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    Darum trifft Captain America am Ende von "Avengers 4: Endgame" die richtige Entscheidung
    Von Björn Becher — 18.05.2019 um 16:44
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    Am Ende von „Avengers: Endgame“ gibt Captain America sein Schild weiter – aber nicht an Uralt-Kumpel Bucky, sondern an Falcon. Trotz aller Fankritik nicht nur die inhaltlich logische Entscheidung, wie FILMSTARTS-Redakteur Björn Becher meint.

    Marvel Studios 2019
    +++Meinung+++

    Es war schon vor „Avengers: Endgame“ zu erahnen, als langsam klar wurde, dass es der (vorerst?) letzte Auftritt von Chris Evans im MCU werden würde: Der von dem Schauspieler verkörperte Captain America tritt ab und übergibt sein Schild (und den Heldennamen) an einen seiner treuen Mitstreiter. Dass in diesem Moment „Falcon“ Sam Wilson (Anthony Mackie) zu ihm geht und nicht „Winter Soldier“ Bucky Barnes (Sebastian Stan), regt viele Fans auf. Unter dem Hashtag #NotMySteve kritisieren sie die Marvel-Macher seit Wochen in den Sozialen Medien hinsichtlich einiger Entscheidungen von Captain America – vor allem wegen der Wahl seines Nachfolgers. Bucky sei der ältere und engere Freund. Es sei daher logisch, dass Cap diesem seine Nachfolge anvertraue, wird da argumentiert. Da bin ich aber anderer Meinung.

    Dass es entweder Sam oder Bucky wird, war zu erwarten. In den Comics treten sie beide jeweils in verschiedenen Geschichten die Nachfolge von Steve Rogers an, in den Filmen wurden sie beide dafür in Stellung gebracht. So sehr ich vielleicht noch nachvollziehen kann, dass Steve Bucky durchaus noch mal eine Umarmung geben sollte, ist seine Entscheidung, Falcon zum Captain America zu machen, ist aber dann doch die einzige im Rahmen der bisherigen MCU-Kinoerzählung (und nur diese zählt) logische: Denn nur Falcon ist ein guter Mann.

    Der gute Mann

    Es geht sehr oft in den bisherigen Filmen darum, dass Captain America „a good man“, ein guter Mann, ist. Schon in Joe Johnstons „Captain America: The First Avenger“ gibt es diesen Ausspruch. Auch in „Avengers: Endgame“ fällt dieses Zitat noch einmal. In diesem Moment schlagen die Regisseure Joe und Anthony Russo sowie die Drehbuchautoren Christoper Markus und Stephen McFeely eine ihrer vielen Brücken zurück zu den vorherigen Filmen. Immer wieder verweisen sie in Dialogen und Szenen auf all die MCU-Filme zuvor, wie sie schon mit dem grandiosen Papierfußballspiel zwischen Iron Man und Nebula sowie Tony Starks anschließender „Abschiedsbotschaft“ zu einem frühen Zeitpunkt deutlich machen – schließlich dienen diese, Szenen vor allem dazu, richtig große Bögen zur bisherigen Entwicklung schlagen.

    Und der „good man“-Bogen ist wie die meisten dieser Szenen nicht nur eine Erinnerung an die Vergangenheit, sondern als Aussage für die Gegenwart zu verstehen. In „The First Avenger“ stellt Stanley Tuccis Dr. Abraham Erskine den starken und den guten Mann gegenüber. Und Bucky ist zwar der starke Mann, es braucht aber einen „guten Mann“ als neuen Captain America. Und diese Anforderung erfüllt der sich aufopferungsvoll um Veteranen kümmernde Sam.

