Licorice Pizza
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Thomas Z.
Thomas Z.

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4,5
Veröffentlicht am 15. März 2025
Paul Thomas Anderson verfügt wie kaum ein anderer über dieses merkwürdige Talent, episodenhaft, fragmentarische Filme zu drehen, die sich auf nicht offensichtliche Art und Weise zu einem Großen und Ganzen zusammenfügen. Dabei steht nicht die große Geste, das schwere Drama, die außergewöhnliche Geschichte im Fokus der Erzählung, es sind die alltäglichen Nichtig- und Nicklichkeiten, die sehr detailliert thematisiert werden und durch diese Präzision eine nicht selten absurde Erhöhung erfahren, die "Licorice Pizza" eine urkomische Form von Humor angedeihen lassen. Schräge und absolut köstliche Cameo-Auftritte von Sean Penn, Tom Waits und Bradley Cooper stehen stellvertretend für die groteske Ebene des Films. Die eigentlichen Stars sind aber definitiv die beiden Schauspiel-Debütanten Alana Haim und Cooper Hoffman, Sohn des leider verstorbenen Philip Seymour Hoffman, die Neuentdeckungen des Jahres 2022.
Beide wirken erstmal völlig durchschnittlich, erspielen sich aber in kürzester Zeit eine charismatische Aura, die verblüfft.
Die Story ist ein One-liner: 15-jähriger verliebt sich auf den ersten Blick in 10 Jahre ältere Frau und versucht sie für sich zu gewinnen.
Wie es PTA gelingt, diese thematisch heikle Geschichte, in großes Gefühlskino zu transformieren, ist schon reichlich speziell aber immer schlüssig nachvollziehbar.
Das grandiose Set-Design (wir befinden uns Anfang der 70er Jahre in San Fernando Valley, LA) und die perfekte Musikauswahl, machen "Licorice Pizza" zu einem weiteren Geniestreich in der Filmografie von Paul Thomas Anderson.
sommer
sommer

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4,5
Veröffentlicht am 12. Februar 2023
LICORICE PIZZA v. Paul Thomas Anderson, mit den Debütanten Cooper Hoffman (Sohn v. Philip Seymour Hoffman) und Alana Haim (von der Drei-Schwestern-Band HAIM, für die Anderson bereits einige Videos gedreht hat). Eine anspruchsvolle und doch mit episodisch leichter Hand erzählte Coming-of-Age-Geschichte über ein ungleiches Paar (sie ist zehn Jahre älter als er), verankert in Los Angeles im Jahr 1973, mit Verweisen auf die Geschichte Hollywoods, auf die Bigotterie und den Rassismus der Zeit u auf die Idee des Selfmademan. Vor allem aber ist es es die humorvoll erzählte Geschichte einer Beziehung, die gar keine sein will. Sie laufen beständig voreinander weg und zugleich aufeinander zu. Die jüdische Tradition wird im Übrigen auch bedient, durchaus selbstironisch von der echten Haim-Familie, die allesamt mitspielen. Der FILMDIENST hat den 134-Minuten-Film zum besten Film des abgelaufenen Jahres gekürt: „Die Flüchtigkeit ist das Grundprinzip und zugleich die große Stärke von „Licorice Pizza“. Schwebend navigiert Regisseur Paul Thomas Anderson den Film durch das San Fernando Valley, einen weniger prominenten Stadtteil von Los Angeles. Dass der prominenteste Stadtteil gleich um die Ecke liegt, ist jederzeit spürbar. Showbusiness, Filmgeschichte und Meta-Kommentare sind immer dabei, drängen sich aber nie auf.“
Sean Penn und Tom Waits haben einen kurzen herrlichen Auftritt.
Cursha
Cursha

7.500 Follower 1.067 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 29. Dezember 2022
Die Faszination für "Licore Pizza" wird sich mir wohl nicht erschließen. Die Ausstattung ist super und fängt die 70er super ein und auch die Darsteller machen einen guten Job, aber mir viel es verdammt schwer in die Geschichte rein zu kommen, weil mir die Figuren keine Authentizität boten und es mir eigentlich ständig nur ein hin und her war, was nach einer gewissen Zeit sehr ermüdend wurde. Insgesamt wirkt der Film wie eine Aneinanderreihung von Episoden und Ideen, die man mit Mühe versucht hat in einen Film zu pressen. Leider eine Enttäuschung für mich.
Andreas S.
Andreas S.

