Die Verurteilten
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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4,0
Veröffentlicht am 15. Juni 2026
Frank Darabont und die Suche nach der Menschlichkeit!

Wer würde heute noch vermuten, dass der Film „Die Verurteilten“ (1994) damals ein finanzieller Flop war? Heute gilt die Verfilmung von Stephen Kings Kurzgeschichte als eines der besten Filmwerke aller Zeiten und ist nach wie vor (Stand 2026) der best bewertete Film aller Zeiten auf „imdb“. Der Film war für sieben Oscars nominiert (darunter die Trophäe für den besten Film), konnte sich aber nicht gegen den großen Gewinner „Forrest Gump“ durchsetzen. Und doch ist es kurios, dass der Film damals an den Kinokassen kaum etwas einspielte. Betrachtet man jedoch die Zeit, in der der Film erschien, kommt etwas mehr Licht ins Dunkel: Amerika (und auch der große Rest der Filmwelt) hatte verurteilte Verbrecher in Gefängnissen immer wieder als Monster dargestellt. Das Klischee hält sich bis heute, doch vor allem damals wurde durch den damaligen Präsidenten Bill Clinton und sein sogenannter „Violent Crime Control and Law Enforcement Act“ der Hass auf Kriminelle geschürt. Dass das damals umjubelte, problematische Gesetzt später als absolutes Desaster in die Geschichte einging, ist ein ironischer Kontrast zum Filmdrama, welches als Flop begann und nun als Klassiker gilt. Für eine tiefgründigere und äußerst spannende Interpretation des Ganzen, empfehle ich das informative Video von Pop Culture Detective auf „Youtube“ zum Film!
Die Regie übernahm der damals noch unbekannte Frank Darabont. Der hatte bis dato nur einmal Regie geführt und sonst die Drehbücher für Filme wie „Der Blob“ und „Die Fliege II“ geschrieben. „Die Verurteilten“ (im Englischen „The Shawshank Redemption“) sorgte für seinen Durchbruch und in den späteren Jahren sollte Darabont zwei weitere King-Adaptionen verfilmen („The Grren Mile“ und „Der Nebel“). Was er mit diesem Film schuf, ist bis heute wegweisend gewesen in Hollywood und veränderte die Sicht auf Menschen im Gefängnis. Doch wie gut ist „Die Verurteilten“ heute noch, über 30 Jahre später?

Im Jahre 1947 wird der junge Bänker Andy Dufresne wegen des Mordes an seiner Frau und deren heimlicher Affäre zu zwei Mal lebenslänglich verurteilt. Im Shawshank Gefängnis wird er mit der harten Realität konfrontiert. Doch über die Jahre hinweg gelingt es ihm immer wieder das Leben für sich und seine Mitinsassen erträglicher und manchmal sogar wirklich schön zu gestalten, auch wenn es nur wenige Momente sind…

„Die Verurteilten“ ist bis heute ein beeindruckendes Werk über Menschlichkeit! Nach wie vor werden Menschen hinter Gittern als gewalttätige und kaltblütige Monster gezeigt. Hier jedoch nicht: Andy und seine Freunde sind Verbrecher. Sie haben gestohlen, gemordet und wer weiß was getan, um dort ihr Dasein zu fristen. Der Film kommuniziert dies auch mit dem sarkastischen Kommentar einiger Figuren „Alle in Shawshank sind unschuldig.“ Damals gab es immer wieder Kritik am Film für das romantisierte Bild dieser Verbrecher. Doch trotz einiger kitschiger Momente, ist es in meinen Augen unfassbar tragisch zu sehen, was für gutmütige Menschen dort im Gefängnis sitzen. Nicht weil ich denke, dass diese nicht dort sein sollten, sondern weil der Film zeigt, was für ein Potential viele der Männer haben. Doch aufgrund ihrer Tat konnten sie dieses Potential nie wirklich entfalten. Im Gefängnis jedoch sieht das Ganze anders aus. Der Film zeigt eine ganz eigene Welt, in der selbst ein alter Mann, der sein Leben lang dort verbrachte, einen Nutzen und sogar einen Stellenwert hat. „Die Verurteilten“ spricht natürlich auch dieses Dilemma an, besonders mit der wohl besten Szene, in der die Figur des Brooks freigelassen wird. Da er den Großteil seines Lebens im Gefängnis saß, kommt er mit der wirklichen Welt nicht zurecht. So wird das Gefängnis von Shawshank zu einer Art tragischem Paradies für viele dieser Männer.

