„If a machine, a Terminator, can learn the value of human life, maybe we can too.“
James Cameron gelang 1984 mit dem ersten „Terminator“-Film der Durchbruch. Das Science-Fiction-Werk revolutionierte die Filmlandschaft und gilt als Kultklassiker. Eine Fortsetzung war eine logische Konsequenz, auch wenn Teil 1 einen sehr runden Film darstellte. Und aus damaliger Sicht konnte man sich sicherlich kaum vorstellen, wie man einen derartigen Hit solide weiterführen könne, geschweige denn übertreffen. Doch Cameron gelang dieses seltene Wunderwerk! Doch die Fortsetzung dauerte viele Jahr: Erst 1991 erschien „Terminator 2 - Tag der Abrechnung“. Gründe dafür gab es viele, wie etwa Unstimmigkeiten mit den Filmrechten und auch Cameron selbst, der zunächst gegen eine Fortsetzung war. Doch am Ende waren die Weichen gestellt und „Terminator 2“ ist tatsächlich eine großartige Fortsetzung geworden. Ist er so gut wie das Original? In meinen Augen nicht ganz, aber wir vergleichen hier auch zwei Mega-Player im Filmbereich. Teil 2 ist aber zumindest in einer Hinsicht ein unantastbares Meisterwerk: Die Action! Die ist wirklich bombastisch und ist auch heute noch absolut sehenswert. Doch schauen wir uns diesen Klassiker genauer an…
Die Handlung spielt etwa zehn Jahre nach dem ersten Film (tatsächlich gibt es verschiedene Hinweise im Film, die sich jedoch logistisch widersprechen, aber sei´s drum): Sarah Connor sitzt in einer psychiatrischen Klinik fest. Sie wird als krank eingestuft, aufgrund ihrer dystopischen Zukunftsvisionen. Niemand glaubt ihr, dass eine Maschine sie töten wollte. Währenddessen wächst ihr Sohn John Connor bei Pflegeeltern auf. Eines Tages jedoch erscheint ein diabolischer Polizist und will den Jungen töten. Ein Glück, dass ein Terminator von John Connor aus der Zukunft zurück geschickt wurde, um sein jüngeres Ich zu beschützen…
„Terminator 2“ gelingt das, was nur wenigen Sequels gelingt: Die Geschichte wird nicht nur konsequent weiter erzählt, sie geht auch in ganz neue und spannende Richtungen. Allein die Rückkehr des T-800 (dem Schwarzenegger-Terminator) ist das perfekte Beispiel dafür, wie man eine Fortsetzung frisch und originell aufzieht: War er im ersten Film noch der bestialische Killer, ist er nun der Beschützer von John. Und nicht nur das: Es entsteht zwischen ihm und dem kleinen John eine wirkliche und freundschaftliche Beziehung. Und auch die Beziehung zu Sarah Connor, die noch von den Ereignissen des ersten Films traumatisiert war, erhält hierdurch völlig neue Dynamiken. Sowohl für sie als auch den Zuschauer wirkt der ganze Film wie eine Art Therapie für die Protagonistin. Und auch die absichtliche Ironie hinter dem Konzept, ist toll: Sarah und Co wollen den Aufstand der Maschinen verhindern und haben dabei Hilfe… von einer Maschine. Wie das Zeitreisen im Film selbst, ist es auch hier ein teuflischer Kreis, der die Welt des Films sehr vielschichtig und lebendig wirken lässt.
Und selbst beim Antagonisten wurde alles richtig gemacht: Der gefährliche T-1000 ist absolut tödlich und gefühlt unzerstörbar, auch wenn er im gesamten Film ständig mit Kugeln zugepumpt wird. Eins der Highlights ist natürlich der Kampf von Maschine gegen Maschine, ein Konzept, das in den späteren Filmen immer wieder kopiert wurde, aber nie die Kraft entfalten konnte wie hier.
