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    Wie wurde "Rampage"-Star Dwayne Johnson eigentlich zum erfolgreichsten Schauspieler des Planeten?
    Von Tobias Mayer — 13.09.2020 um 13:30
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    Wie wurde ein ehemaliger Wrestler, der als Scorpion King in „Die Mumie kehrt zurück“ seinen Kino-Einstand gab, zum Hollywood-Superstar? Die Erfolgsformel von Dwayne Johnson ist ziemlich offensichtlich – und sehr schwer zu kopieren.

    Warner Bros.

    Die Zeit der Filmstars ist vorbei, heißt es. Tatsächlich beweisen die Erfolge von Franchise-Filmen, dass Marken wichtiger geworden sind als Gesichter und Persönlichkeiten, wenn es um die Entscheidung eines Kinozuschauers geht, ein Ticket zu lösen. Aber mit Dwayne Johnson zeigt ausgerechnet ein ehemaliger Wrestler der versammelten Konkurrenz, wie man ohne Schauspiel-Ausbildung und mit einem Einstiegsalter von fast 30 zum bestbezahlten Schauspieler des Planeten aufsteigt.

    Das Wirtschaftsmagazin Forbes setzte Dwayne Johnson wie im Vorjahr auch 2020 an die Verdienst-Tabellenspitze der Männer. 87,5 Millionen Dollar nahm Johnson im Zeitraum Juni 2019 bis Juni 2020 ein, mehr als Ryan Reynolds (71,5) und Mark Wahlberg (58 Millionen). Wie er das geschafft hat? Mit einer einzigartigen Kombination aus Geschäftssinn, unermüdlicher Imagepflege und Charisma.

    Dwayne Johnson ist eine eigene Kino-Marke

    Die Tage, in denen er den eindimensionalen Kraftprotz spielte oder sich für Schrottfilme wie „Zahnfee auf Bewährung“ hergab, sind lange vorbei: Seit einigen Jahren hat sich Dwayne Johnson auf die Rolle des sympathischen Hünen festgelegt, gerne in familienfreundlichen Abenteuerfilmen wie „Jumanji: Willkommen im Dschungel“, Actionfilmen mit familienfreundlicher Botschaft wie „San Andreas“.

    Selbst wenn er in einem Film wie „Fast & Furious: Hobbs & Shaw“ mitspielt, der früher als „Männerkino“ bezeichnet worden wäre, werden auch dort Familienwerte transportiert (und wenn Johnsons Figur seinem Konkurrenten und Kumpel Jason Statham gegenüber ankündigt, dessen Schwester vernaschen zu wollen, dann betont er dabei, dass sie vorher ihre Zustimmung signalisieren muss).

    Johnson macht auch Netflix

    In einer Zeit, wo Marken alles sind im Kino, ist Johnson zu einer eigenen Marke geworden. Wenn er irgendwo mitspielt, wissen die Zuschauer, was sie bekommen. Aber er weiß natürlich, dass Streaming-Gigant Netflix derzeit die dicksten Schecks schreibt:

    Für seine Beteiligung am Agenten-Actioner „Red Notice“ allein soll er 23,5 Millionen Dollar bekommen haben. Und Johnson weiß, dass die Schauspielerei alleine nicht reicht, wenn es darum geht, das größte Vermögen anzuhäufen: Deswegen arbeitet er an vielen seiner Filmen auch als Produzent mit, bekommt also auch dafür Geld – und verkauft seinen eigenen Tequila.

    Tequila!

    Die Marke Dwayne Johnson steht längst nicht mehr nur für seine Arbeit als Schauspieler. Sein Name ist mit Kleidung und Fitnessprodukten verbunden, was sehr naheliegend ist bei einem Mann, der einen Großteil seiner Woche in der Muckibude vebringt. Weniger naheliegend: Inzwischen verkauft er auch seinen eigenen Tequila. Das passt auf den ersten Blick nicht zum sportlichen Image des Schauspielers, auf den zweiten aber schon:

    Die Marke, Teremana, wird als Tequila beworben, der in kleinen Schlucken genossen statt auf ex getrunken werden soll – die Zutaten sollen erlesen und das Produkt soll, so weit es eben geht, handgemacht sein. Teremana: Ein Tequila für körperbetonte Menschen wie Dwayne Johnson, die hart arbeiten und abends genießen, statt zu saufen.

    Der Tequila ist Dwayne Johnson so wichtig, dass er ihn sogar bewirbt, wenn er in einem Instagram-Video über die Covid-Erkrankung von ihm und seiner Familie berichtet:

    Sieh dir diesen Beitrag auf Instagram an

    Stay disciplined. Boost your immune system. Commit to wellness. Wear your mask. Protect your family. Be strict about having people over your house or gatherings. Stay positive. And care for your fellow human beings. Stay healthy, my friends. DJ 🖤 #controlthecontrollables

    Ein Beitrag geteilt von therock (@therock) am

    Permanente Selbstvermarktung mit denselben Botschaften

    Das Video steht sehr beispielhaft für Dwayne Johnsons Arbeit am eigenen Image, die er mit derselben Disziplin und Ausdauer betreibt wie sein Muskeltraining: In so gut wie jedem seiner zahlreichen Videos und Postings in den Sozialen Medien präsentiert er sich als Mann, der es durch harte, regelmäßige Arbeit am eigenen Körper zu Wohlstand und Anerkennung gebracht hat (man achte beim Bildausschnitt auf die Trophäe rechts oben), obwohl er zu Beginn seiner Karriere kein Geld hatte.

