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    "The Irishman": So wurde Scorsese überzeugt, Robert de Niro zu verjüngen
    Von Jan Felix Wuttig — 04.12.2019 um 11:19
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    Für Martin Scorseses „Irishman“ wurden u. a. Robert de Niro und Joe Pesci in vielen Szenen digital verjüngt, was schon vor Kinostart für Diskussionen sorgte. Scorsese erklärte jetzt, wie er sich zum Einsatz der umstrittenen Technik überzeugen ließ.

    Netflix

    Es gibt mehrere Gründe, warum „The Irishman“ einer der wichtigsten Filme des Jahres 2019 ist. Zunächst einmal handelt es sich unserer Meinung nach um einen „saustarken“ Film. Mit Martin ScorseseJoe Pesci und Robert De Niro kehrt hier ein gefeiertes Dreigestirn der Filmgeschichte für einen Gangsterfilm zurück.

    Und mit dem Einsatz digitaler Verjüngungstechnik trägt „The Irishman“ zu einer großen Diskussion übers gegenwärtige Kino bei.

    Die Technik, Schauspieler teils um Jahrzehnte jünger zu machen, sorgte bereits bei „Rogue One: A Star Wars Story“ und zuletzt „Gemini Man“ für Debatten. Regisseur Martin Scorsese erklärte jetzt, wie er sich für den Einsatz der CGI-Technik entschied. Im Netflix-Special „The Irishman: In Coversation“ führt er aus, dass er für einen jungen Robert De Niro / Frank Sheeran schlicht keinen anderen Schauspieler einsetzen wollte (wir haben die Originalaussagen übersetzt, anstatt die deutschen Untertitel zu nehmen):

    „Im Grunde hätten alle Flashbacks – und das ist für Robert [De Niro] fast die Hälfte des Films – von jüngeren Schauspielern gespielt werden müssen. Da sagte ich mir: ‚Was mache ich jetzt? Muss ich das denen dann etwa alles erklären?‘“

    Demnach zog Scorsese das über lange Jahre gereifte Zusammenspiel zwischen ihm und De Niro der Einarbeitung jüngerer Darsteller vor – was aber natürlich die Frage aufwarf, wie man einen Mann über 70 als Mittdreißiger zeigen kann.

    "Keine Tennisbälle" für Joe Pesci und Robert De Niro

    Die Idee der CGI-Verjüngung kam dann vom „Visual Effects“-Beauftragten des Films, Pablo Helman. Regisseur Scorsese reagierte zuerst nicht begeistert: „Ich sagte: ‚Ja, ich habe davon gehört. Die machen das in ‚Star Wars‘ und diesen ganzen Effekt-Filmen.‘“ Interesse hatte Scorsese erst, als ihm Helman offenbarte, dass die eingesetzte Technik neu sei. Es blieben allerdings Zweifel, ob sich die Technik nicht auf das Schauspiel zwischen Robert De Niro und Joe Pesci auswirken würde:

    „Das Problem ist, dass [Pesci / De Niro] in diesen Szenen miteinander reden sollten und dann haben sie diese Tennisbälle im Gesicht. Ich denke, da verliert das Schauspiel.“ Scorsese spricht damit die ballförmigen Markierungen an, die Schauspieler für die CGI-Übertragung am Körper tragen. Glücklicherweise verfügte Helman über eine neue Technik, die auf unsichtbaren Markierungen basierte. „Ich sagte, ‚Komm wieder, wenn es keine Tennisbälle mehr gibt‘ – und er kam wieder.“

    Oscar für die besten Effekte?

    Auch wenn die digitale Verjüngung von De Niro und Pesci nicht jedermanns Sache sein mag, verdient die technische Innovation dahinter Anerkennung. Dieser Meinung ist offenbar auch die Academy of Motion Pictures Arts and Sciences, die die Oscars vergibt: Auf deren Shortlist ist „The Irishman“ jetzt mit 19 anderen Filmen – etwa „Avengers 4: Endgame“ und „Der König der Löwen“ – im Rennen um den Oscar für die besten visuellen Effekte. Vor einer möglichen Auszeichnung müsste es „Irishman“ aber zunächst unter die Nominierten schaffen.