Kleine Kritikpunkte gibt es von mir trotzdem: Einige der berühmten One-Liner, die für das Genre und besonders für Schwarzenegger-Filme berüchtigt waren, sind aus heutiger Sicht schon sehr albern. Und tatsächlich finde ich den Score von Brad Fiedel nicht mehr ganz so einprägend, wie im ersten Teil. Der Soundtrack funktioniert in den Actionszenen ganz gut, wirkt für mich aber manchmal etwas zu unentschlossen zwischen Synth- und Orchesterklang…
Kommen wir zum Cast, der wieder überzeugt! Arnold Schwarzenegger war zum Zeitpunkt der Fortsetzung bereits ein großer Actionstar, der hier zu seinen Wurzeln zurück kehrte. Und trotz seiner (gewollt) blassen Performance, gelingt es ihm die Figur des seelenlosen Cyborg mit viel Charme zu füllen (was aber auch an dem guten Drehbuch liegt).
Linda Hamilton ist nach wie vor der Star für mich, da sie eine tolle und mitreißende Protagonistin ist. Und wie gesagt: Sie ist eine der wenigen großen Actionheldinnen, die es zu der Zeit gab! Edward Furlong als junger John Connor gelang hier der Durchbruch als Schauspieler und das zurecht. Er war ein toller Kinderdarsteller, der mich mit seiner Performance damals in jungen Jahren sehr geprägt hat. Leider verlief seine Karriere wie die vieler gescheiterter Kinderstars, doch mit dieser Rolle wird er immer unsterblich bleiben.
Und zu guter Letzt überzeugt Robert Patrick als tödlicher Metallpudding!
Ebenfalls unsterblich bleibt die atemberaubende Action! Wo man in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder Christopher Nolan gelobt hat für seine größtenteils echten Stunts, muss man doch anerkennen, dass James Cameron mit „Terminator 2“ einer der besten Actionfilme aller Zeiten gelungen ist. Spätestens ab der Hälfte nimmt der Film eine Fahrt auf, die ihresgleichen sucht. Dabei wird geschossen, gefahren und alles mit großartiger Stuntarbeit und anderen klassischen Filmmitteln. Highlights sind neben einem Truck, der eine Brücke runter kracht, um ein Moped zu verfolgen, die Verfolgungsjagd mit einem Helikopter auf dem Highway. Dabei fliegt dieser sogar unter einer Brücke entlang. Ein Stunt, der ohne CGI oder dergleichen entstanden ist!
Und gleichzeitig setzte der Film auch eben in diesem Bereich (den Computeranimationen) neue Maßstäbe, denn es war der erste große Hollywood-Film, der mit digitalen Effekten arbeitete. Der T-1000 ist eine wundervolle Symbiose aus praktischen und digitalen Special Effects. Letztere waren im Jahre 1991 revolutionär. Nur zur Einordnung: „Jurassic Park“ erschien erst zwei Jahre später.
Kein Wunder also, dass der Film vier Oscars im technischen Bereich gewann, natürlich auch den für die besten Effekte.
Fazit: „Terminator 2“ hat nicht die düstere und beklemmende Atmosphäre des ersten Teils, ist aber eine rundum fantastische Fortsetzung, die nahezu alles im Film in neue Richtungen lenkt. Die Story wird wundervoll weitergeführt, es gibt grandiose Twists, bahnbrechende und wegweisende Action und tolle Darsteller*innen. Es ist im Grunde der perfekte Abschluss des bis dato kleine Film-Franchise, zumindest war es so auch von Cameron gedacht. Es ist auch der letzte Film, den er in der Reihe drehte und ich finde, dass man keine der Fortsetzungen wirklich benötigt, auch wenn Teil 3 die Geschichte relativ gut zu Ende bringt… Für mich ist das Ende dieser Filmreihe jedoch hier erreicht. Ein Sci-Fi-Action-Highlight, das mich als Teenager schon begeistert hat und auch noch nach fast 35 Jahren reinhaut. Völlig zurecht ein Klassiker!