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    Zuschauer-Flucht: Ist "Joker" wirklich so brutal und schockierend?
    Von Julius Vietzen — 11.10.2019 um 19:00
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    Nach US-Kinostart von „Joker“ am 4. Oktober 2019 verbreiteten sich aufsehenerregende Meldungen: Der Film sei so brutal, dass Leute das Kino verlassen hätten. Ist „Joker“ wirklich so abschreckend, wie die Berichte suggerieren? Natürlich nicht.

    2019 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. TM & © DC Comics / Niko Tavernise

    Joker“ ist in den USA bereits am 4. Oktober 2019 angelaufen, so dass nach dem Startwochenende nicht nur die Meldung vom größten Oktober-Start in der US-Kinogeschichte die Runde machte, sondern auch Berichte von Personen, die aufgrund der Gewaltdarstellung reihenweise aus den Kinos stürmten.

    Ist „Joker“ also wirklich ein so schockierender, brutaler Film? Ist der Gewaltgrad so hoch, dass das Publikum das überhaupt nicht aushalten kann? Nein, natürlich nicht.

    Drei Tweets sind noch kein Trend

    Zum einen ist große Vorsicht und Skepsis angebracht, wenn in Überschriften der Eindruck erweckt wird, „Joker“ würde für Massenflucht aus den Kinosälen sorgen, als „Beweis“ dafür dann aber nur drei Tweets eingebettet werden, in denen Zuschauer berichten, dass sie das Kino (aus sehr unterschiedlichen Gründen!) verlassen hätten.

    Wie immer gilt also: Ein paar vereinzelte Wortmeldungen in den sozialen Medien machen eben noch keine Hysterie – es ist also schlicht und ergreifend falsch, dass die US-Zuschauer massenhaft den Kinosaal verlassen hätten.

    Starke Zahlen für "Joker"

    Ganz im Gegenteil: In den USA spielte „Joker“ am Startwochenende die Rekordsumme von 96 Millionen Dollar ein. Wenn der Film wirklich so unfassbar brutal und verstörend wäre, wäre das Einspielergebnis kaum so hoch ausgefallen. Denn das hätte sich wohl schon während des ersten Wochenendes rumgesprochen.

    Und das „Joker“ nicht alle Zuschauer restlos verstört haben kann, beweisen auch andere Zahlen: „Joker“ hat in den USA den CinemaScore B+ erhalten. Für diesen Score werden Zuschauer in vielen großen Städten der USA direkt nach der Vorstellung befragt. Anders als bei Film-Communities wie der IMDb oder auch Filmstarts sind also auch Zuschauer darunter, die sich nicht täglich mit dem Thema Film beschäftigen.

    B+ (entspricht einer 2+ in Deutschland) ist bei weitem kein überragendes Ergebnis, „Joker“ ist also kein gefälliger, harmloser Blockbuster. Ein verstörender Publikumsschocker, der das Publikum vor den Kopf stößt, sieht aber auch anders aus (der meisterhafte, aber eben auch schwer verdauliche Horrorfilm „Hereditary“ erhielt etwa ein D+, also eine 4+).

    Viel Lärm um nichts

    Auch die Branchenexperten von Deadline kommen zu dem Schluss, dass an der Aufregung um „Joker“ nichts dran ist: „Zieht man das die Erwartungen übertreffende Einspielergebnis und die soliden Ausgangsbefragungen heran, dann widerspricht das den anekdotischen Berichten von ‚Publikumsflucht überall auf der Welt‘ oder Geldeinbußen wegen Sicherheitsbedenken.“

    Ein anderes großes Aufreger-Thema, nämlich die Angst vor möglichen Anschlägen oder Amokläufen in den USA, hat also ebenfalls keine wirklichen Auswirkungen auf den Erfolg von„Joker“ gehabt – und auch nicht massenweise Zuschauer von den Kinos ferngehalten.

    Wie brutal ist "Joker" denn nun wirklich?

    Wir haben den DC-Film bereits bei der Weltpremiere in Venedig sowie später bei der deutschen Pressevorführung gesehen und können uns der Einschätzung der FSK in Deutschland eigentlich nur voll und ganz anschließen: Eine Freigabe ab 16 Jahren empfinden wir als angemessen.

