NICHT GERADE SUPER, ABER STABIL
Die Welt liebt Superman, bis er sich in einen internationalen Konflikt einmischt. Gleichzeitig schafft es Lex Luthor, die Erde davon zu überzeugen, dass Superman nicht retten, sondern herrschen will. Für den Mann aus Stahl beginnt ein Kampf, den er erst mal mit sich selbst führen muss.
Superman geht ca. 130 Minuten und ist ab 12 Jahren freigegeben. Wir haben hier James Gunns Neustart des DCU und ich war skeptisch, aber muss gestehen das ganze funktioniert weitestgehend.
Ironischerweise ist Superman selbst die schwächste Figur in seinem eigenen Film, naiv, schnell reizbar und überraschend wenig souverän. Dafür liefern die Nebenfiguren ab. Green Lantern und Mister Terrific stehlen jede Szene, haben Humor, Haltung und Wirkungskraft, während Hawkgirl kreischen darf.
Die Story wird von Luthor getragen, der massive Superman-Komplexe hat und Metropolis fast wegpustet, weil Selbsttherapie überbewertet ist. Sein Konzept mit dem Taschenuniversum sitzt, die Konfrontationen mit Superman sowieso. Schade nur, dass Metropolis wirkt wie beliebige Großstadt Nr. 47, ohne Wiedererkennungswert.
Was mich gestört hat ist wie die Kamera beim Fliegen an den Gesichtern klebt und Krypto… sagen wir so, selbst als Hunde Freund nervt es ihn sehen zu müssen.
Im Finale gibt’s den obligatorischen CGI-Overkill, der weder überrascht noch emotional viel hergibt. Nicht schlecht, aber verdammt vertraut, als hätte man es schon zehnmal gesehen, nur mit anderen Farben.
Unterm Strich bleibt ein Film, der bis zum letzten Drittel gut unterhält, dank flotter Laufzeit und starken Nebenfiguren. Gunn bringt gute Ideen ein, aber Superman selbst wirkt erstaunlich blutleer, Krypto nervt und das Ende ist ein weiteres Kapitel im Buch "Hollywood liebt digitale Trümmer".
7/10 Punkten. Ernsthaft, wer baut eigentlich die mechanischen Superman-Bots? Superman und Krypto sehen nicht aus, als hätten sie je ’nen Schraubenzieher korrekt gehalten.