    Seine prollige Vergangenheit als Wrestler verschwindet dabei mehr und mehr, zumal Dwayne Johnson sich stets als Familienmensch gibt, als fürsorglicher Papa von Töchtern und als Ehemann, der am Ende des Tages immer nach Hause kommt (und seinen Tequila nur in kleinen Schlucken trinkt). Skandale sind keine bekannt.

    Durch die Sozialen Netzwerke kann Dwayne Johnson seinen Fans auf Augenhöhe begegnen. Während Tom Cruise und Leonardo DiCaprio – zwei der anderen, letzten Schauspiel-Superstars – distanziert bleiben, spricht Johnson seine Fans direkt an und vermittelt das Gefühl, ihn zu kennen – und so werden zu können wie er, wenn sie nur hart genug an sich arbeiten.

    Charisma

    Mag sich die Erfolgsformel in Sachen Rollenwahl, Produktgestaltung und Image-Pflege noch kopieren lassen, wird es spätestens bei der vierten Zutat schwer: Dwayne Johnson hat das Charisma einer Leinwandlegende. Er mag anders rüberkommen als ein Steve McQueen oder ein Sean Connery, gleichwohl aber wird er wie die Kollegen zum Mittelpunkt jeden Raumes, den er betritt.

    Dwayne Johnson strahlt die Lebensfreude eines Mannes aus, der seine Rabaukenzeit überwunden hat. Nun, da er sich ausgetobt hat, weiß er, was wirklich zählt. Sein breites, gewinnendes Grinsen ist null Prozent zynisch und hundert Prozent ansteckend. In einer Zeit, in der vieles ironisch und meta ist, gibt er dir direkt und glaubwürdig zu verstehen, dass alles gut wird, wenn du an dich glaubst und dich anstrengst.

    Am Sonntagabend ab 20.15 Uhr ist Dwayne Johnson auf ProSieben in „Rampage - Big Meets Bigger“ zu sehen.

