das Drehbuch noch für die Story bekommen hat, erklärt der Regisseur ebenfalls: „Ich sitze mit den Autoren eine extrem lange Zeit zusammen, aber ich kümmere mich nicht um den Credit, denn dann müsste ich bei den Gesprächen die ganze Zeit ein Tonband mitlaufen lassen. Das kann ich einem guten Autor einfach nicht antun. Aber ich müsste es, um meine Beteiligung nachweisen zu können, ich müsste einen ganzen Haufen Beweise dafür liefern, aber so wichtig ist mir das einfach nicht.“ (Anm.d.Red.: In den USA nimmt es die Autoren-Gewerkschaft mit den Credits sehr genau und es ist verdammt schwierig für einen Regisseur, eine Co-Autor-Nennung im Vor- oder Abspann zu erhalten.)

    Auch zu „Star Wars“ hält Ridley Scott nicht mit seiner Meinung hinter dem Berg – wobei es dabei weniger um die Filme selbst als vielmehr um den aktuellen Produktionsprozess geht. So antwortet er auf die Frage, ob Lucasfilm schon an ihn herangetreten sei, um einen „Star Wars“-Film zu inszenieren, mit einem kalten Seitenhieb: „Nein, ich wäre denen viel zu gefährlich. Ich weiß nämlich, was ich tue. Sie wollen die Kontrolle behalten und ich möchte die Kontrolle über meine Filme selbst haben. Wenn man den Regisseur eines Low-Budget-Films anheuert und ihm plötzlich 180 Millionen Dollar in die Hand drückt, dann macht das schlicht keinen Sinn. Es ist sogar verdammt bescheuert. Wisst ihr, was dann die Reshoots kosten? Millionen!“

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    Kommentare
    • Deliah C. Darhk
      Jeder der 'Weaver'-Aliens verkörpert seinen eigenen Stil und trägt zur Geschichte bei. Manche Filme werden geliebt, andere gehatet (Alien 4 sehr oft)Ich mag jeden dieser vier Filme auf seine Art und jeder davon war schon mal mein Favorit des Franchise.Ich kann Dir alle vier empfehlen.Covenant kenne ich aber nicht.
    • Bruce Wayne
      Ja die von mir angeführten Argumente reichen. Ich habe noch mehr in Petto, aber fürs erste reichen die von mir gelisteten Punkte. Wenn tdK wirklich dein bisher beeindruckendstes Actionserlebnis war, dann hast du dir wohl T2 oder Mad Max Fury Road im Kino entgehen lassen, oder? ;)
    • Flo
      aha - und die von dir genannten Kritikpunkte reichen, um den Film als Desaster zu dennunzieren? Der Vergleich mit TdK hab ich angestrengt, weil viel mit Stunts selbst gemacht war und es meiner Meinung nach schon sehr brachial und ergreifend rüberkam. MIch hat bislang nichts actionmäßig so sehr mitgenommen we TdK, egal ob da iwas mit shaky cam war^^
    • Fain5
      Ich muss den Film nochmal sehen ;-)
    • Fain5
      Hey ich find den Film doch selber scheisse :-D Ich finde nur hier wird Scott mal seine komplette Kompetenz in Sachen Film abgesprochen obwohl er nur etwas sagt, was viele auch so sehen.
    • Alias
      Ah, jetzt wo Du es erwähnst ;-P
    • Matt Kirby
      Ich weiß weder wie sich Gott im alten Testament benommen hat noch wie die Prophezeiung abgelaufen ist, beides interessiert mich auch nicht. Dass dies im Film korrekt dargestellt wird mag sein, der Film hat mich trotzdem Null interessiert. Da ist überhaupt nichts hängengeblieben, absolut nichtiger Film für mich.Ganz im Gegensatz zu Gladiator, der ist vlt historischer Blödsinn, hat mich aber von Anfang bis zum Schluss gefesselt.
