Dornröschen und der Prinz
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Sebastian Schlicht7
Sebastian Schlicht7

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3,0
Veröffentlicht am 4. Juli 2026
Optisch anmutiger Zeichentrickfilm, der jedoch problematische Elemente verherrlicht und sogar zelebriert!

1959 brachte Disney ein vorerst letztes Mal eine klassische Märchenverfilmung mit einer Prinzessin auf die große Leinwand: „Dornröschen“. Basierend auf dem Original von Charles Perrault, verfilmte Walt Disney mit seinem Team das Ganze und schuf einen weiteren Zeichentrick-Klassiker… Damals jedoch war der Film ein Flop und erlangte erst später den Status als Disney-Meisterwerk. Seitdem sind jedoch viele Jahrzehnte vergangen und „Dornröschen“ (im Englischen „Sleeping Beauty“) hat mittlerweile fast 70(!) Jahre auf dem Buckel. Der Einfluss ist nach wie vor groß: Aurora ist nach wie vor eine der bekannten Disney-Prinzessinnen und Malefiz erhielt ihre eigenen (teils katastrophalen) Live-Action-Filme. Auch ich mochte den Film sehr, doch in 2026 ist das Werk in meinen Augen nur semigut gealtert, was auch an der problematischen Vorlage liegt.

Die Handlung ist bekannt: An ihrem 16. Geburtstag fällt das Mädchen Aurora in einen tiefen Schlaf. Grund dafür ist der Fluch einer Hexe namens Malefiz. Doch der Kuss wahrer Liebe könnte sie wieder wecken und retten…

Obwohl der Film „Dornöschen“ heißt, hat die Protagonistin erstaunlich wenig Screentime und wirkt eher wie ein Requisit als eine echte Figur. Die wahren Protagonistinnen sind die drei Feen, was seine Vor- und Nachteile hat. Einerseits sind die drei sehr putzig und liebenswert, auf der anderen Seite ist dadurch die eigentliche Liebesgeschichte zwischen Aurora und Prinz Phillip sehr schwach gehalten. Nicht so schlecht wie in „Cinderella“, aber auch nicht wirklich gut. Immerhin haben wir Malefiz als diabolisch unterhaltsame Bösewichtin mit ikonischem Outfit.

Ikonisch sind vor allem die technischen Aspekte des Films: Das Ganze sieht auch heute noch fantastisch aus und besticht durch einen Disney-untypischen Zeichenstil, der eher symmetrisch und kantig ist, im Gegensatz zu den sonst runden Formen. Dadurch kommt auch der mittelalterliche Flair äußerst gut zum Vorschein und der Film hat eine teils atemberaubende Ästhetik. Auch der Soundtrack ist großartig: Der große George Bruns, der hier sein erstes großes Disney-Projekt vertonen durfte, baute die Ballett-Musik von Tschaikowsky mit in den Score und schrieb Lieder zu den bestehenden Melodien. So entstand unter anderem das wunderschöne Stück „Once Upon a Dream“.

So wundervoll die technischen Aspekte sind, so problematisch ist die Story. Hier und da konnte sich Disney vom konservativen Märchen lösen und den Figuren etwas mehr Tiefe geben (im Original gibt es zum Beispiel kein Treffen der Liebenden vor dem Fluch) und teilweise aufregende Actionmomente (wie das Finale) kreieren. Warum aber der Fokus weg von Dornröschen selbst gelenkt wurde, ist für mich nach wie vor unverständlich. Das Problem gab es aber natürlich auch schon vorher bei „Schneewittchen“ und „Cinderella“. Leider erkennt man dadurch, wie Frauenfiguren damals behandelt wurden, sowohl in der Literatur als auch in Hollywood. Ja, die Feen sind drei Frauen und das ist auch sehr erfrischend, aber im Grunde sind sie eher die Nebenfiguren der Handlung. Da sie aber für die meisten „lockeren und witzigen“ Szenen verantwortlich sind, wählte man offenbar diese Charaktere als Fokus. Selbst die Väter der Liebenden haben mehr Text und Aufmerksamkeit…

Des Weiteren lässt sich nicht verleugnen, wie unangenehm einige Aspekte des Märchens und auch des Films sind: Arrangierte Kinderehen werden romantisiert, ebenso wie die Monarchie (leider vollkommen normal in 90% der Märchen) und die Übergriffigkeit eines Prinzen gegenüber einem Kind (Aurora sieht zwar nicht ein Mädchen aus, ist es aber natürlich trotzdem) wird als rettender Kuss verherrlicht und gefeiert. Damit wird Dornröschen zu dem, was viele Frauen damals leider waren und auch heute noch sind: Trophäen.

Fazit: Dass man den Film trotzdem schauen und unterhaltsam finden kann, möchte ich nicht bestreiten. Aber all diese Aspekte sollte man nicht vergessen und schon gar nicht ignorieren. Deswegen bin ich leider sehr zwiegespalten, denn einerseits ist „Dornröschen“ ein süßer und teils atemberaubend schöner Zeichentrickfilm, auf der anderen Seite verherrlicht er patriarchales Verhalten ohne jegliche Form von Kritik. Dabei konnte Disney seine weiblichen Figuren auch deutlich besser inszenieren, wie etwa in „Alice im Wunderland“.
Josi1957
Josi1957

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3,5
Veröffentlicht am 23. August 2023
Das 16. abendfüllende Werk aus dem Hause Disney ist einer der großen Klassiker, das nur selten zu sehen ist. Fünf Jahre dauerte die Fertigstellung des Zeichentrickhits, in dem Figuren und Hintergrund von Hand gezeichnet sind. Einfach zauberhaft - und mit Musik von Tschaikowski untermalt.
Lisa D.
Lisa D.

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5,0
Veröffentlicht am 22. Juni 2019
Einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Ich liebe Aurora und sie ist einer meiner Lieblingscharaktere. Wunderschöner Film mit bezaubernden Liedern und der wunderschönen Geschichte.
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