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Hennes Dunkel
5 Kritiken
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3,0
Veröffentlicht am 27. Juli 2026
Mit Love wollte Gaspar Noé eine kompromisslose Mischung aus Liebesdrama und Erotik schaffen. Das Ergebnis ist zweifellos außergewöhnlich und visuell beeindruckend, erreicht für mich jedoch nicht die emotionale Wucht seiner besten Werke.
Typisch für Noé überzeugt der Film mit hypnotischen Kamerafahrten, intensiven Farben und einer stimmungsvollen Inszenierung. Die expliziten Sexszenen stehen dabei zwar im Mittelpunkt, dienen aber nicht ausschließlich der Provokation, sondern sollen die Leidenschaft und das Zerbrechen einer Beziehung greifbar machen. Dennoch wirkt der Film über weite Strecken zu selbstverliebt und verliert sich häufig in seiner eigenen Ästhetik.
Emotional blieb ich auf Distanz. Die Figuren entwickeln nur begrenzt Tiefe, sodass ihre Konflikte nicht immer die Wirkung entfalten, die der Film offensichtlich anstrebt. Gerade im Mittelteil schleichen sich einige Längen ein, die den Erzählfluss ausbremsen.
Trotzdem bleibt Love ein mutiger Film, der sich konsequent von Konventionen löst und beweist, dass Gaspar Noé ein außergewöhnlicher Filmemacher ist. Auch wenn ich seine Werke wie Irreversible, Enter the Void oder Climax stärker finde, ist Love ein interessantes Experiment, das seine Fans zumindest einmal gesehen haben sollten.
Der Film lässt sich als reine Provokation verstehen. Inhaltlich liefert er leider nicht viel ab und es geht allein um die Sexszenen die echt sind und ausgiebig präsentiert werden. Das ist gut gefilmt und das 3D damals im Kino haben es sicherlich auch sehr "echt" wirken lassen, aber dennoch ist der Film eben eher eine solide Provokation, die sich Noe Fans anschauen werden und dem Rest der Welt wohl erspart bleibt.
WIe auch der von sexuell ausschweifenden FIlmen schwärmende Protagonist scheint sich Noé etwas zu sehr in die Idee eines solchen Films vertieft zu haben, ohne wirklich die Idee auszuarbeiten und wirkliche Konflikte zu verdeutlichen. Zwar erzählt der Film von einer Beziehung, aber diese dient nur als formelles Mittel, um recht unzusammenhängende Szenen zusammenzuhalten.