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    "Face/Off"-Remake: Ist der Autor der Neuverfilmung dem Action-Hit gewachsen?
    Von Martin Ramm — 11.10.2019 um 16:30
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    John Woos Actioner „Face/Off - Im Körper des Feindes“ bekommt ein Remake. Das Original begeistert durch das ausgelassene Spiel von John Travolta und Nicolas Cage als erbitterte Erzfeinde. Bei der Neuauflage hängt nun viel von Autor Oren Uziel ab.

    Touchstone Pictures

    Der legendäre Action-Kracher „Face/Off“ – in Deutschland „Im Körper des Feindes“ – wird neu verfilmt. Der eigensinnige Actionfilm von John Woo mit John Travolta und Nicolas Cage in den Hauptrollen genießt bei Liebhabern des 90er-Jahre-Kinos anhaltende Beliebtheit – und bekam in der FILMSTARTS-Kritik satte 4,5 von 5 Sterne!

    Leider ist der Stand der Informationen zum Remake noch recht dürftig. Wir wissen genau zwei Dinge: Mit Neal Moritz ist der Produzent an Bord, der unter anderem die „The Fast And The Furious“-Reihe auf den Erfolgsweg brachte. Und Oren Uziel steht als Drehbuchautor fest. Ein Blick auf sein bisheriges Schaffen könnte zumindest einen ersten zarten Hinweis darauf geben, in welche Richtung die Neuinterpretation des modernen Action-Klassikers gehen könnte...

    Wer ist der Autor des "Face/Off"-Facelifts?

    Auf den ersten Blick scheint Oren Uziel eine unerwartete Wahl für ein Remake von „Face/Off“ zu sein. Schließlich ist er allem voran für den klamaukigen „22 Jump Street“ bekannt, den er gemeinam mit Michael Bacall und Rodney Rothman schrieb. In den Lauf kam seine Drehbuchkarriere aber, nachdem er sich mit der 8-minütigen Videospielverfilmung „Mortal Kombat: Rebirth“ und später mit dem Skript zu einer Folge der darauffolgenden Web-Serie „Mortal Kombat: Legacy“ seine Sporen im Fach verdiente.

    Der Wechsel von „Mortal Kombat“ zum irrwitzigen „22 Jump Street“ und der anschließenden Horror-Komödie „Freaks Of Nature“ mutet erst einmal wie ein gewagter Spagat an, macht aber auch klar: Oren Uziel hat sowohl im Humoristischen als auch im Action-Fach klare Kompetenzen und weiß auch, diese zu kombinieren.

    Touchstone Pictures
    Face down in "Face/Off": John Travolta auf Nicolas Cage

    Zuletzt steuerte Uziel, der mit „Shimmer Lake“ zwischenzeitlich auch sein Regie-Debüt ablieferte, zudem die Drehbücher zum Netflix-Sci-Fi-Thriller „The Cloverfield Paradox“ und der kommenden „Sonic The Hedgehog“-Verfilmung bei. Aktuell wird er darüber hinaus als Autor des geplanten „Supergirl“-Films und des Sequels „Detective Pikachu 2“ gelistet. Das zeigt, wie groß das Vertrauen ist, dass man in Hollywood gerade in den Mann hat, aber auch, dass er offenbar vielfältige Visionen besitzt, um aus bestehendem Stoff etwas Neues zu erschaffen.

    Zumindest auf dem Papier macht ihn das zu einem spannenden Autor für eine „Face/Off“-Erneuerung. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass der manische Grundton von „Face/Off“ beibehalten werden kann, ohne dass mit einem unoriginellen 1:1-Remake zu rechnen ist.  

    Große Fragen und etwas Hoffnung für das Action-Remake

    Die großen und noch offenen Fragen sind aber natürlich nach wie vor: Wer wird die Regie übernehmen? Und wer wird für die Hauptrollen gewonnen? Immerhin muss hier in verdammt große Fußabdrücke getreten werden: John Woo ist spätestens seit dem von ihm ins Leben gerufenen „Heroic Bloodshed“-Genre ein Meister der Action mit absurden Elementen. Und John Travolta und Nicolas Cage ergeben ohne Frage eine Paarung, der man nur sehr schwer das Wasser reichen kann.

    Bis dato lässt sich demnach nur vorsichtig optimistisch sagen: Mit Oren Uziel als Autor, der seine Projekte ernst nimmt und Vielfalt unter Beweis stellte (ob man seine Filme nun mochte oder nicht), könnten die Zeichen für ein gelungenes Remake schlechter stehen. 