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    Kommentare
    • HalJordan
      Ganz ehrlich, schlimmer als Trump oder Biden kann es nicht werden. George W. Bush war ja auch nicht gerade mit Intelligenz gesegnet, aber gegen Trump wirkt Bush wie die hellste Leuchte. 😂
    • isom
      Die Geschichte lehrt uns, dass sie sich oft wiederholt, keine Ahnung, wann die Leute dauerhaft umdenken werden.
    • Sentenza93
      Nur irgendwann sollten die mal ihren Hintern hochkriegen, weil sonst immer wieder solche Trump-/Biden-Verschnitte auftauchen.
    • isom
      Naja, so eine Initiative erwarte/erhoffe ich jetzt eher in anderen Ländern, zumindest kann ichs mir dort noch eher vorstellen.
    • Sentenza93
      Natürlich ist das keine Sieggarantie. Aber es wäre ein Anfang. Ein Signal.
    • isom
      Setzt immer noch keinen Sieg voraus und wer weiß, wen die dann als Drittkanditaten nehmen würden, diesbezüglich waren die Amis ja immer für Überraschungen gut.
    • Sentenza93
      Wenn man immer nur auf die Bevölkerung hört...Das geht schief. 😂Das sagte doch Seth Meyers auch damals bei den Golden Globes. Aber danke, nein danke. 😂Bloß kein Hollywood in diesem Amt.
    • HalJordan
      Zumindest kann Johnson vor größerem Publikum reden. Das hat er Trump definitiv voraus. 😜Und Dwayne hört auf seine Fans. Eine weitere Eigenschaft, die man von Trump nun wirklich nicht behaupten kann.Mein Bruder meinte vor nicht allzu langer Zeit, die gute Oprah könnte die erste Präsidentin der USA werden mit Tom Hanks als Vize. 😀
    • Sentenza93
      Dann von mir aus nenne ich ihn auch Schauspieler. 😂Nur wirklich in der Politik aktiv war der nie.Also eine Besserung sehe ich bei Johnson als Präsident auch nicht.Es ist traurig, dass die Amis nix besseres als Trump und Biden aufstellen können, und als Lösung sogar schon Schauspieler oder Moderatoren vorschlagen. Das sagt viel aus.
    • HalJordan
      Dwayne Johnson catcht doch gar nicht mehr. 😅 Im Ernst, Johnson wäre nicht der erste Schauspieler auf dem Stuhl der Vereinigten Staaten. Und Trump ist vieles, jedoch KEIN Politiker. Die USA wäre mit beiden Personen besser dran, als mit dem amtierenden Präsidenten oder dem Kandidaten. Die nächste Wahl in den USA könnte man auch mit dem Slogan aus Alien vs. Predator unterlegen. Egal wer gewinnt, wir verlieren.
    • Sentenza93
      Zum Beispiel. Es gibt dutzende Kandidaten, die gehen würden. Nur die können es sich eben nicht leisten bzw. die werden nicht unterstützt. Das war ja das, was ich in unserer Diskussion vor einigen Tagen meinte. Anstatt Trump vor lauter Bequemlichkeit mit so einer Notlösung wie Biden da rauszukriegen, wie wäre es denn wenn man Kandidaten finanziell unterstützt? Sagte ja, 5 Dollar pro Kopf. Bei 5 Millionen Menschen, die einige Leute davon locker zusammenbekommen würden, hättest Du schon 25 Millionen Dollar. Und die 5 Dollar sind ja nur ein Beispiel. Ginge ja auch etwas mehr.
    • HalJordan
      So wirklich NEU ist dieser Artikel auch nicht. Eher alter Wein in neuen Schläuchen oder doch eher Tequilla in diesem Fall. ;-DJa, Dwayne Johnson hat Charisma und eine bemerkenswerte Arbeitsmoral. Dennoch werden am Ende nicht alle Schauspieler oder gar in die Nähe solcher Summen kommen. Fleiß ist allein eben nicht alles.
    • Sentenza93
      Wir und speziell Hollywood beschweren uns über Trump, über Biden warum auch immer nicht, wollen aber dann einen Wrestler oder eine Moderatorin einsetzen? Guter Witz.Ne, also...Ich bleibe dabei: Bitte mal wieder ein Politiker. 😀
    • HalJordan
      Ich bin mir sicher, sowohl Johnson, als auch Winfrey würden einen besseren Job abgeben, als Trump oder Biden.
    • isom
      In Österreich wären das Äquivalent dazu die Grünen und die SPÖ.
    • SonnyC
      The Rock hätte sich als introvertierter Schauspieler auch schlecht verkauft, nach all dem Wrestling Theater... :DNicht das die andere zwei das wären, aber das ist ne völlig andere Type.Zudem funktioniert der auch Ethnienüberschreitend gut (Schwarz, weiss whatever) und ist nicht der klassische weiße Schauspieler.Gleichzeitig verkauft er sich auch noch als All Star Sportler und verdient sicher ordentlich an seiner Under Armour Kollabo, die das uramerikanische Gehabe auch gut zu vermarkten wissen (welche Sportmarke verkauft noch Militärgedöns?!).
    • Jimmy v
      Sanders wäre wirklich gut für Amerika, aber er ist ja Sozialist. Das ist, trotz ziemlich viel linker Politik (und damit meine Ökonomisches, keine Identitätspolitik) in den letzten Jahren auf verschiedenen Ebenen, in den USA ja leider immer noch ein Schimpfwort. Besonders lächerlich macht es das, weil Sanders in seiner linken Politik bei uns in Deutschland ungefähr auf dem Niveau von CDU/CSU ankäme. Also keine großen Enteignungswellen. Sowas aber auch!
    • SonnyC
      Ich werde ja auch nicht müde zu betonen, dass ich Filme wie Walking Tall/Welcome to the Jungle vermisse, in denen es zur Sache ging. Liest sich aber immer so, als hätte er früher gute Filme gemacht. Stimmt aber nicht. Der hat früher auch scheiss Filme gemacht und die zwei waren die einzig (wirklich) guten. Vielleicht liegts aber auch daran, dass die hinereinander kamen.Keinen Plan. Was er aber besser kann, als Arnie, Sly und (erst Recht als) Vin Diesel, sind diese Harter Brocken macht Comedy Filme. Zudem weiss er dieses Sidekick Ding immer sehr gut zu nutzen.Ich kenne echt witzigeres als diese Johnson/Hart Kombo, aber es ist definitiv besser als Stop! Oder meine Mami schiesst (beste Filmtitel für immer), Der Babynator oder Schwiegeromas Lieblingszivi.Das er alleine genauso Mist ist, wie die oben genannten bewies er in dem Zahnfeefilm.Wie auch immer, gute Gespür für diese Comedykombos, ein unfassbar symphatisches Auftreten, Influencer Monster Dasein(er verkauft sich sehr gut als Instabro).... trägt alles sicher dazu bei.Die Filme sind halt nur Müll.
    • Rockatansky
      Der Vergleich mit Cruise und DiCaprio hängt allerdings etwas. Diese sind eben ganz anders in das Geschäft eingestiegen, spielen zum Teil ganz andere Rollen und gehen dementsprechend eben auch im Social Media Bereich andere Wege. Wie ja bereits erwähnt wurde, ist Johnson selbst eine Marke geworden, die auch beworben werden will. Das haben Cruise und Leo in der Form halt auch nicht unbedingt nötig.
    • Cirby
      Volle Zustimmung. Wallking tall und welcome to the jungle waren klasse kleine Filme. Solche hätte ich auch gern wieder von ihm.
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