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    Ist "Joker" ein gefährlicher Film? Joaquin Phoenix hat eine Antwort für alle Kritiker parat
    Von Julius Vietzen — 17.11.2019 um 16:00
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    „Joker“ machte vor allem vor dem Kinostart Schlagzeilen wegen Sicherheitsbedenken und Angst vor Nachahmungstätern. Hauptdarsteller Joaquin Phoenix erklärte nun, warum er sich aus der Debatte raushielt und was er allgemein von ihr hält.

    2019 Warner Bros. Entertainment Inc. All Rights Reserved. TM & © DC Comics / Niko Tavernise

    In „Joker“ erzählt Regisseur Todd Phillips die Geschichte eines vom Schicksal gebeutelten und von der Gesellschaft herumgeschubsten Außenseiters, der irgendwann durchdreht und sich mit blutiger Gewalt an denen rächt, die ihm Unrecht angetan haben.

    So jedenfalls könnte man „Joker“ ziemlich überspitzt und vereinfachend zusammenfassen. Und weil der DC-Film scheinbar einen Amokläufer und Gewalttäter als Helden darstellt, mit dem man Mitgefühl hat, häuften sich im Vorfeld des Kinostarts die Bedenken, dass „Joker“ Nachahmungstäter inspirieren könnte – vor allem in den ohnehin schon von ständigen Gewalttaten geplagten USA.

    Warum sich Joaquin Phoenix bislang rausgehalten hat

    Natürlich wurden Phillips und sein Hauptdarsteller Joaquin Phoenix ebenfalls auf dieses Thema angesprochen, was in zumindest einem dokumentierten Fall dafür sorgte, dass Phoenix aus einem Interview flüchtete und sich erst nach einer Stunde bereiterklärte, das Gespräch fortzusetzen.

    In einem Interview mit der Los Angeles Times enthüllte Phoenix nun, was ihm damals durch den Kopf ging und verteidigte „Joker“ mit deutlichen Worten gegen die Vorwürfe.

    Seine eigenen Recherchen zu dem Thema hätten nämlich ergeben, dass Aufmerksamkeit und Berichte in den Medien viel eher Menschen zu Gewalttaten inspirieren als Filme über fiktionale Figuren, so Phoenix. „Ich war in einer unglücklichen Position, denn ich dachte: ‚Ich kann nicht darüber sprechen, denn das ist genau das, was womöglich ein Teil des Problems ist. Genau das sollte man nicht tun.‘“

    Viel Lärm um Nichts

    Doch schlussendlich stellten sich die Befürchtungen sowieso als weitestgehend grundlos heraus. Stattdessen, so berichtet Phoenix, habe er E-Mails von Menschen erhalten, die ihm erzählen, dass sie psychische Erkrankungen wie Schizophrenie nach dem Film mit anderen Augen wahrnehmen würden.

    „Schlussendlich geht es in dem Film um die Macht der Freundlichkeit und den Mangel an Empathie in der Welt – und das ist offenbar auch bei den Zuschauern angekommen. Es ist erstaunlich, dass ein Film, der angeblich – wie manche Leute geschrieben haben – Massenchaos inspirieren würde, in Wahrheit einfach nur ein paar Leute dazu inspiriert hat, Treppen hinunter zu tanzen.“

    „Joker“ läuft seit dem 10. Oktober 2019 in den deutschen Kinos.

    "Joker": Bei diesen Szenen improvisierte Joaquin Phoenix am Set

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