Sieht man sich den Film an, so erkennt jeder sehr schnell die ÃÆ’überlange Einleitung. In geschlagenen 53 min. (!!) passiert erstmal rein gar nichts (in den Comments oft als âââ¬Å¾ein paar LÃÆ’ängenââââœ, wie ich finde, skrupellos verharmlost). Der Regisseur versucht in kalten, dokumentarÃÆ’ähnlichen Bildern dem Zuschauer einen Einblick in die Psyche und GefÃÆ’ühle der 3 Protagonisten zu verschaffen. Das ist vÃÆ’öllig in Ordnung, wÃÆ’ären da nicht diese vergeblichen Versuche ÃÆ’über die HÃÆ’älfte des Filmes einen Einblick in die Jugendkultur von 3 verwahrlosten Teenies zu schaffen; bei âââ¬Å¾HOSTELâââ¬Å✠etwa ist dies durch realitÃÆ’ätsnahes Styling (Ich meine Slang, Outfit etc.) und argloses ausnutzen der FSK 18 (eher) gelungen, bei âââ¬Å¾Wolf Creekâââ¬Å✠bleibt es bei dem Versuch. Seien wir doch mal realistisch, ich selbst bin in etwa in demselben Alter wie die Charaktere und konnte mich nicht auf Anhieb in einen der Charaktere hineinversetzten, noch identifizieren. Der Grund dafÃÆ’ür ist simpel und liegt schon die ersten 10 min. auf der Hand. Ein Hacky-Sack-Gigolo im Kevin Federline verschnitt, und zwei MÃÆ’ädels, eine dÃÆ’ümmer als die andere, kÃÆ’önnen doch keine Personen sein, denen man ernsthaft einen Rucksacktouristen abkauft. Des weiteren erinnert die KamerafÃÆ’ührung an eine schlechte Abkupferung der Blair-Witch-Saga. Alles in allem kann der Anfang nur zum weggucken gedacht sein; eine Einleitung in die langweilig vorhersehbaren Charaktere ist nicht nur grÃÆ’ündlich in die Hose gegangen, auch wenn sie geklappt hÃÆ’ätte, wÃÆ’äre es fÃÆ’ür den nachfolgenden Verlauf des Szenarios belanglos gewesen zu wissen, wer da nun nÃÆ’äher am Wasser gebaut ist, und wer nicht!
Oft wird auch gesagt, dass die euphorischen Szenen, wie z.B. die Poolparty, gefilmt durch die schiefe und dÃÆ’üster gehaltene Kameraperspektive den Eindruck erwecken, dass schon bald irgendetwas Schlimmes passieren muss (wiedermal abgekupfert âââ¬Å¾DESCENTâââ¬Å✠etc.). Als eingefleischter Horrorfilmfan kann man darÃÆ’über nur mÃÆ’üde lÃÆ’ächeln, denn:
Verdammtnochma, es ist ein HORRORFILM! Das die Drei jetzt nicht ganz unbetagt durch die WÃÆ’üste stapfen und am Ende ne Tupperparty veranstalten ist doch wohl klar. Es muss etwas Derbes passieren, ansonsten macht die ganze vorhergenommene Publicity ja auch keinen Sinn!
Okay, der Schauplatz im Outback Australiens ist schÃÆ’ön anzusehen, jedoch verblassen Farbton, Tiefe und Bildgeschehen, sodass man meinen kÃÆ’önnte, der Regisseur konnte sich nicht entscheiden, ob er einen zwielichtigen oder bildgewaltigen Film aufziehen will (Dies fÃÆ’ällt einem besonders in der Dunkelheit und bei Sonnenaufgang auf, und nein, ich rede nicht von einer schlechten Raubkopie).
Man kÃÆ’önnte meinen der Regisseur versucht durch ein krasses Kontrastprogramm zu beeindrucken, also mÃÆ’ÃÂ¼ÃÆ’Ÿiger Anfang âââ‰â¬Å“ heftige Wendung âââ‰â¬Å“ Spektakel âââ‰â¬Å“ Schluss. Dies ist aber leider auch nicht der Fall, womit wir zum zweiten Teil des Films kommen: Die Begegnung mit dem Trapper.
Von nun an ÃÆ’überschlÃÆ’ägt sich eine LÃÆ’ächerlichkeit nach der anderen. Ein Trapper von dem man klar wissen muss, dass er sein gesamtes Geschirr im Schrank verloren hat (dennoch wohl die Schauspielerisch beste Leistung bringt) gabelt das verzweifelte Pack auf, nimmt es gefangen, Pipapo. Das alles passiert so routiniert wie das Vaterunser und erzeugt weder Nervenkitzel noch ein Zucken im Gesicht. Die einzige Emotion die ich hatte war: âââ¬Å¾Das ist schon ein abgewichster Typââââœ.
Kommen wir schnell zur âââ¬Å¾Folterszeneâââ¬Å✠in der Garage, wirklich unangenehm auffallend war mir hier das Kreischen des MÃÆ’ädels. Bitte nicht falsch verstehen, klar gehÃÆ’ören Schreien und Winseln dazu, jedoch nicht in dieser penetranten Weise, der man vielleicht AuthentizitÃÆ’ät unterstellen kann, in meinen Ohren aber nicht MitgefÃÆ’ühl auslÃÆ’öste, sondern das Verlangen ihr selbst an die Kehle zu gehen (es ist zwar nur ein kleiner Kritikpunkt, aber dieses Unding ist mir halt noch sehr gut in Erinnerung und trÃÆ’ägt einfach zur sowieso schlechten AtmosphÃÆ’äre bei).