    Bucky hat zwar Vergebung und zurück ins richtige Leben gefunden, doch er war für eine ziemlich lange Zeit ein gehirngewaschener Killer des Feindes. Er ist kein guter Mann, er ist nur ein gebrochener. Er traut sich nicht einmal mehr selbst und fürchtet, dass die alten Programmierungen in seinem Gehirn ihn irgendwann wieder zur Waffe werden lassen. Nicht umsonst wollte er sich aus dem Kampf zurückziehen und griff erst mit dem Beginn des „Infinity War“ notgedrungen wieder zur Waffe. Neben der durch den Film selbst deutlich gelieferten Begründung gegen Bucky kann man übrigens noch viel mehr ins Feld führen. Wäre für ihn der Captain-America-Mantel nicht eher eine Bürde und Last? Wie soll Bucky, der mit kaum einen anderem Avenger bisher viel interagiert hat, ein akzeptierter Teamplayer, sogar Anführer werden? Nein, Bucky als Captain America hätte für mich – zu diesem Zeitpunkt – (noch) keinen Sinn ergeben.

    Bucky spielt weiter eine Rolle

    Vielleicht ändert sich das in Zukunft. Wir werden nämlich mehr von Bucky sehen. Für Disney+ wird eine Serie entstehen, in der wir Abenteuer von Anthony Mackie als neuem Captain America und Sebastian Stan als Bucky Barnes in der Post-„Endgame“-Welt gezeigt bekommen. Was genau da passiert, ob beide ein Team bilden und ob Falcon vielleicht irgendwann das Schild an seinen Partner weitergibt, wenn dieser alle Traumata überwunden hat, wenn dieser doch wirklich ein „guter Mann“ ist, wird die Zukunft zeigen…