12 Follower 193 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 15. November 2022
Da ist Paul Thomas Anderson ja mal wieder ein großer Wurf gelungen. Fern jeder Schwermut, die sonst oft über seinen Werken hängt (There Will Be Blood, Magnolia, The Master), schwebt über Licorice Pizza eine beschwingte Leichtigkeit. Der Film macht einfach gute Laune. Mir jedenfalls.
Der 15-jährige geistig wie körperlich frühreife Schüler, Schauspieler und Jung-Geschäftsmann Gary Valentine und die 10 Jahre ältere Alana Kane sind das spannendste Liebespaar der letzten Jahre. Der selbstsichere blutjunge Self-Made Youngster Gary verliebt sich unsterblich in Alana, eine junge Frau aus jüdischem Elternhaus, die noch zu Hause wohnt und nicht genau weiß, wo die Reise hingehen soll. Sie arbeitet zunächst als Assistentin eines Fotografen, der alle Kids einer Highschool für die üblichen Jahrgangsbilder ablichtet. Hier läuft sie Gary über den Weg. Später arbeitet sie als Senior-Partnerin mit Gary, der immer wieder neue Geschäftsideen hat.
Obwohl sie ihn sehr mag, kann sie sich eine Beziehung mit einem Jugendlichen nicht vorstellen. Sie kann sich nicht eingestehen, wie sehr sie auf den Jungen steht. Das kann doch gar nicht sein.
In vielen zuckersüßen, spannenden und witzigen scheinbar nicht zusammenhängenden Episoden erzählt Anderson von einer großen Liebe, einer wunderschönen Romanze zwischen zwei jungen Menschen, die nicht voneinander lassen können.
Alana Haim spielt ihre Rolle als Alana Kane einfach wunderbar. Was für eine wunderbare Neuentdeckung. Ihr unverbrauchtes Spiel fernab jeder Eitelkeit ist ein Genuss. Keine Ahnung wie Anderson auf den Indie-Pop Star gekommen ist. Wahrscheinlich ist die Idee in ihm gereift, als er einige Videos der Indie-Pop Band Haim inszeniert hat. Wie auch immer. Alana ist ein brillanter Glücksgriff.
Die Rolle des Gary hat Cooper Hoffman, der Sohn der verstorbenen Schauspiel-Legende Phillipp Seymour Hoffman, in seinem ersten Spielfilm überhaupt, übernommen. Und auch hier gelingt Anderson ein absoluter Glücksgriff. Wie der Vater, mit dem Anderson einige Male gearbeitet hat, so anscheinend auch der Sohn. Top Schauspiel-Debut.
Sean Penn, Bradley Cooper, Tom Waits, Benny Safdie und Vater DiCaprio sind in kleineren Rollen zu sehen. Alles kleine, köstliche Highlights.
Im hippen, abgedrehten, kunterbunten Los Angeles der frühen 1970er Jahre erleben Gary und Alana die verrücktesten Geschichten. Am Ende versteht Alana, daß es nicht darum geht, Konventionen zu entsprechen, sondern ihrem Herzen zu folgen.
Licorize Pizza ist ein echter Knaller, vielleicht ein bißchen zu lang geraten. Ich alerdings habe nicht in einer Sekunde Langeweile empfunden, ganz im Gegenteil. Ich hätte noch mehr Alana und Gary vertragen können, aber das ist Geschmackssache.
aufder LAUer_11
aufder LAUer_11

6 Follower 115 Kritiken User folgen

3,0
Veröffentlicht am 30. März 2022
Ein wirklich schön inszenierter Film mit einer Aussage die ziemlich vorprogrammiert ist und trotzdem gut hergeleitet.
Wo ich den positiven kritiken zustimmen kann ist, dass alles in dem Film zu der Geschichte von Gary und Alana beiträgt. Es ist ihre Geschichte.
Allerdings wars das irgendwie auch schon. Es zieht sich ganz schön.
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 20. März 2022
LICORICE PIZZA
By Paul Thomas Anderson