Darabont zeigt aber auch die dunklen Seiten dieser Welt und das sehr unverblümt: Männer werden grundlos zusammengeschlagen von Wärtern, manchmal sogar totgeschlagen, es gibt Vergewaltigungen, Sklavenarbeit, Folter und Ausbeutung. Selten kritisierte ein Film die polizeiliche Justiz derart stark wie hier in „Die Verurteilten“. Dass der Gefängnisdirektor Norton dabei vor allem gegen Ende fast schon zu einem eindimensionalen Klischee-Bösewicht wird, ist einer der wenigen Punkte, die in meinen Augen nicht ganz so gut gealtert sind. Dennoch ist es wirklich beeindruckend, wie weit der Film seiner Zeit voraus war. Kritik an den juristischen Instanzen ist bis heute nicht so gern gesehen, vor allem in Amerika, aber leider aktueller denn je.

Neben seiner wichtigen und humanistischen Thematik, liefert der Film aber vor allem eine mitreißende und stark erzählte Geschichte mit sympathischen und spannenden Figuren. Red, gespielt von Morgan Freeman, war ursprünglich in der Geschichte weiß. Dass Darabont aus Red einen schwarzen Mann machte, passt zudem so viel besser zur Thematik. Denn auch wenn Rassismus im Film kaum thematisiert wird, so ist es dennoch ein riesiges Problem in der amerikanischen Justiz, welches hier indirekt angesprochen wird, da Red im Prinzip die Hauptfigur des Films ist und uns als Erzähler durch die Geschichte führt.

Der Cast ist eindrucksvoll mit Tim Robbins und besonders Morgan Freeman. Sehr stark sind auch Clancy Brown als sadistischer Wärter und James Whitmore als sensibler und gutmütiger Brooks Hatlen.

Technisch überzeugt der Film ebenfalls mit einer wundervollen Kameraarbeit von Roger Deakins (einem seiner ersten großen Filme) und einem sensiblen Score von Thomas Newman.

Perfekt ist das Ganze in meinen Augen jedoch nicht: Da gibt es zum Beispiel etwas weniger relevantere, aber dennoch unnötige Makel, wie etwa, dass man keinem der Figuren ansieht, dass sie altern. Andy selbst ist etwa 20 Jahre im Knast und er hat konstant die gleiche Frisur, keinen Bart und auch sonst keine Veränderungen im Gesicht. Das gilt leider auch für alle andern Figuren und macht das Ganze etwas schwer zu glauben.
Andere Dinge sind doch etwas schwerwiegender. So ist der Film für mich immer wieder etwas zu kitschig, besonders am Ende (kein seltenes Problem in den 90ern). Und auch wenn die Figuren allesamt sehr nachvollziehbar und charmant sind, so verfallen viele von ihnen ins Hollywood-Klischee. Andy ist der klassische, stumme, aber intelligente Held, dessen Schuld später in Frage gestellt wird, der Direktor ein recht einseitiger Antagonist und einige der Mitinsassen haben typische Sidekick-Vibes. Ähnliche Probleme hatte auch Darabonts spätere King-Verfilmung „The Green Mile“.

Fazit: „Die Verurteilten“ ist vielleicht kein perfekter Film, aber ein wichtiger, der sicherlich jedem Zuschauer etwas geben wird. Er zeigt uns bis heute, dass auch Gefangene Menschen sind und dass Bestrafung seine Grenzen haben muss. Ein harter, aber auch emotionaler und sogar lebensbejahender Film, den man gesehen haben muss!
Casey 08
Casey 08

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4,5
Veröffentlicht am 31. Mai 2025
Hier weiß ich gar nicht so ganz was ich hierzu sagen soll. Ich fand den Film nicht so genial wie der Großteil aber es ist trotzdem ein Meilenstein und für mich der beste Knastfilm. Der Film ist wie eine Geschichte wo uns jemand was erzählt über das Leben und der Hauptfigur darin. Das Schauspiel ist perfekt und einfach nur genial. Der Film ist trotz seiner Länge nie langweilig, das Ende ist toll und zeigt das Leben im Knast sehr realistisch. Ich kann sonst gar nicht sagen was ich noch so stark an dem Film fand. Ein halben Stern abzug gibt es leider trotzdem, weil ich ihn für ein Drama nicht besonders dramatisch fande. Es ist aber für mich die beste Stephen King-Verfilmung.

Insgesamt ist es ein hervorragender Film der spannend, realistisch und genial gespielt ist.
Nordlicht Filmfan
Nordlicht Filmfan

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5,0
Veröffentlicht am 11. Januar 2024
Ein überragendes Meisterwerk!

Story, Schauspiel & Score höchst fesselnd.