    "The Irishman": Martin Scorsese erteilt euch Handyverbot

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    Kommentare
    • lex s
      Da stimme ich dir sowas von zu! Ich habe nach Irishman, ne menge Robert De Niro und Al Pacino Filme gesichtet um heraus zufinden was mich an der De-aging Kiste so dermaßen gestört hat. Körperhaltung und Bewegungen sind durchgehend die eines alten Mannes. Wenn man mal vergleicht wie Robert De Niro z.B. in Goodfellas die Leute vermöbelt oder in Kap der Angst agiert und dann die Nummer mit dem Ladenbesitzer in Irishman betrachtet, sieht man das richtig gut. Bei Al Pacino ist das genauso, Bewegungen und Körperhaltung, durchgehend von nem alten Mann. Dann der Mund von De Niro, der sieht in jedem Alter bei Irishman gleich aus, schmale Lippen und runtergezogene Mundwinkel, dazu kommt der Ausdruckslose Blick. Im Grunde war das kein De-aging sondern ein De-wrinkling! Bei Pesci hats allerdings irgendwie gepasst, was wohl daran liegt das sie ihn nicht so jung gemacht haben wie die anderen beiden Jungs. Trotzdem mag ich den Film!
    • greekfreak
      Ist O.K. ich hatte wieder 2 Tage Probleme mit Disqus bzw. FS hat irgendwas mit ihrer Seite angestellt.Inzwischen funkt. wieder alles.
    • Sentenza93
      Welchen? 😊
    • niman7
      Da seit ihr aber etwas spät dran. Das tolle Interview, bei dem auch Pacino dabei ist, kann man sich bereits seit letzter Woche auf Netflix anschauen.Die Kommentare von Pesci zu den Dreharbeiten waren grandios.
    • Erik B.
      Nach Gemni Man und Irishman kann ich diese Verjüngungskur nicht mehr sehen. Die Technologie ist einfach noch nicht soweit. Es sieht bizarr aus. Versucht es in 20 Jahren nochmal.
    • Bond, James Bond
      Ich fand die blauen Augen für Frank Sheeran Kacke.Ehrlich, bei Olivia Coleman in ihrer Rolle als Elizabeth II. sagt Netflix, dass blaue Augen unnatürlich bei Coleman aussehen und lassen Sie mit ihren natürlich braunen Augen agieren.Aber Robert De Niro wird so eine blöde blaue Augenfarbe verpasst. Das wirkte auch mich eher befremdlich als die restliche Verjüngung.
    • greekfreak
      100% Zustimmung.Btw. kannste meinen Kommentar sehen?
    • Sentenza93
      Manchmal sind Make-up oder jüngere Darsteller tatsächlich besser. Toller Film, aber die Verjüngungskur sah teilweise doch etwas zu glatt aus.
    • greekfreak
      Ich muss sagen,Scorcese hätte besser auf junge Darsteller setzten sollen denn das ganze sah stellenweise bizzar aus.Deniro´s Gesicht sah aus,als hätte er gerade eine Art Botox-Kur hinter sich,aber seine Bewegungen waren immer noch die eines 70-jährigen.
    • Defence
      Definitiv.Auch einer der Gründe, warum ich die Marketingkampagne von Gemini Man doch ziemlich bescheuert fand, mich das ganze null im Vorfeld abholen konnte, zumal man ja gefühlt nur noch auf den technischen Aspekt hingewiesen hat (und der nebenbei bei weitem nicht so überragend in Teilen zumindest war, wie suggeriert wurde. Der CGI Smith war viel zu häufig für meinen Geschmack als solcher wahrnehmbar, auch durch teilweise unnatürliche Bewegungen u.ä.)
    • Gravur51
      Die besten effekte sind die die man nicht mehr wahrnimmt.
    • Defence
      So sehr das CGI, die Verjüngungstechnik auch Thema ist, aber als ich The Irishman gesehen habe, habe ich irgendwie absolut keinen bewußten Gedanken daran gehabt. Nie darüber nachgedacht Wow, ist das gelungen o. ne, sieht nicht so pralle aus.Irgendwie schon kurios, wenn ich darüber nachdenke, da ich die Resultate ja auch gesehen habe.Spricht imo schon für den Film, wenn ganz andere Dinge eine Rolle spielen, man gefesselt von Story usw ist und das ganze fast schon so unauffällig von statten gehen kann, ohne das, zumindest ich, da wirklich drüber nachdenken mußte^^
    • RonGee
      Naja, einer der Filme wird in der Kategorie vertreten sein :D
    • Darklight ..
      Was für eine Ironie wäre das... am Ende befanden sich The Irishman und die Mutter aller Marvel Filme Endgame im Rennen um denselben OSCAR!Das wäre cool, jedenfalls wenn diese Kategorie nicht Best Picture heißt...😎😊😋
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