Das Leben kann so schön sein, selbst wenn die Welt unter geht
Stephen Kings Kurzgeschichten wurden immer mal wieder äußerst erfolgreich verfilmt: „The Green Mile“ und „Die Verurteilten“ (letzterer ist auf imdb nach wie vor der am besten bewertete Film aller Zeiten!) sind die populärsten Beispiele. 2024 wurde eine weitere King-Kurzgeschichte verfilmt: „The Life of Chuck“. Regie führte dieses Mal Mike Flanagan, den ich vor allem als Kopf hinter der Serie „Spuk im Hill House“ und „Bly Manor“ kannte. „Hill House“ hatte mich jedoch nicht sonderlich begeistert, Flanagans Filme jedoch scheinen deutlich besser zu sein. Bis 2024 ar er vor allem im Horrorgenre unterwegs und hatte bereits eine King-Geschichte verfilmt („Doctor Sleep“). Doch nachdem ich „Life of Chuck“ nun gesehen hab, bin ich wirklich positiv überrascht, denn dieses Werk hier ist erstaunlich berührend und mitreißend.
Der Titel des Films sagt es zwar schon, aber ich möchte eigentlich nicht mehr verraten, denn je weniger man weiß, desto besser wird das Filmerlebnis werden, da bin ich sicher!
Wichtig ist nur zu wissen, dass der Film ein überraschend toller Mix aus verschiedenen Genres ist. Klar, das Ganze ist ein Drama, aber immer wieder driftet der Film auch in düstere Regionen ab, aber auch wirklich lebensbejahende Momente finden sich. „Life of Chuck“ ist vor allem eins: Unvorhersehbar! Und das ist toll. Gerade der erste Teil des Films wird sicherlich auch viele andere Zuschauer*innen überraschen. Und selbst wenn man „Life of Chuck“ ein zweites Mal sieht oder sich vermutlich denken kann, i welche Richtung die Story mit der Zeit geht, so bietet der Stoff doch erstaunlich viel tiefsinnige Themen und Ansichten. Große Dinge wie das Leben, das Universum oder die eigene Existenz werden hier angesprochen und das sehr Hollywood-mäßig, aber dennoch berührend.
Perfekt ist der Film in meinen Augen dennoch nicht: Ein paar Momente sind doch sehr klassischer Hollywood-Kitsch und besonders das Ende hat mir nicht ganz so zugesagt und etwas von der Magie der Geschichte genommen. Aber wie so oft, ist das natürlich Geschmackssache.
Andere Momente habe ich wirklich gefeiert: Die große Tanzszene ist stellenweise wirklich fantastisch und einige der Figuren habe ich sofort in mein Herz geschlossen, weil sie so gut umgesetzt wurden. Selbst kleine Nebenfiguren haben unfassbar viel Charme und Seele. Dazu trägt sicherlich auch der große Cast bei: Tom Hiddelston ist toll, ich fand aber vor allem seine junge Version (Benjamin Pajak) klasse. Auch Mark Hamill, Chiwetel Ejiofor und Karen Gillan mochte ich sehr. Der Film ist zudem voll von kleinen Cameos großer Darsteller*innen.
Technisch ist der Film ebenfalls sehenswert: Die Kameraarbeit von Eben Bolter ist wundervoll und energetisch (besonders die Tanzmomente). Der generelle Look vom Film ist zwar etwas zu glatt und modern (besonders die CGI- und Greenscreenmomente wirken zu künstlich), aber dennoch ist „Life of Chuck“ äußerst angenehm anzusehen. Dazu gesellt sich auch ein schöner Score von den Newton Brothers, sowie einige starke Songs.
Fazit: Nicht jeder wird dem Vibe des Films verfallen, manchen wird das Ganze zu kitschig sein, andere jedoch werden „Life of Chuck“ sicherlich lieben. Und obwohl ich den Film nicht perfekt finde, so hat er doch bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Tatsächlich hat das Werk viele Gefühle bei mir wachgerüttelt, aber mir vor allem auf eine wärmende Art gezeigt, wie schön und kostbar das Leben doch sein kann. Das ist kitschig, aber so ist das Leben nun ab und zu mal eben!