Was für ein wunderschöner Film. Inhalt wie Erscheinung. Unglaubliche Nahaufnahmen. Es geht um ein Jungen, der sich in ein Mädchen verliebt und ihr ein Date aufdrängt. Gary ist sehr selbstsicher und so geht Alana, die rund zehn Jahre älter ist zu dem Date. Beim Date fragt Gary, Alana nach ihren Lebensplänen. Sie hat keine. Gary erzählt, dass er als Schauspieler arbeitet und eine eigene PR Firma hat. Als Schauspieler ist er Teil eines Musicalensembles. Für eine PR Veranstaltung muss er eine Erwachsene Begleitungsperson mitnehmen und so festigt sich die Freundschaft. Gary kauft ein Wasserbett, welches er dann verkauft. Erfolgreich und so verkauft er weitere. Alana steigt als Geschäftspartnerin ein. Viele Kinder helfen in dem Geschäft mit. Durch ein Ölmangel, muss man sich eine neue Geschäftsidee suchen und dadurch endzweit sich die enge Beziehung, in der bereits Gefühle aufloderten. Alana geht in die Politik und ist von Grays Business eher genervt. Doch am Ende weiß Sie, was Sie an Gary hat.

Alles scheint perfekt in diesem Film. Es gibt kaum Probleme. Alles wirkt so unmöglich und dennoch authentisch. Getragen wird dieser Film durch und durch, durch die Hauptdarsteller: Alana Haim und Cooper Hoffman. Beide spielen sehr authentische Charaktere in einem Film der ansonsten durch Bilder und Handlung besticht und in jeder Minute auch Menschlichkeit durch die Hauptdarsteller transportiert.
Kino:
Anonymer User
1,0
Veröffentlicht am 12. März 2022
Ich habe lange nicht mehr einen so blöden, langweiligen, vorhersehbaren und nervigen Film gesehen wie diesen.
Worauf es hinaus läuft, ist von Anfang an klar: Dass die, die sich eigentlich nicht kriegen können, sich am Ende dann doch kriegen.
Diese Geschichte schleppt sich durch immer neue - für mich nicht witzige - Episoden. Und kaum denkt man: "So, jetzt ist es bald vorbei", kommt die nächste bis zum Happy End.
Das Ganze ist fast die ganze Zeit mit Musik unterlegt, die wohl ein "Flower-Power-Feeling" aufkommen lassen soll, nach einer halben Stunde aber nur noch nervt.
Sehr enttäuschend.
Marcel-1981
Marcel-1981