    Wer die Erinnerungen an den originalen Film auffrischen möchte, kann das übrigens mal wieder im Fernsehen tun: „Face/Off - Im Körper des Feindes“ läuft am heutigen 11. Oktober 2019 um 20.15 Uhr auf RTL II.

    "John Wick"-Spin-off "Ballerina": Action-Spezialist übernimmt die Regie

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    Kommentare
    • TheFog
      Der Film funktionierte hauptsächlich über die beiden Stars, die hier beide eine absolute Wucht waren. Die Geschichte ist ja wenn man ehrlich ist ziemlich weit hergeholt und äußerst unglaubwürdig. Woo hat es aber geschafft, dessen Killer, A better tomorrow und Hard Boiled für mich bei den Best Of Action movie lists noch vor T2 auf Platz 2, 3 und 4 stehen. Platz 1 ist Die Hard, was sonst?)Und da man in einem Remake wie immer 2 gesichtslose Young Stars an den Start bringen wird, wo eigentlich echtes Charisma und echte Kultstars benötgt werden, kann man von einem entäuschenden Totalausfall ausgehen. Traurig. Ich tippe auf eine der Hemsworth-Grinsekatzen und Chris Pratt. Prost Mahlzeit..Wenn dann bitte mit DeCaprio gegen Pitt oder Bale gegen Hardy)
    • FilmFan
      Ich kam damals enttäuscht aus dem Kino. Die Handlung lachhaft, die Action kein Meilenstein. Und Travolta und Cage fehlbesetzt.Für ein Remake sehe ich schwarz. Es sei denn die besetzen zwei Frauen in den Hauptrollen.
    • Sentenza93
      Diese 90er-Jahre-Magie kann man nicht mehr replizieren. Bei dem Film stimmte einfach alles. Richtige Zeit, richtiger Ort, die richtigen Leute vor und hinter Kamera...
    • WhiteNightFalcon
      Lasst es! Wie etwa auch Point Break-Gefährliche Brandung, hat Face/Off eine ganz eigene Atmosphäre und Dynamik. Und wir wissen fast alle, was im Point Break-Remake davon übrig blieb...nichts! 😖
    • Dennis Beck
      Von Anfang an: Nein, lasst es! Nach dieser Nachricht: Krass, habt ihr einen Schaden! Aber gewisse Leute in Hollywood denken nur an Money und pfeifen auf Qualität. Möchte gerne wissen, wer auf das hier wartet. Ich für meinen Teil warte auf den unvermeidlichen Trailer, bestimmt zum Schreien dämlich.
    • greekfreak
      Kein Nic Cage,kein Travolta und vor allem KEIN JOHN WOO auf dem Regiestuhl.Ich darf Donnie Brasco zitieren.FUGGETABOUTIT!!!
    • Matthias@VorfreudeaufFilm
      Gerade die beiden Hauptdarsteller machen diesen Film zu dem was er ist: Ein Kultfilm des Actiongenres. Zu 99% bekommt man diese Atmosphäre nicht wieder so hin. Und dieses eine Prozent hätte man auch unter einem anderen Namen versuchen können. Hier wird mir wieder klar, dass man sich umso mehr über diese ganzen Remakes, Reboots und Recycling-Systeme auftregt, umso mehr man das Original gemocht hat. Ich könnte jetzt wirklich einen ganzen Roman schreiben...Ich habe nichts gegen Fortsetzungen. Teilweise liebe ich Fortsetzungen, weil ich es einfach mag, wenn eine Filmbesetzung, die mir ans Herz gewachsen ist, ihre Reise fortsetzt. Da muss für mich nicht einmal in jedem Teil eine Charakterentwicklung stattfinden(die von Luke in Episode 8 war ja auch sooo grandios), es reicht schon, wenn die liebgewonnenen Charaktere Teil einer guten Geschichte sind. Das mag ich und das mag ich auch an Serien. Man kann natürlich auch die Charakter sich entwickeln lassen oder verändern, wenn man dabei dem Kern des Films nicht gegen den Kopf stößt. Aber wieso so einen rundum gelungenen Action-Klassiker wiederholen? Die Chemie war perfekt und die Story war abgeschlossen. Entweder wird man wird mit dem Projekt versagen oder man wird dem Vorgänger nicht gerecht und könnte sich dann gleich einen eigenen Titel überlegen. Und wenn Geld - wie ja eigentlich immer - die Motivation sein soll, dann sorry, aber die Generation, die diesen Film geliebt hat, locken die so nicht massenweise ins Kino. Glaube ich zumindest.
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