    • Ralf Maeder
      Bruce Wayne hat es elegant ausgedrückt: Er hat das Alienfranchise erschaffen und offiziell zerstört.Fain5, die erste halbe Stunde des Filmes finde ich recht gut. Dann als die Crew (oder besser gesagt der Regisseur/Drehbuch) entscheidet, auf einem Exo-Planeten ohne jeglichen Schutz gegen Bakterien, Viren, Giftstoffe in der Atmosphaere und ausserirdische Organismen aus der Raumfaehre zu steigen, da beginnt das Facepalm-Fest. Der traurige Hoehepunkt, wo die Handlung der vorigen Alienfilme vollends ins Laecherliche gerueckt wird, ist erreicht als Dave sein Labor praesentiert und klar wird, dass er die Facehugger erfunden hat. Huch, aber wie kommen dann die gleichen Facehugger im ersten Alienfilm in ein jahrtausende altes Raumschiff? Eine hahnebuechene Notloesung von Ridley Scott, die zum Himmel schreit.
    • Bruce Wayne
      Unnötig, heißt er hätte weggelassen werden können. Aber wenn dieser Moment nicht vorkommen würde, dann wäre erstens: die Character Arc K's nicht komplett, zweitens: K's würde wie ein absoluter Idiot dastehen, da er keinerlei Gründe zu Denken hatte, er wäre der Auserwählte (außer Joy, die ihm diesen Wunsch konstant einredet - da sie nur ihre Funktion als Produkt erfüllt).
    • Bruce Wayne
      Wenn dem wirklich so ist, dann hat Filmstarts die komletten Aussagen Scott's in einem falschen Licht dargestellt.
    • Bruce Wayne
      Er hat das Alienfranchise erschaffen und offiziell zerstört. Aber wo war der Punkt des Ganzen?
    • Bruce Wayne
      Evtll. ein wenig mehr Niveau in der Kommentarsektion? Beleidigungen können zu einem Bann führen.
    • Bruce Wayne
      Liegt daran, dass das Sequel nun mal die Geschichte von K erzählt. Einem kleinen, aber nicht unwichtigen Teil der über allem stehenden Gesamtstory. Deshalb ist es nur würdig und recht, dass einer der wichtigsten Momente des Filmes, ihm gehört.
    • Bruce Wayne
      Nein. Die große Frau hat ihn beauftragt Deckard zu eleminieren, damit er keine potenzielle Gefahr für die Rebellion wird. Stattdessen befreit K ihn, und bringt ihn obendrein noch zu seiner Tochter. Letztlich entscheidet er sich dazu, für das große Ganze sein Leben zu lassen, aber aus anderen Gründen und unter anderen Bedingungen, als die große Frau es befohlen hat.
    • Bruce Wayne
      Selten einen derartig verständnislosen Kommentar gelesen...bitte ein wenig mehr Niveau in der Kommentarsektion, danke.
    • Bruce Wayne
      Wie du meinst. Weshalb bezeichnest du diesen Teil dann aber als unnötig? Er ist essenziell um den charakterlichen Wandel K's zu komplementieren. Wenn du sagst, er wäre unnötig (sprich. man hätte ihn weglassen können) dann untergräbst du einen der kraftvollsten Aspekte des Filmes.
    • Bruce Wayne
      Nein, im neuesten Teil wird kein bisschen angedeutet, dass Deckard ein Replikant ist. Das ist ja der Punkt. Wenn Scott wirklich einen Großteil des Skripts geschrieben hat, dann wäre diese These viel offensichtlicher in den Plot integriert worden. Ich weiß, es gibt da eine gewisse Mehrdeutigkeit (Deckard lebt in einem angeblich verstahlten Gebiet). Dennoch hätte Scott diese Idee viel weiter ausgebaut, da bin ich mir sicher. Außerdem kann ich mir kaum vorstellen, dass die Original-Blade Runner Drehbuchautoren sich von Scott in ihren kreativen Prozess reinwuschen lassen. Die zweite Aussage Scott's würde ich ja auch so unterschreiben. Bestes Beispiel ist Gareth Edwards Arbeit an Rouge One.
