Der einzige Existenzgrund für diesen Film scheint zu sein, einen wahnsinnigen Nicolas Cage so maximal wahnsinnig wie möglich in Szene zu setzen. Denn das ist eigentlich das, was hier (zumindest in der zweiten Hälfte) passiert: Nick Cage dreht komplett frei und lässt dem Wahnsinn freien Lauf – und das kann er bekanntlich richtig gut, da werden keine Gefangenen gemacht.
Aber was bietet uns der Film ansonsten? Tja, das ist ziemlich ernüchternd, denn da ist nicht viel. Aber mal der Reihe nach, der Film ist ja ziemlich klar in zwei Teile geteilt. Im ersten Teil haben wir fiebertraumartige Bilder in irrem Rotfilter, verzerrt, entstellt, auch der Ton ist zeitweise verzerrt, das alles ist irgendwie total verwirrend und verstörend, aber sowohl visuell als auch akustisch absolut nicht ansprechend. Tatsächlich nervt dieser Rotstich schon nach 10 Minuten, auch das ganze Rumgetue und Rumgekasper da nervt schnell, das ist weder unterhaltsam, noch spannend oder interessant.
Ja, dann verbrennt seine Frau nach der Hälfte der Laufzeit und Nicolas Cage geht auf seinen blutigen Rachefeldzug. Dieser Teil ist zwar nicht mehr so irre rot, dafür aber sehr, sehr dunkel. Die Action spielt sich meist im Gegenlicht ab, man sieht nur Schatten, oder alles ist einfach so dunkel, dass man gar nichts sieht. Naja und das was man sieht ist eigentlich auch nicht besonders spektakulär. Entweder wir sehen ihn minutenlang auf dem Motorrad durch den Wald, durch irgendwelche Tunnel oder sonstwo lang fahren oder wir sehen ihn, wie er zu Fuß irgendwo lang geht, man sieht halt nicht, wo er da ist, weil alles so dunkel ist, aber ist vielleicht auch egal, keine Ahnung... Naja, die andere Variation ist, wie er sich mit irgendwelchen Schurken prügelt, mit Hellebarde, mit Kettensäge oder mit sonstwas. Am Ende killt er den Schurken und es fließt literweise (Kunst-)Blut, dabei ist es auch egal, ob das völlig unrealistisch alles ist oder nicht. Da haut er dem einen Vogel die Hellebarde in den Mund und es sprudelt halt einfach ein Liter Blut aus dem Mund raus... Woher soll das ganze Blut kommen? Keine Ahnung, ist ja auch egal, Hauptsache es wird gesplattert bis der Arsch platzt.
Zwischendrin sind immer mal wieder rotgefärbte komische Dialoge, die eigentlich auch nicht viel Sinn ergeben, naja, und Nicolas Cage halt, wie er mal irre blickt, anders irre blickt oder den Schurken anschreit, warum der sein Lieblings-T-Shirt ruiniert hat. Die Splattereffekte sind überwiegend handgemacht, ist aber auch schwer zu sagen, weil eh alles so dunkel ist und sehen ziemlich splatterig aus, sonst nichts. Der ganze Quatsch ist dann im zweiten Teil auch nicht wirklich unterhaltsam, dadurch ist das zu träge und zu lahmkrückig inszeniert. Auch ist das nicht spannend – da sowieso klar ist, was passiert. Und gruselig ist das alles sowieso nicht. Also fragt man sich dann am Ende: Was soll der ganze Quatsch?
Ja, und da schließt sich der Kreis: Der ganze Film ist von Anfang bis Ende total blöde und dient nur dazu, Nicolas Cage mit irrem Blick zu zeigen. Okay, das kommt im zweiten Teil, was soll dann der Anfang? Keine Ahnung, vielleicht irgendwas Arthaus-Avantgardistisches, was ich mit meinem beschränkten Nick-Cage-guckt-irre-Horizont nicht begreifen kann? Sonst weiß ich auch nicht. Ich erahne irgendwo unter diesem ganzen enervierenden Blödsinn ein mögliches Kunstwerk, das ist aber verdammt tief vergraben. Freundliche 4,5 Punkte von mir – und das als bekennender Nick Cage-Fan... verdammt!