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No Use For A Name
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4,0
Veröffentlicht am 5. Mai 2026
Ein ziemlich ruhiger, fast schon dokumentarischer Film, der aber durch diese zurückhaltende Erzählweise nur umso beängstigender wirkt. Eine junge Frau gelangt eigentlich zufällig in die Fänge des mexikanischen Drogenkartells und kommt dabei auch unter die Räder. Der Film beruht entfernt auf einer wahren Geschichte, ich kann nicht beurteilen, inwieweit das alles realistisch dargestellt ist, aber ich kann mir vorstellen, dass es dort (vor allem an der Grenze zu den USA) tatsächlich so zugeht. Der Film zeigt ein erschreckendes Porträt der mexikanischen Gesellschaft und welchen Einfluss das Drogenkartell auf eigentlich alle Bereiche des Lebens der Menschen dort hat. Die korrupte Polizei, die die Protagonistin Laura, an das Kartell verrät, ist da nur die Spitze des Eisbergs.
Stephanie Sigman spielt überzeugend und stark, eine junge Frau aus einem bildungsfernen Haushalt, etwas naiv, aber stark, wenn es um die Familie geht. Ihre Zerrissenheit und ihre Machtlosigkeit gegenüber den aggressiven Methoden des Drogenkartells wird deutlich spürbar, zum Ende hin resigniert sie immer mehr und akzeptiert ihr Schicksal irgendwie. Der Schluss ist da nur konsequent, aber in der Zusammenschau mit den ganzen Geschehnissen so unfassbar traurig, das alles hat mich sehr berührt und wirklich mitgenommen. Insofern ist „Miss Bala“ ein sehr gelungener Film und absolut sehenswert. Von mir gibt’s hier ganz klar eine Empfehlung!
Der Film zeigt sehr gut die Ausmaße des Drogenkriegs in Mexiko: Die Korruption reicht bis in die höchsten Ebenen. Man kann niemandem trauen, jeder kann im Auftrag der Drogenmafia handeln. Selbst banale Sachen wie ich ein Schönheitswettbewerb sind getürkt. Der Alltag ist bestimmt von Angst. Überall kann man in eine Schießerei geraten oder etwas sehen, was man nicht sehen sollte. So gerät man schnell in eine Situation, aus der man nicht so einfach herauskommt. Die 23-jährige Laura verkörpert in "Miss Bala" die in Mexiko vorherrschende Ausweglosigkeit und Ohnmacht. Sobald sie unfreiwillig in die Fänge des Drogenkartells gerät, scheint es kein Entfliehen mehr zu geben. Dabei zeigt sich, dass die Polizei in Mexiko nicht dein Freund und Helfer ist! Die Passivität und Willenlosigkeit Lauras wirkte für mich stellenweise etwas befremdlich. Da hätte ich mir schon gewünscht, dass sie sich nicht einfach ihrem Schicksal ergibt und versucht auszubrechen. Ist aber sicher leichter gesagt als getan. Der Handlung als Ganzes hätte sicher noch etwas mehr Tiefgang und Dramatik/Spannung gut getan. Insgesamt liefert "Miss Bala" aber ein realistisch-pessimistisches Bild des mexikanischen Drogenkonflikts aus der Sicht einer einfachen, jungen Frau, die unfreiwillig in diesen Konflikt gerät und gewissermaßen zum Spielball der Mächtigen wird.