Ich mag das Original von Paul Verhoeven, bin aber kein solch fanatischer Verehrer wie so manch einer der Moviepiloten hier. Man muss auch offen bleiben und dem neuen Film eine Chance geben und darf nicht immer nur vergleichen. Und vor allem darf man den Film nur prinzipiell deswegen abwerten, weil er es wagt, einen alten Klassiker zu rebooten. Allerdings macht es einem dieser Film nicht besonders leicht, allein schon deswegen, weil er den exakt gleichen Namen hat, wie der Klassiker von 1987. Nichtsdestotrotz hat der neue “Robocop” durchaus eigene Qualitäten, die ihn sowohl von seinem Vorgänger, als auch von ähnlich gelagerten Genrefilmen abheben.
Auf dem Papier ist da natürlich als erstes der Cast zu nennen, von denen allerdings nur Gary Oldman wirklich starke Akzente setzen kann. Samuel L. Jackson hat zu wenig Screentime und auch ist seine Figur vom Drehbuch her viel zu platt angelegt. Michael Keaton kann als aalglatter Geschäftsmann einigermaßen überzeugen, bleibt aber auch ziemlich blass, zudem spielt er überwiegend auch eher gelangweilt. Abbie Cornish ist hauptsächlich damit beschäftigt gut auszusehen und besorgt dreinzuschauen, mehr verlangt das Drehbuch allerdings auch nicht von ihr. Joel Kinnaman scheint als Robocop die (Achtung: Sarkasmus!) perfekte Besetzung, da sein Schauspiel sowieso total steif und emotionslos ist – auch schon bevor er zum Robocop wurde.
Und das schwache Drehbuch entpuppt sich dann also auch als die größte Schwäche des Films: Er versucht viel zu oft und auch auf viel zu billige Art, Emotionalität zu suggerieren, die aber faktisch absolut nicht rüberkommt. Der tragische innere Konflikt des Robocops, der ja das zentrale emotionale Thema des Films sein soll, wird nicht einmal ansatzweise glaubwürdig transportiert, die ganze billige Effekthascherei ist dann eher nervig als wirklich berührend. Das liegt zum großen Teil an der schwachen Performance von Joel Kinnaman, aber eben auch an dem dünnen, viel zu klischeeüberladenen Drehbuch. Und somit vergisst der Film dann auch seine vermeintliche eigentliche Stärke: Die Action. Denn davon sehen wir nur wenig und die ist auch nicht besonders spektakulär.
FAZIT: Zu wenig Action und zu viel unechte Emotionen. Der neue Robocop ist nicht besonders unterhaltsam geraten. Auch wenn man ihn nicht mit dem 87er-Klassiker vergleicht, bleibt nicht besonders viel Positives zu sagen. Keine Empfehlung von mir.