Nach fast 20 Jahren erwarteten Fans entweder eine Fortführung der alten Stärken oder etwas völlig Neues. Während sich die ersten 3 Teile auf innovative Action, Philosophie, dystopische Weltbilder und die Revolution gegen ein kontrollierendes System konzentrierten und ernst, düster und mit tiefgründigen Themen wie freiem Willen, Realität und Existenzialismus durchzogen waren, ist im 4.Teil lediglich die Liebe zwischen Neo und Trinity das Hauptthema und der Schlüssel, um die Matrix zu überwinden.Diese emotionale Verbindung wird als ultimative Kraft dargestellt, die das System destabilisieren kann, was wie eine Reduktion der ehemals tiefgründigen Themen wirkt und die Matrix als weniger komplex und damit einfach nur schlicht überwindbar darstellt, was die vorherigen 3 Filme irgendwie witzlos macht. Da der Ton hier gerade bewusst meta-hafter und selbstironischer ausfällt, stellt der Film sich selbst insgesamt als Dekonstruktion und Kommentar zum Franchise dar, anstatt die bisherigen Themen stringent fortzuführen. Trotz einiger interessanter Ansätze, wie der Analyst (Neil Patrick Harris großartig), der in einer beeindruckenden Szene erklärt, dass moderne Kontrolle weniger durch Angst, sondern durch die Manipulation von Emotionen und Sehnsüchten funktioniert, fehlt dem Film insgesamt die Tiefe und visuelle Innovation der Original-Trilogie. Auch die Actionszenen wirken im Vergleich zahmer und weniger ambitioniert. Hier fehlte eindeutig eine tiefgründige Idee, was sich aber auch schon bei den letzten beiden Filme abzeichnete. Aber hier nur eine Liebesgeschichte zwischen Neo und Trinity zu erzählen, ist schon sehr schwach und das in einem Universum, das einst für revolutionäre Ideen stand. Hier ruht man sich schon seit 3 Filmen nur auf eine spannende Grundidee aus dem ersten Film aus ohne diese wirklich weiterzuentwickeln.