    • Bruce Wayne
      So viele Köpfe, so viele Ansichten. Ich bin ebenfalls ein großer Verehrer von 2001, aber einen generellen Konsens findest du bei diesem Film nicht. Ich habe mit vielen Leuten geschrieben, die dieses Werk als überlang und zu prätentiös betrachten. Und selbst wenn ich versuche dagegen zu argumentieren, meistens ändert es deren Meinung nicht. Blade Runner setllt für mich selber kein Meisterwerk dar. Ein guter Film mit ergreifender Konklusion, aber kein Film der absoluten Meisterklasse. Dafür ist mir die Geschichte viel zu unsicher gegenüber ihrer eigenen Herkunft. Manchmal wirkt der Film wie eine Pulp-Story, dann wieder wie ein verkappter Noir-Detektivfilm und gegen Ende dann wie ein Epos um Menschlichkeit. Die eigentümliche Genialität, welche Blade Runner häufig vorgehalten wird, erschließt sich mir mehr als versehentliche Komplexität. Ähnlich ist es auch bei Refn. Ich liebe Drive und Teile der Pusher-Trilogie. Sogar mit Bronson kann ich etwas anfangen. Aber sowohl Only god forgives, als auch the Neon Demon, könnte ich genau so gut als überprätentiöses Arthouse-Getue bezeichnen. Zu wenig Struktur, zu wenig Momente, welche eine über allem stehende Botschaft verkünden. Letztlich kommt alles auf die eigene Interpretation an. Neon Demon kann ich noch als verkappten Giallo-Thriller würdigen, OGF hingegen stellt für mich eher einen Misstritt dar. Und ich weiß, dass beide Werke eine große Fanbase haben, und viele diesen Filmen einen Genius anrechnen. Besagter Genius Refns kommt für mich zum Vorschein, wenn ich die geradezu perfekte Regiearbeit Drives trotz seines eher simpel gehaltenen Plots, betrachte. Bei all diesen Werken kommt es auf die eigenen Präferenzen an. Deshalb entscheidet jeder Kinogänger für sich allein.
    • Bruce Wayne
      Und ich könnte noch genau so gut dagegen argumentieren: Action in Reinform ala the Dark Knight ist so ziemlich das kontraproduktivste Argument, welches du hättest nennen können. Hauptsächlich, weil die Actionsequenzen in tdk zu einem Großteil nicht sonderlich gut inszeniert worden sind. Von Coninuity-Fehlern, bis zu shaky cam war da leider alles dabei. Die Effekte reichten von Durchschnitt bis zu Meisterklasse, leider gibt das Skript den VFX-Arbeitern kaum Gelegenheit, ihre Arbeit auszuüben. Große historische Authentizität offenbart sich besonders in dem Whitewashing der beiden Hauptdarsteller. Gott wird als Kind dargestellt (Wie kreativ!! ;D), eine Entscheidung, die praktisch in jeder zweiten Animations-Verfilmung der Bibel gewählt wird. Außerdem wird damit der Punkt total verfehlt: Gott kann nicht als etwas verkörpert werden. Deshalb ist seine Gestalt im alten Testament, die eines brennenden Dornbusches - einer abstrakten Gestalt. In der Vorlage geht er sogar deratig weit, dass er jegliche Götzendarstellung seiner Macht verurteilt. Von daher ist die Kindesform total fehl am Platze. Weiterhin wird Moses als Protagonist der Geschichte nicht wirklich interessant dargestellt, tatsächlich hatte ich im Film viel mehr Spaß an der Figur des Ramses. Die gesamte Struktur des Plots ist unvorteilhaft gewählt, die wichtigen Aspekte der Story werden nicht detailiert genug ausgearbeitet, während die weniger wichtigen Momente viel zu viel Aufmerksamkeit im Drehbuch bekommen. Letztlich ist Scott's Version der Geschichte nicht mutig und differenziert genug, um als intelligente Neuinterpretation zu gelten, aber auch nicht Vorlagengetreu und ausführlich genug, um als würdige Adaption der Bibelgeschichte betrachtet zu werden.
    • Fain5
      Er wurde zu seiner Meinung gefragt. Darfst du, nur weil du mal einen Unfall hattest dich nicht mehr über Raser beschweren? Darfst du, weil du mal eine Soße hast anbrennen lassen nicht mehr sagen, dass dir Essen von anderen nicht mehr schmeckt?
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