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4,5
Veröffentlicht am 17. Februar 2022
Gestern habe ich es auch endlich geschafft, mir diese Filmperle anzuschauen. Am Ende muss ich sagen: Für mich ein toller 70er Feelgood-Movie. Nicht alles ist perfekt und manchmal habe ich mich erwischt, auf die Uhr zu schauen, weil sich manche Handlungsstränge etwas gezogen haben. Auch dieses Hin und Her zwischen den beiden war manchmal etwas unrealistisch...
Am Ende komme ich aber aus dem Kino, schlafe eine Nacht drüber und denke: Was für eine tolle Reise mit Magie!
Und so ist es doch bei allen Sachen: Man erlebt zusammen was, nicht alles ist perfekt aber am Ende bleiben die tollen Erinnerungen - und die zählen!!
4,5 / 5
Kino:
Anonymer User
4,0
Veröffentlicht am 16. Februar 2022
Bizarr, schräg, komisch, grandios.
Alle Adjektive treffen für Paul Thomas Andersons neuesten Streich perfekt zu.
Brilliante Dialoge, abgefahrene Szenen und eine grandiose Performance - vor allem von den beiden „Newcomern“.
Die einzige Frage, die sich mir stellt, ist die, woraus genau sich der Titel zusammensetzt.
„Licorice Pizza“ ist speziell. Er ist sehr eigen… und er trägt Andersons Handschrift.
Auf seine eigene Art und Weise erzählt der Regisseur, der zugleich auch das Drehbuch für diese aberwitzige Geschichte schrieb, eine etwas andere Liebesgeschichte, gepaart mit charmanten Coming-of-Age-Passagen, situationsbedingter Romantik und positiven Vibes.
Das Setting ist großartig! Das Feeling der 70er ist in jeder einzelnen Einstellung gegeben und ich, als Zuschauer, war in einem anderen Jahrzehnt. Was diesen Aspekt betrifft: 10 out of 10!
Dahingehend ist auch der Soundtrack sehr passend zugeschnitten worden. Die Soundeffekte und die Kostüme in „Licorice Pizza“ katapultieren den Zuschauer in das Amerika der frühen 70er. Die Zuschauer*innen verfolgen von Minute eins eine schräge Romanze zwischen zwei völlig verschiedenen Figuren.
Die Chemie der beiden Hauptdarsteller*innen funktioniert - zumal beide, was ihre jeweilige Filmhistorie betrifft, ein unbeschriebenes Blatt sind (absolute Newcomer). Für ihre ersten Performances gelingt es beiden Darsteller*innen mit Leichtigkeit diese Story zu tragen. Mit großen Namen wie den zweifachen Oscarpreisträger Sean Penn oder Bradley Cooper im Cast ist der Film nahezu perfekt. Er hat 3 Oscar-Nominierungen und hat sogar gute Chancen auf den Drehbuch-Oscar.
Wäre da nicht…
Das Drehbuch. So gut die Dialoge und die unvorhersehbaren Happenings dieser Story auch sind, gibt es keine wirkliche Entwicklung. Wenn man mich nach dem Film fragen würde worum es in diesem Film ging, würde ich lediglich sagen, dass es eine Liebesgeschichte ist, die langsam an Fahrt gewinnt. Die Betonung liegt hier auf langsam, denn der Film dauert über 130 Minuten. Eine Kürzung der Lauflänge und das Weglassen einiger Erzählstränge hätten diesem Film sehr gut getan! Womit auch eigentlich einige Figuren weggelassen hätten können. Mindestens eine halbe Stunde weniger hätte diesem Film geholfen, doch so ist er inmer noch sehenswert.
Wenn man einen Film sehen möchte, der einem einen guten Abend und ein außergewöhnliches Kinoerlebnis bescheren soll, ist „Licorice Pizza“ die richtige Wahl! Vor allem eingefleischten P.T.A. Fans lege ich sein neuestes Werk ans Herz, welches sich von seinen letzten Filmen wie „The Master“, „Phantom Tread“ oder „There Will Be Blood“ am ehesten stimmungsmäßig an den Vibes von „Boogie Nights“ orientiert - jedoch bleibt die spielerische Dynamik des Kultfilmes an dieser Stelle in „Licorice Pizza“ aus.
Ein anspruchsvoller und abgedrehter Film über das Erwachsenwerden, das sich verlieben, das Älter werden, moralische Werte reflektieren und gute-Laune-haben.

Von mir gibt es gut und gerne eine lieb-gemeinte 8,4 von 10 Punkten.

An diejenigen, die den Film bereits gesehen haben:
Mein Lieblingszitat des Filmes war:
„Sie erinnern mich an einen Pitbull. Ein Pitbull mit einer jüdischen Nase.“


Bliebt gesund, ihr lieben! 
FILMGENUSS
FILMGENUSS

998 Follower 942 Kritiken User folgen

3,5
Veröffentlicht am 5. Februar 2022
START-UPS MIT HERZKLOPFEN
von Michael Grünwald / filmgenuss.com

Die drei Filmemacher, die sich Anders(s)on nennen – Wes, Roy und Paul Thomas – haben eines gemeinsam: eine Vorliebe für szenische Miniaturen, für Anekdoten, die durchaus autobiographisch gefärbt sein können. Der neue Film von letzterem, also Paul Thomas, erzählt im Grunde genommen die simple Lovestory zwischen einem Teenager und einer um zehn Jahre älteren Frau, versetzt diese aber so sehr mit charmant-skurrilen Alltags-Bonmots, dass man vermuten könnte, Licorice Pizza bietet mehr als nur das. Nämlich ein ganzes Zeitbild. Dabei bemüht das Kino abermals die Siebziger, von denen es nicht genug bekommen kann. Die Mode, die Musik, der Lebensrhythmus, die Sehnsucht nach einer Zeit ohne Handy und Internet, wo junge Leute tatsächlich noch physisch mit angepackt haben und nicht nur über Tiktok Blödsinn ausprobieren. Die Siebziger, die waren echter, greifbarer, direkter. Paul Thomas Anderson würde überhaupt den Rest seines Lebens dort verbringen, das war doch schon in Inherent Vice oder Boogie Nights so. Womöglich sind da Anderson selbst wirklich einschneidende Erlebnisse widerfahren. Vielleicht gar so eine Schwärmerei wie diese.

