Ich finde, dass „Das Parfum – Die Geschichte eines Mörders“ ein sehr guter Film ist, aber nur, wenn man ihn vor dem Lesen des Buches schaut. Wenn man das Buch erst liest und dann den Film sieht, ist das Erlebnis nicht mehr dasselbe. Was ich meine, ist, dass der Film auf den ersten Blick hervorragend wirkt, besonders wenn man die ganze Geschichte nicht kennt. Die detaillierte Bildsprache, die Musik und der Ton unterstützen das Thema perfekt und schaffen eine dichte Atmosphäre. Doch sobald man das Buch liest, merkt man, was der Regisseur nicht gut umgesetzt hat und wie er es nicht geschafft hat, die Magie von Patrick Süskind zu transportieren. Während der Film für sich allein großartig funktioniert, fehlt ihm die Tiefe und sprachliche Magie von Patrick Süskinds Roman. Dennoch muss man sagen, dass der Film insgesamt sehr gut ist – auch wenn er stellenweise etwas grausam ist. Tykwer hat das Buch auf eine beeindruckende Weise adaptiert, insbesondere wenn man bedenkt, dass er 300 Seiten in nur 2,5 Stunden packen musste. Es ist nicht einfach, so ein komplexes Thema wie Gerüche visuell darzustellen, und in dieser Hinsicht hat er eine sehr gute Arbeit geleistet.