Ich möchte mich vorab bei allen Liebhabern dieses Films entschuldigen – und das sind offensichtlich nicht viele. Ich fand den Film wirklich, wirklich schlecht und werde im Folgenden nicht viel Positives dazu schreiben. Gerne lasse ich euch aber euren tollen Liebesfilm, bei jedem kommt er ja unterschiedlich an und ich freue mich, wenn er bei euch so gut funktioniert hat. Also sorry vorab fürs Lieblingsfilm-Bashing...
Ich mag eigentlich Liebesfilme ganz gerne, vor allem, wenn sie eine tragische Wendung mit sich bringen. Dafür müssen aber zwei Grundvoraussetzungen erfüllt sein: Die beiden Liebende müssen die Lovestory glaubhaft transportieren und eine echte Chemie miteinander haben. Und die tragische Wendung muss glaubwürdig in den gesamten Kontext eingebettet sein. Beides ist bei “Wie ein einziger Tag” nicht der Fall...
Rachel McAdams spielt dermaßen hölzern und verkrampft, ihre Figur war mir von Anfang an unsympathisch. Auch Ryan Gosling spielt seinen Noah sehr zurückhaltend, irgendwie mit angezogener Handbremse, seine Emotionen sind zu keinem Zeitpunkt wirklich spürbar. Und dann merkt man auch, dass die beiden eben keine spürbare Leidenschaft miteinander haben, ihre Liebe wirkt unecht, gespielt und ja, im wahrsten Sinne des Wortes lieblos. Ich habe ihnen die leidenschaftliche, große Liebe zu keinem Zeitpunkt abgenommen. Und dann funktioniert diese Lovestory, die eh ziemlich generisch und wenig originell ist, eben überhaupt nicht.
((ACHTUNG SPOILER!!))
Naja, und dann der Twist zum Ende hin, wenn man ihn denn so nennen will... Es war doch schon nach 15 Minuten klar, worauf das alles hinausläuft, die Story war maximal vorhersehbar, es gab keine Überraschungen. Das alles wirkt zudem so dermaßen konstruiert und unecht, als dann noch Allies Mutter einen emotionalen Ausbruch bekommt und ihr unter Tränen praktisch die gleiche Geschichte erzählt, die ihre Tochter gerade durchmacht, also echt mal Leute, bescheuerter geht’s doch gar nicht mehr. Und bis vor 3 Minuten war sie noch knallhart und erbarmungslos ihrer Tochter gegenüber, immerhin hat sie ihr 365 Liebesbriefe vorenthalten, wie herzlos kann eine Mutter sein? Tja, naja, dann hat sie halt mal ihre emotionalen 5 Minuten und alles ist vergessen und vergeben, was für ein Quatsch! Und dann stalkt sie noch ihren Typen von damals, dass sie genau weiß, wo dieser jetzt arbeitet, damit sie ihn einmal pro Woche anschmachten kann und wegfährt, sobald er in ihre Richtung schaut... Arrrghhh. Billigste emotionale Effekthascherei auf unterstem Niveau.
Achja, und dann hat Allie heute Alzheimer-Demenz, kann sich an ihre Familie nicht erinnern, dann fällt ihr plötzlich wieder alles ein, eine Sekunde später verkennt sie Noah wieder und wird aggressiv. Da bekommt sie einen Erregungszustand und dem Doc dort fällt auch nicht mehr ein, als ihr Haldol . zu spritzen – wow! Solche wechselhaften Erinnerungen in diesem Ausmaß gibt es vielleicht bei einer vaskulären Demenz (naja, so eigentlich auch nicht), aber im Leben nicht bei einer Alzheimer-Demenz, das ist komplett unrealistisch und, liebe Leute, das ist nicht romantisch, das ist einfach nur blöde und ein ganz billiger Zaubertrick aus der Hollywood-Mottenkiste.
Bei all dem Quatsch gibt es aber doch noch etwas Positives zu sagen: Der Gimmick am Ende, dass nicht Noah das Tagebuch geschrieben hat, sondern Allie (“lies mir das vor und ich werde mich erinnern...”), war tatsächlich mal ganz nice, den habe ich nicht kommen sehen.
((SPOILER ENDE))
FAZIT: Unglaubwürdige, unoriginelle, klischeebeladene Liebesgeschichte mit zwei Schauspielern, die null Chemie miteinander haben. Die beiden haben zudem eine Verbindung über Jahrzehnte hinweg, mit einem Twist, der schon zu Beginn vorhersehbar ist und zudem maximal konstruiert und völlig unglaubwürdig wirkt. Ich kann an diesem Film nichts Positives finden, tut mir leid. Im Grunde geht es ja schon mit dem völlig bekloppten deutschen Titel los. “The Notebook” wäre so viel schöner und so viel treffender gewesen.