Der Hammer an sich folgt allerdings ein paar Szenen danach, meine Kollegen und ich haben uns nur noch gekugelt vor Lachen und ab da auch nur noch mit einem KopfschÃÆ’ütteln das Trauerspiel weiterverfolgt. Da ist der Miesepeter schon so gut wie erledigt, er liegt blutend und bewusstlos am Boden, Waffen aller art sind ÃÆ’überall greifbar, ein Auto zum abhauen steht auch bereit, und was machen die beiden hohlen PlanschkÃÆ’ühe? Die Eine greift sich das Gewehr aber anstatt dem BÃÆ’ösen jetzt gehÃÆ’örig den Kopf einzuschlagen, haut sie ihm auf den RÃÆ’ücken als wÃÆ’ürde sie ihre Mutter schlagen. Also auch, oder besser gesagt gerade unter Schock ist ein solches Verhalten absolut realitÃÆ’ätsfremd! Entweder man macht gar nichts (Schockstarre?) oder man ÃÆ’übertreibt, so ist das in Stresssituationen nun mal. Ich wundere mich warum diese extrem verkackte Szene bei keinem mit auch nur einer Silbe erwÃÆ’ähnt wird, da schwenkt die das Gewehr wie eine Angel, obwohl sie es einfach nur hÃÆ’ätte runtersausen lassen mÃÆ’üssen, so was will doch keiner sehn! Aber wer bis dahin geglaubt hat es geht nicht noch unglaubwÃÆ’ürdiger, der wurde eines Besseren belehrt. Die beiden entkommen dieser peinlichen Situation in dem Truck des Irren und stellen sich an eine Klippe, aus Angst doch entdeckt zu werden schmeiÃÆ’Ÿen sie den Truck die Klippe hinunter, sozusagen als TÃÆ’äuschungsmanÃÆ’över, welches aber so verdammt dÃÆ’ämlich ist, denn ernÃÆ’üchternder Weise stellen die beiden dann fest, dass sie ein Auto benÃÆ’ötigen um aus der WÃÆ’üste zu entkommen, schade, dass sie eben eines den Abhang haben runterstÃÆ’ürzen lassen. Das eine MÃÆ’ädchen wird nun an einem Felsen zurÃÆ’ückgelassen, wÃÆ’ährend das Andere ihr GlÃÆ’ück im Camp des TriebtÃÆ’äters versucht. Interessant hier ist die Szene in der das MÃÆ’ädchen spÃÆ’äter am Felsen aufschreckt, es war nÃÆ’ämlich eingeschlafen! Bei so was fass ich mir doch an den Kopf, welcher Mensch hat die Nerven in so einer Situation ein Nickerchen zu machen?! WÃÆ’ährendessen durchstÃÆ’öbert das MÃÆ’ädel das Camp nach einem fahrbaren Untersatz, findet aber dennoch die Ruhe und Zeit sich Videoaufnahmen reinzuziehen, witzig hier: Den Revolver, den sie findet, hat sie nach ein paar Szenen einfach verloren, brauch sie ja nicht, sie ist ja stark genug. Bei ihrer unvermeidlichen Todesszene fÃÆ’ällt auch der erwÃÆ’ähnte Satz: âââ¬Å¾Das soll ein Messer sein? DAS ist ein Messer!ââââœ, der dem Film wenigstens etwas Wiedererkennungswert verleiht. Auch erstaunlich ist, wie sehr bemÃÆ’üht doch die Handlung ist, den Gigolo vom Anfang aus dem Geschehen herauszuhalten, umso schÃÆ’äbiger ist dahingegen das Ende, wo dieser einfach von seiner âââ¬Å¾Falleâââ¬Å✠heruntersteigt in die WÃÆ’üste lÃÆ’äuft, und danach noch kurz im Anzug zu sehen ist âââ‰â¬Å“ keine Pointe, weder ein optimistisches noch pessimistisches Ende - Also Filmkritisch gesehen ohne Worte.
Achja, die kleine Schnarchnase die nach einer kurzen Hetzjagd auch hingerichtet wird hÃÆ’ätte ich ja beinahe vergessen. Hier kann sich der Zuschauer nur noch fragen warum uns der Film noch mit so einer hurig schlecht inszenierten Jagd quÃÆ’älen muss, man wartet quasi nur auf deren Tod, und das so grottig in der Luft hÃÆ’ängende Ende. Cool, aber dennoch ohne erkennbaren stilistischen Zusammenhang, ist der Autofahrer der weggesnipet wird, warum dieser so einen komischen Hippielook vertritt ist mir ein RÃÆ’ätsel. Im Abspann kommen dann noch ErlÃÆ’äuterungen a la âââ¬Å¾TCMââââœ, leider ohne Bildunterlegung und Schwarz-WeiÃÆ’Ÿ Flair, ich hatte allerdings so oder so keinen Nerv mehr diese durchzulesen, das restliche Kinopublikum ebenfalls. Letztendlich ist noch zu sagen, dass wer sich durch SÃÆ’ätze wie z.B. âââ¬Å¾Nach einer wahren Begebenheitâââ¬Å✠in irgendeiner Form beeinflussen lÃÆ’ässt, ist ein Hampel.
Furan