Schnell-Bewerter
Mein FILMSTARTS
    "Star Wars": John Boyega kritisiert Disney
    Von Björn Becher — 02.09.2020 um 19:10
    facebook Tweet

    Bei den Black-Lives-Matter-Bewegungen hat John Boyega gezeigt, dass er kein Blatt vor den Mund nimmt. In einem neuen Interview beweist er dies erneut – und kritisiert unter anderem Disney wegen des Umgangs mit seiner Figur in „Star Wars“.

    Walt Disney

    Schon in der Vergangenheit hat John Boyega klar gemacht, dass die Rolle als Finn in der neuen „Star Wars“-Trilogie zwar ein enormer Karriereschub für ihn war, er aber nicht mit allem glücklich ist, was daraus resultierte – vor allem nicht mit Disneys Umgang mit seinem Part.

    Dies konkretisiert er nun in der Titelstory des Magazins GQ so deutlich wie noch nie. Unter anderem kritisert er Disney dafür, was aus seiner Figur Finn gemacht wurde. J.J. Abrams verteidigt er allerdings. Daneben spricht er auch noch über die massive Ablehnung durch einige „Fans“ nur wegen seiner Hautfarbe.

    Disneys Fokus auf den weißen Figuren

    Es wird deutlich, dass John Boyega nicht unbedingt nachtreten will, zeigt er doch durchaus Verständnis dafür, dass sich Projekte auch in Richtungen entwickeln, die man nicht unbedingt mag. Doch „ich würde Disney sagen: Bringt keine Schwarze Figur heraus, vermarktet sie, als wäre sie viel wichtiger im Franchise, als sie ist, und drängt sie dann an die Seite“, kritisiert er die Rolle von Finn, die in „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ (und speziell im ersten Trailer) noch so wichtig erschien und in „Star Wars: Der Aufstieg Skywalkers“ endgültig zur Nebenfigur wurde.

    Er sieht sich da nicht als Einzelfall, sondern auch andere People Of Color im Cast hätten nur sehr kleine Rollen bekommen oder ihre Rollen wären kleiner geworden – wie bei Naomi AckieKelly Marie Tran und sogar Oscar Isaac. Bei Daisy Ridley und Adam Driver hätte Disney dagegen etwas mit den Figuren angefangen.

    Keine Kritik an Co-Stars und an J.J. Abrams

    „Sie gaben alle Nuancen zu Adam Driver, alle Nuancen zu Daisy Ridley“, bemängelt Boyega, der dabei aber keine Kritik an seinen Co-Stars äußern will: „Daisy weiß das, Adam weiß das. Jeder weiß das. Ich enthülle hier nichts!“

    J.J. Abrams nimmt er sogar ganz ausdrücklich von der Kritik aus und fordert sogar: „Lasst meinen Jungen in Ruhe. Er sollte eigentlich nicht mal zurückkehren und versuchen, euren Scheiß zu retten!“ Seine Kritik richtet sich wohl eher gegen Disney wie auch gegen „Star Wars 8“-Regisseur Rian Johnson, den er aber nicht ausdrücklich erwähnt.

    Boyegas Kommentar zu rassistischen "Fans"

    Unabhängig von der Kritik spricht John Boyega auch in großer Ausführlichkeit über rassistische Kommentare von „Fans“, die ihm nach seiner Besetzung als Sturmtruppler für „Star Wars“ entgegenschlugen. Nachdem er in der Vergangenheit eher versuchte, dies abzutun, zeigt sich dabei, wie sehr ihm das wohl durchaus zusetzte.

    „Ich war das einzige Cast-Mitglied, das basierend auf der Rasse eine ganz eigene Erfahrung mit dem Franchise hat“, erklärt er und führt aus, dass bei niemandem sonst aus der Besetzung die Leute sagten, dass sie den Film nur wegen ihm boykottieren werden. Und niemand sonst bekam Todesdrohungen in seinen Instagram- und Social-Media-Nachrichten, weil ein Schwarzer kein Sturmtruppler sein dürfe.

    John Boyegas klare Worte in der Titelstory von GQ dürften für Aufsehen sorgen, gehen sie doch deutlich über reine Kritik an Disney dafür, dass seine Figur an den Rand gedrängt wurde, hinaus. Er macht deutlich, dass es in der Hollywood-Branche immer noch keinen gleichberechtigten Umgang mit Schwarzen Stars im Blockbuster-Kino gibt.