Im Zentrum des Geschehens steht der Kinderschauspieler und Jungunternehmer Gary Valentine, der eines Tages an der Schule Alana kennen und lieben lernt. Sie ist diejenige, mit der er den Rest seines Lebens verbringen will. Er lässt nicht locker, um ein Date zu arrangieren. Aus diesem Date entwickelt sich eine Freundschaft mit einseitiger Verliebtheit. Alana fühlt sich natürlich geschmeichelt, möchte die Avancen Garys einerseits nicht missen, andererseits ist sie seine Anstandsdame. Und außerdem Jüdin. Sowas vertragen die gesellschaftlichen Normen der Siebziger nicht. Aufbauend auf diesen Status Quo, stampfen Gary und Alana allerlei gemeinsame Projekte aus dem Boden, dank des Start-Up-Know Hows des jungen, etwas pummeligen Tausendsassas, der einmal mit Wasserbetten, dann wieder mit Flipperautomaten die Wirtschaft ankurbelt. Zwischendurch probiert sich Alana im Schauspiel, und überhaupt ist die Spielwiese der beiden gefühlt ganz Amerika, das sich aus- und umprobieren lässt. Das mal abenteuerlich, mal streitbar, mal gefühlvoll vor sich hin blubbert. Als wäre die ganze Welt ein Wasserbett.

Irgendwann aber meint es Paul Thomas Anderson zu gut mit seinem Zeitbild, mit seinen Anekdoten und Gastauftritten einiger Stars, die in ihren kleinen Rollen so sehr punkten, weil nicht viel davon abhängt und der Druck, einen ganzen Film zu tragen, nicht auf ihren Schultern lastet. Geheimes Highlight des Films: Bradley Coopers Performance in Weiß. Licorice Pizza (der im Film niemals erwähnte Name eines Plattenlabels aus den Siebzigern) lässt im Bild- und Erzählstil von American Graffiti oder Once Upon a Time… in Hollywood zwei komplett unbekannte, erfrischend neue Gesichter die Leinwand füllen: Alana Haim und Cooper Hoffmann, Sohn des viel zu früh verstorbenen Philipp Seymour. Und auch wenn man es nicht weiß – der Junge sieht seinem Papa unglaublich ähnlich. Sein Spiel ist ungekünstelt und fernab jeglichen Manierismus – ein unbeschriebenes, strahlend helles Blatt. Genauso wie Alana Haim, die gleich ihre ganze Familie mit in den Film geholt hat, um ihre Familie zu spielen. Die junge Dame mit der markanten Nase und dem verschmitzten Lächeln ist einfach hinreißend und genauso authentisch wie ihr Partner. Ein einnehmendes Duo, mit viel Sympathie füreinander und ihr Publikum.

Ist Licorice Pizza also der beste Film der letzten Jahre, wie Kritiker meinen? Der große Wurf? Ich würde meinen: Mit Anderson ist diesmal seine Fabulierlust durchgegangen. Zum Glück verliert er sich nicht so sehr in Nebensächlichkeiten wie in dem aus meiner Sicht leider missglückten Inherent Vice, doch dennoch zieht sich das Sammelsurium aus Romanze und den Abenteuern eines Jungunternehmers deutlich in die Länge. Und die Frage, die mich dabei stets beschäftigt: Warum müssen der Teenie und auch all seine Freunde eigentlich nicht zur Schule? Warum darf ein Minderjähriger ein Unternehmen gründen? Woher hat Gary das Know-How? Könnte sein, dass Licorice Pizza ein Film über ein Genie ist, in einer paradiesischen Siebziger-Alternativwelt, in der alles möglich zu sein scheint.
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