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    Kommentare
    • James Solo
      Das ist nun mal die Rolle von Captain America. Der Anführer der Avengers. Auch wenn es meist so wirkt als gäbe es keinen konkreten Chef war Rogers bisher der Boss. Dadurch das Sam jetzt Captain America ist und bis auf Scarlet witch glaub keiner der älteren avengers immer noch teil der Truppe ist, ist es für mich logisch das Sam nun der Anführer ist.
    • André McFly
      Na wenns schon so los geht, lohnt sich ja diskutieren gar nicht erst ;)
    • Cpt. Kerk
      Nach der Logik dürfen Frauen, Schwarze und Schwule in Filme keine besondere Rollen oder Momente mehr haben? Oder am besten gleich gar nicht mehr mitspielen? Wäre das nicht etwas Menschenverachtend?
    • Deliah C. Darhk
      Wie gesagt, geht er darum, dass das Gros der Zuschauer diese Szene im Hintergrund noch gar nicht bewusst wahrnimmt. Dass man nach so einer Schlacht mit dem zum zweiten Mal über Jahre tot geglaubten Freund spricht soll ja normal sein.Da rechnet erst mal kaum jemand damit, dass das etwas nachhaltiger als 'Mensch, freue ich mich über deine Rückkehr!' oder 'Wie habt ihr das gemacht?' ist und beachtet das nicht weiter.Deswegen denke ich schon, dass da etwas mehr 'show' nicht geschadet hätte.
    • FilmFan
      Ich meine, es muss nicht immer alles im Film zu sehen sein. Ich denke die Regisseure setzen da auch ne gewisse Fantasie und Vorstellungskraft beim Fan voraus. Mir gehts jedenfalls so. Gibt es zusätzliche erklärende Dialoge, gut. Wenn nicht. Auch gut. Ich habe da keine Probleme ner Handlung zu folgen.
    • HalJordan
      Im Prinzip ist das doch völlig egal, wer nun der neue Captain America sein wird. Nach Chris Evans in dieser Rolle kann es nur noch bergab gehen. Evans als Steve Rogers mauserte sich in den letzten Jahren zum heimlichen MVP der Avengers.
    • Deliah C. Darhk
      Wann ging WM denn auf die Bevölkerung los?Er hat gekämpft, um die Leute vor den Drohnen zu beschützen. Ohne ihn wäre Tony getötet worden. Mit ihm haben sie es ja schon nur mit Mühe geschafft.Denk mal weiter, wie das hätte ausgehen können, wenn man einen betrunkenen IM unkontrolliert gewähren lässt.Na ja, 'Ich mach was er (Cap) sagt' - Falcon ist ja nun eher weniger ein Alpha-Männchen als Cap odee ein WM, der einfach den Verteidigungsminister wegschaltet.
    • Deliah C. Darhk
      Nö. War Machine deckt ja schon ehe er WM wird Tony in IM 1 und verweigert in IW die Verhaftung der Flüchtigen.Er wird aber nie zum Verbrecher, und er kämpft sogar noch mit Querschnittslähmung weiter.Damit liegt er nach Punkten vorn.
    • Deliah C. Darhk
      Nein, das hat mit den Vorkenntnissen aus den Comics wenig zu tun.Ich betrachte den Film im Kontext des MCUs. Den Auftritt von Witch vs Thanos fand ich z. B. richtig stark. Dabei hat die nicht einmal dieselben Kräfte wie im Original.Für mich ist einfach wichtig, dass die Geschichte stimmig erzählt wird. Da gibt es aber nun mal diverse Mängel.Karl May habe ich einige Bände auch gelesen.Generell gehören Romane aber nicht so zu meiner bevorzugten Literatur. Mein Bücherschrank ist voll mit Publikationen der Bob, diverser religiöser Schriften verschiedener Religionen und Kochbüchern aus der ganzen Welt. Dazu noch ein paar wissenschaftliche Bücher, teils über theoretische Physik, da ich mich seit St.H.'s 'Nussschale' hin und wieder mal dafür interessiere und irgendwo dazwischen auch ein paar Romane.Vor 6 Jahren gewann ich drei handsignierte Exemplare der Tribute von Panem. Die sind noch nicht einmal ausgepackt.Robin will sie unbedingt haben. Ich schenke sie ihr, wenn sie in ihre erste eigene Wohnung zieht.
    • Deliah C. Darhk
      Warum? Weil er vor der Abreise mit Bucky gesprochen hat?Ich kann mir denken worum es da ging, sicher.Aber der Film erzählt es nicht wirklich.Welcher Durchschnitts-Zuschauer achtet schon auf das Gespräch im Hintergrund, wenn er noch die Eindrücke des gigantischen Finales und Tony Tod verarbeiten muss.
    • André McFly
      Ja. Und was genau hat das damit zu tun? In den Comics tragen viele den Schild. Auch Bucky. Ich habe nie gesagt, dass es dafür keine Grundlage gibt. Gerade die Comics ergötzen sich am Genderwahn und Diversitätsblödsinn ja schon lange. Aber dass Falcon jetzt den Schild hat im MCU ist, weil er schwarz ist. Punkt. Wäre er ne Frau, wäre es noch besser gewesen, aber das Glück hatte das Produktionsteam nicht ;) (Aber vielleciht machen sie ihn schwul? das wäre ja immerhin noch was)
    • Cpt. Kerk
      So ein Quatsch. Schon in den Comics bekommt Falcon den Schild.
    • Bulbiker
      Umso besser.
    • André McFly
      Die kommt ja schon in anderen Rollen. Wurde ja schon bestätigt.
    • Bulbiker
      Nach der Theorie hätte es aber eher eine asiatische Frau werden müssen...
    • josijosiah8 josijosiah8
      Ach darum also. Dachte schon darum!!Ganz ehrlich, ich mag diese Darum-Überschriften/ -artikel nicht.
    • WhiteNightFalcon
      Bucky schickt ihn aber ja selbst zu Steve. Das habe ich quasi als Buckys Segen empfunden. Früher hat Bucky auf den schmächtigen Steve aufgepasst und die letzten Jahre war Sam an seiner Seite, das ergibt also schon Sinn.
    • WhiteNightFalcon
      Fand die Entscheidung auch zunächst etwas seltsam, da Sam nicht die Supersoldatenkräfte von Steve hat. Allerdings wenn man sich diverse Haltungen und Aussagen von Sam über die letzten Filme ansieht, passt es in der Tat ganz gut.
    • Jimmy Conway
      Weil er den Schild hat. Manche Menschen denke simpel :-)
    • Jimmy Conway
      Ja, deshalb empfand ich es als ok, dass Sam den Schild bekam. Dennoch wäre es ja kein Akt gewesen, hätte sich Steve von Bucky auch so innig verabschiedet. Wäre eigentlich nur logisch.
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