    Dabei wird auch klar, dass Boyega im Gegensatz zu seinen Karriereanfängen nun nicht mehr die Klappe halten will, wenn ihm Missstände sauer aufstoßen – selbst wenn es ihn Rollen kosten sollte.

    Aktuell kann sich der Star aber nicht beschweren. Als Nächstes erscheint mit ihm erst einmal die Mini-Serie „Small Axe“ von Steve McQueen („Shame“, „12 Years A Slave“), die im September das renommierte New York Film Festival sogar eröffnen wird und anschließend zu TV-Sendern kommt. Fürs Kino hat er bereits den Thriller „Naked Singularity“ abedreht und hat mehrere Projekte in Vorbereitung.

    facebook Tweet
    Ähnliche Nachrichten
    Das könnte dich auch interessieren
    Kommentare
    • DER Dunkle Lord
      Wenn er das 'Weiße gegen Schwarze'-Ding selbst fortführt, ist er nicht besser als alle Nazis dieser Welt.Gut erkannt.
    • DER Dunkle Lord
      Sei Dir mal nicht so sicher, dass das passieren wird.Eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus.Denk dran, wie Hamill sich regelmäßig ungefragt politisch positioniert.Hamill scheint mir absolut zwiegespalten zu sein, da er einerseits hasst, was Rian Johnson aus Luke gemacht hat, aber andererseits 100%ig die politische Ideologie unterstützt, auf die Johnson's Storywriting und sein Umgang mit Luke als Figur zurückzuführen sind.
    • DER Dunkle Lord
      Die Revolution frisst ihre Kinder.
    • DER Dunkle Lord
      Boyega hat schon nicht unrecht. Seine Figur fing in Episode VII recht vielversprechend als desertierter Sturmtruppler an. In Episode VIII wurde er dann zu Rose Tico's ahnungslosem Sidekick degradiert, dem sie Vorträge über Tierschutz und Anti-Kapitalismus gehalten hat, und in Episode IX war er dann in der Tat nur noch der witzige Schwarze, der rumschreit und als Stichwortgeber für die anderen Figuren fungiert.Soetwas kommt dabei heraus, wenn Studios ihren primären Fokus auf representation und diversity legen, anstatt gut geschriebene Figuren mit kompetenten Schauspielern zu besetzen.Ich bezweifle übrigens keineswegs, dass Boyega ein guter Schauspieler ist, aber Finn ist keine gut geschriebene Figur, sondern ein Quotencharakter.Und Boyega wurde primär wegen seiner Hautfarbe engagiert und leider nicht wegen seines Könnens (das er zweifellos besitzt).Ich hoffe mal, dass die Leute irgendwann mal wieder alle vernünftig werden und begreifen, dass diese Aufteilung der Gesellschaft in Grüppchen schädlich ist, weil das Individuum dabei in den Hintergrund gerät und zum Spielball für Identitätspolitik degradiert wird.Linke Identitätspolitik ist genauso schädlich wie rechte Identitätspolitik, weil es der identische Schwachsinn ist, nur halt umgekehrt.
    • DER Dunkle Lord
      Die Revolution frisst ihre Kinder.
    • DER Dunkle Lord
      HA! :-D
    • DER Dunkle Lord
      Von George Floyd hat die ganze Welt erfahren. Über David Dorn, den schwarzen Polizisten, der von den friedlichen Protestlern ermordet wurde, hab ich im deutschen Fernsehen nicht einen einzigen Bericht gesehen.
    • DER Dunkle Lord
      Ach. Das ist ja wirklich zu komisch.Wenn wir uns seit Jahren darüber echauffieren, dass die neuen Charaktere in der Sequel-Trilogie als bloße Quotencharaktere dienen sollten, was eine Frechheit sowohl gegenüber den Star-Wars-Fans, als auch den Schauspielern selbst ist, dann sind wir toxische rechte Manbabies.Aber jetzt, da Herr Boyega das selbst bestätigt, ist es wohl auf einmal okay geworden, das offen zu kritisieren. Es scheint halt immer darauf anzukommen, wer etwas sagt.Frei nach der Logik: Wenn Zwei das Gleiche sagen, ist es noch lange nicht dasselbe.
    • Don Rumata