Dieser Film ist höchste Filmkunst!
Tom Sen
Tom Sen

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4,0
Veröffentlicht am 5. Oktober 2023
Musste das sein? Ein so verdammt brutal realistischer Film, nicht nur über den Gefängnissalltag, sondern auch über das Leben. Wieviele Menschen kämpfen jeden Tag ums Überleben. Wie grausam kann diese Welt sein, mit Krieg, Mord und all den schlimmen Dingen die immer und immer wieder passieren.
Dieser Film zieht dich Minute für Minute immer tiefer in den Abgrund, so wie es den Gefägnissinsassen gehen muss. ABER, anstatt den Zuschauer mit der Wut der Ungerechtigkeit, dem Hass auf den Gefängnisswärter, die Hoffnungslosigkeit und der puren Verzweiflung zu "entlassen" kommt dann wieder DAS.
spoiler: Spoiler. Dem "Held" gelingt die Flucht mit nem kleinen Hämmerchen, logisch, nebenan ist keine Zelle sondern ein Rohr, logisch, Geld hat er auch, und der Gefängnissdirektor bekommt seine Strafe. Achso und der immer lächelnde "FREE-MANN" darf dann auch nochmal gedrückt werden. Ja gehts noch? Warum fliegt er nicht aus dem Knast, um dann mit seiner Posterbraut im Ferrari rumzucruisen, Champagner zu schlürfen und so tun als wär nix gewesen...das Ende. Ihr braucht das weil ihr die Wahrheit nicht ertragt. Die beiden für immer im Knast, der Direktor kommt davon. Das ist das wahre Ende! Sehr guter Film, bis zum Ausbruch...
Teruki
Teruki

11 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 26. Juli 2023
Nun hab ich ihn endlich gesehen, einer der "besten Filme aller Zeiten".

Und auch wenn ich nicht wirklich sagen kann, dass er einer der absolut besten ist, kann ich dennoch mit Sicherheit sagen, dass er mir sehr gut gefallen hat, besser als erwartet. Und damit hatte ich nur bedingt gerechnet.

Der Cast ist absolut top. Morgan Freeman war einfach klasse und Tim Robbins, den ich abseits von Green Lantern (wo ich mich an seine Rolle nicht mal erinnern kann) nirgendwo gesehen habe, hat alles getoppt. Warum der Mann dafür keine Oscar-Nominierung bzw. Gewinn bekommen hat, kann ich nicht verstehen. Der restliche Cast war auch top, insbesondere Bob Gunton als der Ar*** von Direktor.

Die Charaktere waren fast alle sympathisch. Ausgenommen natürlich der Direktor und der eine Wärter, als auch der Typ, der Andy vergewaltigt hat. Vor allem Andy und Red hab ich am meisten gemocht.

Die Story fand ich ebenfalls klasse. Sehr gut, spannend aber auch teilweise emotional erzählt hat sich mich gefesselt und mir kam kaum Langeweile auf. Vor allem mit dem emotionalen Anteil hatte ich nicht gerechnet, das hat mir echt gut gefallen.

So hatte ich sogar bei manchen Szenen eine Gänsehaut, z.B. als Brooks frei kam oder als Andy die Musik abgespielt hat, aber natürlich auch am Ende (zu dem ich noch komme).

Über Effekte kann man hier kaum sprechen. Alles sah authentisch aus, mehr gibts da nicht zu sagen.

Der Soundtrack hat mir auch gut gefallen, besser und emotionaler als er für so einen Film hätte sein dürfen.
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 22. Mai 2023
Ich könnte hier eine elendig lange Filmbewertung verfassen. Ich entschiede mich aber nun für eine kurze und passende Rezession. Einer der besten Filme aller Zeiten. Wer diesen Film nicht kennt, hat eine tiefe Lücke, die eindeutig mit diesem Film gefüllt werden muss!
Cherry Dream
Cherry Dream

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5,0
Veröffentlicht am 19. August 2022
Ein Klassiker unter den Knastfilmen. Zum Teil hatte ich Verständnisfehler und war schlichtweg nicht intelligent genug um die Taten der Hauptperson ganz nachzuvollziehen, da er eben bei der Bank gearbeitet hat, aber wenn man nicht aufgibt und zumindest grob mitkommt, dann weiß man, dass dieser Film ein wahres Meisterwerk ist.
Kino:
Anonymer User
5,0
Veröffentlicht am 6. August 2022
Habe den Film gerade eben gesehen es hat mich wirklich mitgenommen wie kein anderer Film seit lang vom Anfang bis zum Ende einfach unfassbar spannend und auch wenn das gegen Mitte des Films vorhersehbar wird ist es nicht weniger befriedigend ich habe bei wenigen Film geweint nicht mal Titanic aber das Ende dieses Films ist so wunderschön und herzergreifend
Josi1957
Josi1957

172 Follower 828 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 31. März 2024
Bewegend, packend, intelligent: Trotz seines betulichen Rhythmus, des Fehlens äußerer Effekte und Überlänge keine Sekunde fad.
Andre Menzel
Andre Menzel

24 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 23. August 2021
Einer der besten King Verfilmung die ich gesehen habe, okay es gibt noch eine zweite "Green Mile"...
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