Ein ziemlich ruhiger, fast schon dokumentarischer Film, der aber durch diese zurückhaltende Erzählweise nur umso beängstigender wirkt. Eine junge Frau gelangt eigentlich zufällig in die Fänge des mexikanischen Drogenkartells und kommt dabei auch unter die Räder. Der Film beruht entfernt auf einer wahren Geschichte, ich kann nicht beurteilen, inwieweit das alles realistisch dargestellt ist, aber ich kann mir vorstellen, dass es dort (vor allem an der Grenze zu den USA) tatsächlich so zugeht. Der Film zeigt ein erschreckendes Porträt der mexikanischen Gesellschaft und welchen Einfluss das Drogenkartell auf eigentlich alle Bereiche des Lebens der Menschen dort hat. Die korrupte Polizei, die die Protagonistin Laura, an das Kartell verrät, ist da nur die Spitze des Eisbergs.
Stephanie Sigman spielt überzeugend und stark, eine junge Frau aus einem bildungsfernen Haushalt, etwas naiv, aber stark, wenn es um die Familie geht. Ihre Zerrissenheit und ihre Machtlosigkeit gegenüber den aggressiven Methoden des Drogenkartells wird deutlich spürbar, zum Ende hin resigniert sie immer mehr und akzeptiert ihr Schicksal irgendwie. Der Schluss ist da nur konsequent, aber in der Zusammenschau mit den ganzen Geschehnissen so unfassbar traurig, das alles hat mich sehr berührt und wirklich mitgenommen. Insofern ist „Miss Bala“ ein sehr gelungener Film und absolut sehenswert. Von mir gibt’s hier ganz klar eine Empfehlung!