      Genau, Kelly Marie wurde vehement gedisst im Netz, meines Wissens weit mehr als Bodega, bei dem ich das gar nicht mitbekommen habe, wobei natürlich immer ein paar Rassisten ein paar Sprüche klopften, aber das ist ja immer so. Auch Daisy Ridley wurde angefeindet.Mir scheint, der Bodega kann nicht wirklich über den Tellerrand gucken.
    • Cineast & (Anti)FilmFan 2
      Bringt keine Schwarze Figur heraus, vermarktet sie, als wäre sie viel wichtiger im Franchise.Dann sollte Disney mal Arielle umbesetzen aber sofort den das geht ja auf keine (See)Kuhhaut.Überhaupt was hat Disney gegen rothaarige Mädchen Arielle, MJ (die garnicht MaryJane Watson ist) oder Hollywoood im allgemeinen. Bitte bitte führt Barbara Gordon nicht in The Batman ein. Dann wird wieder eine rothaarige verhunzt.Vorlagengetreu ist immer noch das beste wenn man sich daran hält würde sich auch keiner beschweren.
    • Dny K
      Die ganze Trilogie ist Rückblickend ziemlicher Mist. Also ich kann mehr negative als positive Aspekte benennen. Da fällt es schon fast gar nicht mehr auf wie schäbig mit Figuren umgegangen wurde, u.a. auch mit Luke, Han, Chewbacca und eben auch mit Poe und Finn. Und etwas mehr Mut hätte Disney gut getan, ich finde Finn und Poe hätten ein schwules Paar werden sollen, so wie die beiden sich angehimmelt haben, haben die ja quasi schon über die Luft rumgemacht.
    • Marki Mork
      Schon seltsam, ständig halten sie alle ihr Maul. Aber wenn ein paar tausend auf die Straße gehen um weiße zu töten, dann springen sie alle auf, die jungen weißen wie schwarzen Helden zwischen 12 und 30 Jahren .... und prügeln sogar die eigenen schwarzen Nachbarn zwischen 35 und 80 tot, nur weil sie sagen, das BLM eine Lüge ist und ihre Anführerin nur den Tod der Weißen will ....
    • Darklight ..
      Ohh... es ist schwierig, als Darklight weiß zu werden...; )Nein, ich weiß schon, was du meinst. Und ich habe aber schon mehrfach hier beschrieben, daß Abrams keinen guten Job mit VII gemacht hat. Also... beide Regisseure haben es definitiv verkackt. Wer nun mehr Schuld hatte, darüber kann man viel streiten. Ich wünschte, man hätte von Anfang an jemand Fähigeren beauftragt und Kennedy hätte dort keinen Job bekommen...
    • mrspock
      Und er kritisiert was aus seiner Figur gemacht wurde...da soll er froh sein wenn er sieht was aus allen Helden der Original-Trilogie gemacht wurde...die sind alle tot...mit diesen Figuren wurde Disney Star Wars ja beworben...und das nur um sehen wie sie alle sterben...in dümmlichen nicht durchdachten Sequels
    • mrspock
      Und wenn er davon faselt dass dunkelhäutige Menschen in Hollywood nicht gleichberechtigt seien, kann ich das nicht so wirklich glauben. Es gibt doch im Blockbuster Kino-Filme schon sehr lange dunkelhäutige Schauspieler als Hauptdarsteller wie zum Beispiel Eddie Murphy oder Will Smith....
    • mrspock
      Diese ganze Rassimus-Debatte ist nur noch nervig und führt zu nix. Durch die radikale und heuchlerische BLM- Bewegung haben Polizisten ihr Augenlicht verloren und Geschäfte wurden zerstört....
    • Jimmy v
      Aber statt ihn halt auch Anführer-Sachen machen zu lassen, führt er halt die kleine Gruppe rum. Was für die Figuren sicher gut war, da sie ja endlich erst als Gruppe auftreten durften, doch das eben viel zu spät.
    • Doom
      Finn und Poe bleiben durchaus Hauptfiguren in Episode 8. Sie haben nur nicht das interessanteste zu tun.
    • Doom
      Es wurde quasi aufgegriffen, da er am Ende des Films zum Anführer wird und in der Rolle verkackt.
    • Doom
      Außerdem war Lando im Endeffekt wichtiger, weil er in Episode 6 den zweiten Todesstern zerstört, wärend Finns größte Leistung in der ST war, Han und Chewie zu helfen, den Piloten zu helfen die Star-Killer-Basis zu zerstören.
    Kommentare anzeigen
    Back to Top