    Denn streng genommen gibt es in „Joker“ nur zwei Gewaltspitzen, die zwar im Vergleich zu anderen Superheldenfilmen sehr blutig und ernsthaft ausfallen, auf die Gesamtlaufzeit von zwei Stunden und zwei Minuten allerdings auch ziemlich weit verteilt sind. Welche das sind, wollen wir aus Spoiler-Gründen hier nicht verraten.

    „Joker“ läuft seit dem 10. Oktober 2019 in den deutschen Kinos.

    "Joker" ohne DCEU: Warum sich das Experiment jetzt schon gelohnt hat

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    Kommentare
    • Deliah C. Darhk
      Meine Mutter ist Britin. Du würdest dich wundern, was man so alles auf eine Pizza packen kann - bevor man sie dann frittiert. 😔Mayo war auch schon dabei .... 😝 😢Btw Langusten sind auch Meeresfrüchte, aber die gehören - besonders wenn sie cholerisch sind - nicht ins Meer, sondern in Kommentarsektionen! ^^
    • Bluegrass
      Also wirklich! 1. Mayonnaise ist beste Erfindung in der Menschheitsgeschichte und die tut man auch nich auf ne pizza. Und Ananas gehört da schon gar nich drauf. 2. Meeresfrüchte gehören ins Meer. Nich auf Teig. 3. Knoblauch geht immer :D
    • Deliah C. Darhk
      Hallo!?Eine Hälfte Hawaii, die andere Meeresfrüchte und Knoblauch!Sonst ist sie Pizza ja so langweilig wie der Film!;P
    • Bluegrass
      Aber nur ne Margherita!
    • Gravur51
      Es ist wohl einfach die einzige aufmerksamkeit die er kriegt.
    • Cholerische Languste
      Sein Getrolle ist einfach so unaussprechlich unlustig.
    • Bruce Wayne
      Sie reicht nicht nur nah an die Joker-Persona ran, sondern verkörpert die essentiellen Charakterzüge der Figur. Es ist der Joker. Dieses in gewisser Weise romantisierte Bild des Jokers, welches häufig in Comics und anderen Medien vorkommt, wurde hier allerdings nicht dargestellt.
    • Mordru
      Ich glaube aber auch nicht dass er meint dass er planlos vorgeht wenn er sagt dass er keinen Plan hat. Er meint damit eher den großen Plan bzw. die Spielregeln der Gesellschaft vor allem zwischen Justiz und organisiertem Verbrechen der auch von anderen im Laufe des Films immer wieder vorgebracht wird. Er macht mehr als einmal deutlich dass er bewusst handelt und ein klares Ziel hat.Und dennoch würde ich sagen dass Ledger die realistischste Version des Joker ist. Joker ist eine larger than Life Figur die hier so realistisch wie möglich dargestellt wurde während Phoenix eine realistische Figur spielt die so nah wie möglich an die Joker Persona heranreicht.
    • WhiteNightFalcon
      Das ist nun wirklich einer der dusseligsten Kommentare von dir. KEINE Filmwebsite veröffentlicht Kritiken, die Gesetz sind. Die eigene Meinungsbildung ist das Ultimative.
    • Bluegrass
      Du hast extrem lange und extrem laut telefoniert...was kann ich sagen...Außer ich mag eh kein Popcorn 😲
    • Deliah C. Darhk
      Tüte!?! 8-O
    • Bruce Wayne
      Nun ja, die Persona des Jokers, ist ja auch alles was Arthur letztlich bleibt. Seine Vergangenheit und letzter Rest Familie ist eine Lüge, wie wir erfahren. Seine Freunde und Beziehungen sind imaginär Sein Glauben an die Gesellschaft ist verloren. In verzerrter Weise macht es Sinn, sich in das Einzige zu flüchten, was noch eine feste Konstante in seinem Leben darstellt - die Kunstfigur des Jokers.
    • Bruce Wayne
