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    Come Back, Mr. Dundee
    Kritik der FILMSTARTS-Redaktion
    3,0
    solide
    Come Back, Mr. Dundee

    Endlich wieder Crocodile Dundee - aber anders als erwartet

    Von Lutz Granert
    Bis heute verbindet man mit Paul Hogan vor allem seine Rolle als Titelheld der „Crocodile Dundee“-Filme. Aber während die ersten beiden Teile um den Krokodiljäger aus dem australischen Outback, der in den USA mit den Gefahren des Großstadtdschungels konfrontiert wird, in den Achtzigern noch allerlei Kassenrekorde brachen, blieb die späte Fortsetzung „Crocodile Dundee in Los Angeles“ bereits 2001 sowohl qualitativ als auch finanziell deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das war's also mit der Filmreihe, sollte man zumindest meinen.

    Aber wie aus dem Nichts wurde im Januar 2018 plötzlich ein erster Trailer für einen angeblich geplanten vierten Teils mit dem Titel „Dundee: The Son Of A Legend Returns Home“ veröffentlicht. Darin spielte der Comedian Danny McBride den bis dahin unbekannten und fürs Leben in der Wildnis gänzlich ungeeigneten Sohn des Kult-Krokodiljägers. Allerdings entpuppte sich das Projekt schnell als geschickter Fake – es handelte sich lediglich um eine für den Super Bowl entwickelte Werbekampagne der australischen Tourismusbehörde, die in den USA um Urlaubsgäste warb.

    Mehr "Crocodile Dundee" – aber nicht Teil 4!


    Neues Futter für „Crocodile Dundee“-Fans gibt es nun aber trotzdem – allerdings in Form einer Mockumentary. Nachdem er Paul Hogan bereits in der Abenteuerkomödie „Crocodile Daddy“ inszenierte, arbeitet Regisseur und Co-Autor Dean Murphy bei „Come Back, Mr. Dundee“ erneut mit seinem inzwischen über 80-jährigen Star zusammen, der hier eine fiktive Version von sich selbst spielt. Auch wenn es zuweilen an Ideen und Biss fehlt, so stellt sich bei der Komödie – auch dank Gastauftritten von Stars wie Olivia Newton-John („Grease“), Chevy Chase („Die schrillen Vier auf Achse“) oder „Monty Python“-Comedian John Cleese – schnell ein wohliges Achtziger-Retro-Feeling ein.

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    Paul Hogan versucht also in seinem Haus in Los Angeles seine Rente zu genießen. Aber er kommt einfach nicht zur Ruhe. Ein Ritterschlag durch die Queen steht an und als er sich bei einem Treffen mit einem Filmstudio dagegen ausspricht, einen schwarzen Schauspieler als Sohn in einer weiteren „Crocodile Dundee“-Fortsetzung zu besetzen, gerät er in den Verdacht, ein Rassist zu sein. Mit einem Wohltätigkeits-Event versucht Hogans Freundin Olivia Newton-John das angeschlagene Image wieder aufzupolieren, aber dann knockt Hogan versehentlich auch noch eine Nonne aus. Gelingt es ihm trotzdem, seinen einstmals guten Ruf wiederherzustellen?

    Als ob der Rassismusvorwurf nicht schon schlimm genug wäre, verpasst Paul Hogen auch noch einer Nonne einen Kinnhaken...


    Der eigentlich gutmütige Paul Hogan nimmt hier wirklich jeden Fettnapf mit – und die daraus resultierenden Albernheiten haben mit der trockenen Situationskomik der alten „Crocodile Dundee“-Filme oft nur noch wenig gemein. Aber zum Glück bietet das Skript auch einige intelligentere Pointen, gerade wenn es um den Umgang mit berühmten „Crocodile Dundee“-Punchlines geht. In einer Traumsequenz erhält etwa die berühmte „Das ist kein Messer. DAS ist ein Messer!“-Szene aus dem ersten Teil eine Neuauflage als irrwitzige, knallbunt-glitzernde Musical-Nummer.

    Auch die Gastauftritte von zwei Achtziger-Filmstars, die hier – leider ohne rechten Biss – mit ihrer eigenen politischen Unkorrektheit kokettieren, bleiben durchaus in Erinnerung: So sitzt Hogan einmal mit dem großspurig palavernden Chevy Chase mit tief ins Gesicht gezogenem „Caddyshack“-Basecap in einem Restaurant, wobei der ja tatsächlich vor einigen Jahren nach allerlei Verfehlungen bei „Community“ rausgeflogene Schauspieler erst die Falschmeldung streut, einen Oscar gewonnen zu haben – und dann einfach so die Zeche prellt.

    Am Ende schmeißt sich Paul Hogan - wenn auch wiederwillig - doch noch mal in seine kultigen "Crocodile Dundee"-Klamotten.


    Auch der ehemalige „Monty Python“-Komiker John Cleese ist mit seiner typischen snobistischen Attitüde als Hogans Uber-Fahrer einfach nur köstlich. Als sich herausstellt, dass er ohne Führerschein in einer gestohlenen Limousine unterwegs ist, wahrt er selbst bei einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd mit der Polizei stets die Contenance. Doch das war es noch lange nicht den Gastauftritten: Zu Hogans Verfehlungen werden in Fernsehmagazinen - von Chris Hemsworth bis Mel Gibson - auch zahlreiche prominente Landsleute des gefallenen Stars befragt.

    Solche tatsächlich selbstironisch-witzigen Momente entschädigen dann auch dafür, dass (wohl auch altersbedingt) nur noch selten der raue, aber herzliche „Crocodile Dundee“-Charme durchblitzt. Paul Hogan beschränkt sich mit schlohweißem Haar und geringem Aktionsradius auf ein paar trockene Gags und halbagile Minenspiele, belohnt das Publikum aber zumindest im Abspann in voller „Cocodile Dundee“-Montur mit dem besten Gag des Films, bei dem – wie könnte es auch anders sein – erneut ein riesiges Messer eine wichtige Rolle spielt.

    Fazit: Die augenzwinkernde, meta-fiktionale Komödie „Come Back, Mr. Dundee“ liefert zwar viele Pointen über alte, weiße Männer, ist dabei aber eigentlich viel zu harmlos, um wirklich als selbstironische Satire zu zünden. Dank viel Achtziger-Retrocharme ist die Mockumentary aber für Fans von Paul Hogan und der „Crocodile Dundee“-Filme aber trotzdem immer noch kurzweilig genug.



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