Gosford Park
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Jimmy v
Jimmy v

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4,0
Veröffentlicht am 3. November 2012
"Gosford Park" ist ein sehr komplexer Film, obwohl - oder gerade weil - er auf kleinem Raum, nämlich dem namensgebenden Landsitz, spielt. Doch dafür gibt es unzählige Figuren, die in den credits der Übersicht halber unter "Above stairs", "visitors" und "downstairs" aufgezählt werden. Das Tolle an Altmans Filmen ist, dass fast alle Figuren - und seien ihre Auftritte noch so kurz - sehr genau charakterisiert werden und komplex sind. Jede einzelne Gestalt könnte quasi ein eigenes Spin-off erhalten, so viel Arbeit steckt dahinter. Dass in der Spielzeit nichts passiert, kann man so nicht sagen. Wie man also mitdenken muss was die Aufmerksamkeit für das Geschehen angeht, so muss man auch mitdenken wie die Figuren so sind. -
Gespalten in zwei Teile, überzeugt "Gosford Park" vor allem als Milieustudie. In kleinen wie großen Szenen entlarvt er durchaus das scheinheilige Verhalten der Snobs und stellt sich durchaus auf die Seite des Dienstpersonals. Dabei haben die Figuren von oben, die das Geld brauchen, sicher ihre Gründe so oder so zu agieren (Ironisch-lustig ist sicher, dass gerade der Künstler, den die Leutchen so belächeln, hier am wenigsten abgehoben erscheint). Das Ganze geschieht mit teils echt guten, doppelböden Witzen und hat etwas sehr satirisches. Dass man dann aber gar kein echtes Whodunnit-Konzept probiert, ist etwas schade, weil dieser zweite Teil des Films da nicht mehr so überzeugt. Das liegt nicht einmal daran, dass der Krimiplot zu simpel wäre - nein, eher liegt es an der eigentlich sehr ernsten und traurigen Geheimnis, die durch die fast schon comic relief-artigen Figur des Inspektors und seines Constables ein wenig ins Lächerliche gezogen wird. Auch dass kaum ein Charakter um den Emordeten trauert, vor allem aber keine Angst vor dem noch frei herumlaufenden Mörder hat, wirkt irgendwie sehr unrealistsich für das ansonsten doch ziemlich gut gezeichnete Bild. -
Fazit: Man merkt "Gosford Park" an, dass er insbesondere mit seiner Gesellschaftskritik ein bisschen Satire sein will. Mit dieser Prise funktioniert das wunderbar. Dafür bleibt aber der Krimiteil auf der Strecke, der einfach etwas knackiger hätte sein müssen angesichts der letztlichen Storykonstellation.
Josi1957
Josi1957

172 Follower 828 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 19. April 2023
Mutet zunächst wie ein klassischer Whodunit-Krimi an, entpuppt sich dann aber als bissiges, meisterliches Sittengemälde der britischen Klassengesellschaft. Julian Fellowes, der das Drehbuch schrieb, erfand später übrigens die Adelsserie *Downton Abbey* (2010-2015).
Kino:
Anonymer User
3,5
Veröffentlicht am 20. April 2010
Wenn der Regisseur nicht Großmeister Robert Altman wäre, könnte man diesen Film mit Nichtbeachtung in der Vergessenheit versenken. Doch dann macht zunächst einmal das riesengroße Staraufgebot hellhörig. Andererseits hätte nur ein wirklicher Könner wie er so einen Film machen können. Eine überaus prächtige Ausstattung sorgt für die Atmo im Schloss. Eigentlich passiert fast nichts. 90% sind Small Talk, gemischt mit albernen Gehässigkeiten, blasiertem Snobismus oder arrogantem Standesdünkel. Selbst ein Mord bleibt fragwürdig und die Anwesenden schenken ihm weiter wenig Beachtung. Man ahnt ein Motiv. Es bleibt aber ziemlich vage. Ist es ein Spiegelbild der englischen Gesellschaft vor dem 2. Weltkrieg? Die unheilvolle Aufspaltung in zwei Klassen? Eine dem Untergang geweihte Aristokratie? Von alledem ein bisschen. Mit leichter Hand inszeniert wartet man darauf, dass etwas passiert. Aber je länger das Warten andauert, desto ermüdend wird es.
Kino:
Anonymer User
4,5
Veröffentlicht am 5. November 2016
Eine virtuose, athmosphärische sowie hervorragend gespielte Mischung aus Detektivgeschichte und Komödie, die von zu Zeit zu Zeit immer weiter in die verflochtenen Beziehungen der Figuren eindringt, um in einem emotional berührenden Höhepunkt zu gipfeln, der wie der gesamte Film angenehm ruhig und zurückhaltend inszeniert ist.
Christian Alexander Z.
Christian Alexander Z.

201 Follower 991 Kritiken User folgen

5,0
Veröffentlicht am 26. August 2018
Ganz großes Kino. Die anfänglich schwer zu durchschauen Komplexität von Personen, teilweise mit alias - Namen agierend, Handlungslnien und Intentionen wird in weiteren Verlauf immer klarer und es enthüllt sich quasi die Geschichte, um die es eigentlich geht. Opulenz und Erzählgeschwindigkeit passen, man muss sich allerdings auf den Film einlassen. Das wird belohnt.
Kino:
Anonymer User
2,5
Veröffentlicht am 19. März 2010
Also ich finde ich die Schauspieler sind vorzüglich ausgewählt und spielen ihren Rollen perfekt. Doch leider hat der Film nicht genug Handlung für über 2 Stunden und wirkt daher sehr langatmig.

Deshalb ist der Film nur eingeschränkt zu empfehlen.
aufder LAUer_11
aufder LAUer_11

6 Follower 113 Kritiken User folgen

4,5
Veröffentlicht am 9. März 2026
Gosford Park ist ein stark inszenierter Film. Charaktere und Dialoge, die Kamerafahrten, alles in der Art und Weise schön. Das Gefühl einer Zeitenwende und das langsame Ende der britischen Aristokratie und der Ständegesellschaft wird sehr gut eingefangen. Der Klassenunterschied, die Arroganz der Oberen und die Minderwertigkeit der niederen sind das zentrale Thema, schließlich auch im Mordfall. Es passiert insgesamt sehr viel, viele kleine, persönliche Geschichten werden erzählt und das in einer wunderbaren Weise. Nicht überfordernd, sondern einfach beobachtend, für den Zuschauer als unsichtbarer Dritter sehr angenehm. Insgesamt sehr rund und sehenswert.
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