      So oder so ist es viel zu rational geplantes Chaos (und damit eigentlich bereits paradox), für eine Figur die angeblich komplett außer Kontrolle ist. Das ist aber doch gerade das Schöne an der TDK Version des Jokers. Er manipuliert und nutzt ein Gefilde aus Lügen, um seine Ziele durchzusetzen. Er ist ein Stratege und plant diese Events. Im Grunde ist er ein Heuchler, und genau das ist Teil seines Charakters. Der Phoenix Joker hingegen ist genau das, wofür das Konzept des Jokers immer gehandelt wird: Ein Mann ohne Plan, ohne irgendeinen Glauben oder Moral. Eben auch eine Person mit nichts zu verlieren. Genau deshalb fand ich Phoenix' Version dermaßen interessant. Er stellt genau die Elemente dar, welche den Joker ausmachen, aber ist dennoch in gewisser Weise realitätsnah inszeniert.
    • Bluegrass
      Froh das ich helfen konnte! Sei bitte nich so streng zu ihm. Bei ner kompletten Tüte Popcorn im rückenauschnitt würd jeder diese Frage stellen 😅
    • Deliah C. Darhk
      Kaputze? Das war mein Rückenausschnitt!Dann war das Popcorn also von Dir? Ich dachte, ich hätte beim Futtern irgendwie meinen Mund verfehlt.Und mein Mann meinte als ich nach Hause kam noch so: Na, gefressen wie 'ne Wildsau .... ?Jetzt schuldet der mir aber was dafür!Also, .....Danke :D😉
    • Mordru
      Er müsste gar kein Mastermind werden, das hätte nicht wirklich gepasst. Es ist eher das Auftreten, der Joker nicht als echte Figur sondern als großer Showact. Und dann am Ende wenn er die Kamera ausmacht den Film einfach enden lassen mit diesen Bildern im Kopf, dadurch bleibt das Bild einer Larger than Life Figur im Kopf des Zuschauers ohne dass Arthur in irgendwelche urealistischen Gefilde wandern müsste
    • Mordru
      Das ist wahr aber z.b. Rachel zu entführen war sicher kein Teil eines von vorne bis hinten durchgeplanten Masterplanes. Er wollte Dent im Hochhaus ausschalten, was fehlschlug, dabei hat er bemerkt dass Rachel für Batman wichtig ist und hat das wiederum ausgenutzt.Und das mit der Bombe, naja das war ein Plan aber wenn man bedenkt dass er mit der Mafia zusammenarbeitet und diese auch Leute bei der Polizei hat ist es auch nicht so schwer den Kerl da reinzukriegen.Ich sage nicht dass der TDK Joker völlig willkürlich handelt aber den einen Masterplan hatte er auch nicht.
    • Bruce Wayne
      Setting war super inszeniert, muss ich zustimmen. Generell ist die Cinematographie extrem konsequent und atmosphärisch. Ich finde aber gerade die Tatsache, dass der Joker selbst im Finale noch offensichtlich unkontrolliert und in gewisser Weise planlos wirkte, sehr authentisch. Es wurde nie zu dem larger than life Mastermind, welches normalerwiese porträtiert wurde. Diesen kreativen Ansatz fand ich nicht nur ansprechend, sondern auch passend zum realistischen Kontext der Geschichte. Und die selbstinszenatorische Art der Figur schien doch auch durch. Ganz ehrlich: Sein Auftritt in der Tonight Show war dermaßen Joker-esque, dass es mich in manchen Momenten wirklich verstört hat.
    • Bluegrass
      Sieht so aus. Ich hätte schwören können, dass mind. 1 Popcorn dein Kopf gestreift hat. Bin aber auch ein schlechter Werfer. Nachdem die Tüte leer (wenigstens was in deiner Kapuze gelandet?) war bin ich in der Tat eingeschlafen; war erkältet, dann schnarch ich. Dafür auch sorry 😅
    • Bruce Wayne
      Sehr viele Dinge waren von langer Hand geplant ^^ Allein schon die Tatsache dass er 2 seiner Männer damit beauftragte Harvey Dent und Rachel Dawes zu entführen, falls sein Plan schief gehen sollte (er hat also sogar für den Fall der Fälle vorgeplant) UND eine lebende Bombe in exakt das Gefängnis einliefern zu lassen, in welchem er einsaß, ist schon sehr durchgeplant. Der Joker spricht zwar immer darüber, dass er dem Chaos dient und keinerlei Plan besitzt, aber das ist im Grunde eine Lüge. Der Joker ist eben ein notorischer Lügner.
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