Ach, was für eine Enttäuschung. Ich habe mich sehr auf diesen Film gefreut, vor allem wegen Pedro Pascal und Vanessa Kirby. Und eigentlich ist “The Fantastic Four” auch kein schlechter Film geworden, aber für meinen Geschmack war das alles viel zu verkrampft und viel zu ernst. Gerade im direkten Vergleich zu “Thunderbolts*” sieht man, wie ein guter MARVEL-Film aussehen kann.
Vielleicht liegt es an den Figuren, wie sie vom Comic her angelegt sind, aber gerade Reed Richards hat sowas von einem Stock im Arsch, das ist ja kaum auszuhalten. Er ist so steif und verkrampft, geht zum Lachen in den Keller und irgendwie ein total unsympathischer Idiot. Ähnlich verhält es such mit Sue Storm, sie ist ebenfalls komplett spaßbefreit, Vanessa Kirby spielt so verkrampft und unlocker, ihre Liebe zu Reed Richards ist reine Behauptung, da ist null Chemie zwischen ihr und Pedro Pascal, es wirkt alles viel zu steif und lahm. Ben Grimm ist eh nur zum Stichwortgeber degradiert und gibt bestenfalls eine Kindergartenversion von Hulk. Einzig Johnny Storm ist der Einzige, der hier etwas MCU-Lockerheit an den Tag legt und einigermaßen sympathisch rüberkommt. Allerdings ist Joseph Quinn hier eine klare Fehlbesetzung, er passt so gar nicht in die Rolle.
Die Action ist solide inszeniert, ohne dass hier aber irgendetwas geboten wird, was man vorher nicht schon hundertmal gesehen hat, die CGI sieht okay aus. Immerhin ist der Schurke cool gelungen, Galactus wirkt allein schon aufgrund seiner Größe enorm eindrucksvoll und auch sehr bedrohlich. Sein Raumschiff ist ebenfalls ziemlich krass, immerhin kann es ganze Welten verschlingen, das ist wirklich beängstigend. Seine Motivation jedoch bleibt völlig unklar, es ist ominös von einem “Hunger” die Rede, das muss als Erklärung reichen. Die Idee, den Silver Surfer diesmal weiblich zu machen, ist eigentlich ein ganz lässiger Kniff, immerhin ergeben sich dadurch einige unterhaltsame Szenen mit Johnny Storm. Die CGI-Animationen sehen allerdings nicht immer überzeugend aus, aber geschenkt.
Was jedoch richtig geil gelungen ist, ist der Look und das Setdesign. Wir haben eine ziemlich lässige Mischung aus klassischem amerikanischem 50er Jahre-Style und zahlreichen, futuristischen Gimmicks, wie moderne Computer oder fliegende Autos. Das passt alles sehr organisch zusammen und sieht ziemlich cool aus. Wir müssen aber trotzdem noch einmal kurz über die Story reden, jedoch nicht ohne Spoiler...
((ACHTUNG! SPOILER!))
Warum, um Himmels willen nehmen die denn überhaupt eine hochschwangere Frau mit auf ihre Reise zu Galactus? Und was wollten sie überhaupt? Haben die gedacht, sie fahren mal zu ihm und sagen, ach bitte, lieber Galactus, friss unsere Erde nicht...? Auf so eine verrückte Mission würde man doch niemals eine Schwangere mitnehmen! Und dann verpasst der Film auch die Chance, eine wirklich spannende ethische und philosophische Frage zu diskutieren, was ihm gehörig an emotionaler Wucht nimmt. Natürlich will keine Mutter ihr Kind opfern, das ist völlig außer Frage, aber zumindest die theoretische Überlegung, dass man praktisch dieses eine Kind eintauschen könnte gegen 6 Milliarden andere Menschenleben, wird ja nicht einmal ansatzweise diskutiert. Da steckt so viel moralisch, philosophische und emotionale Sprengkraft drin, das wird komplett übersprungen – schade. Und warum, um Himmels willen, sagt Richard Reed das denn überhaupt auf der Pressekonferenz? Er hätte das doch auch einfach verschweigen können und somit verhindern können, den ganzen Hate auf sich und die Fantastic Four zu ziehen. Wobei der ja dann auch wieder schnell vergessen ist.
((SPOILER ENDE))
Das größte Problem, das ich aber mit “The Fantastic Four” habe, ist, dass mir da viel zu wenig von den Superkräften der vier vorkommt. Es gibt keine große Szene, in der sie mit ihren Kräften zusammenarbeiten müssen, um gemeinsam irgendeine Gefahr zu bewältigen. Mir fehlt da das Teamwork, vor allem Mister Fantastic hat außer zwei oder drei Momenten am Ende mit seiner Superkraft gar nichts zu tun. Sue Storm macht ein paar mal irgendetwas unsichtbar und Ben Grimm schmeißt ab und zu ein paar Dinge durch die Gegend. Allein Johnny Storm bekommt mehr zu tun, eigentlich ist er das unverzichtbare Zentrum des Teams. Überhaupt kommt der Teamspirit zu keinem Zeitpunkt rüber, 95% des Films sind das halt ganz normale Typen, keine Superhelden. Und dann fehlt am Ende auch ganz klar, der MCU-typische Humor! Bis auf eine Handvoll lahmer Oneliner und einigen nicht wirklich lustigen Interaktionen der vier untereinander, passiert da nicht viel. Der Film ist sehr ernst und verkrampft, das passt überhaupt nicht zum Setting und auch nicht zum MCU.
FAZIT: Fehlender Humor und verkrampfte Charaktere vermiesen den Spaß an diesem Film. Einige seltsame Plot-Entscheidungen, nicht nachvollziehbare Entwicklungen und vor allem Superhelden, die ihre Kräfte nicht einsetzen (müssen) und auch keine schönen Teammomente haben, machen aus “The Fantastic Four” einen leider nur mittelmäßigen Beitrag zum MCU. Muss man nicht gesehen haben.