In der Schule wird das Thema Nationalsozialismus behandelt – eine Situation, in der wir uns so gut wie alle mal befanden. Die Macher*innen von „Die Welle“ haben aus diesem Szenario einen mitreißenden, emotional berührenden und mit reichlich Stoff zum Nachdenken angereicherten Film mit Starbesetzung geschaffen – längst nicht nur für Jugendliche.
„Die Welle“ läuft am heutigen 22. Februar 2025 um 20.15 Uhr auf RTL Zwei. Eine Wiederholung folgt noch in derselben Nacht um 2.15 Uhr. Alternativ könnt ihr den FSK-12-Titel aktuell im Rahmen der Flatrate-Abos von Netflix und Magenta TV streamen. Zudem ist er als Blu-ray, DVD und kostenpflichtiges Video-on-Demand zu haben:
Ein Experiment gerät außer Kontrolle
„Wie konnte es damals passieren, dass ein ganzes Volk den verdrehten Ideologien einiger weniger auf den Leim ging? Wie konnte es dulden beziehungsweise aktiv daran mitwirken, dass Millionen von Menschen aus seiner Mitte ermordet und fast die ganze Welt in einen furchtbaren Krieg gestürzt wurde?“ Wir alle haben uns diese Fragen wohl gestellt, als wir uns erstmals mit der Schreckensherrschaft der Nazis in unserem Land befassten.
Das von „Napola“-Regisseur Dennis Gansel inszenierte und von ihm mit Peter Thorwarth („Blood & Gold“) auch geschriebene soziopolitische Thriller-Drama „Die Welle“ behandelt das Thema in Anlehnung an ein in den 1960ern an einer kalifornischen Highschool durchgeführtes, reales Experiment. Der das Ganze damals leitende Lehrer Ron Jones verfasste später einen ausführlichen Bericht über sein Experiment, wie es ihm aus den Händen glitt und wie er es schließlich doch noch beenden konnte.
Jones‘ Aufzeichnungen dienten schon 1981 als Grundlage für den in den USA sowie hierzulande jahrelang in Schulen und immer wieder im TV gezeigten, die realen Vorgänge fiktionalisierenden Spielfilm „Die Welle“ (Originaltitel: „The Wave“) mit dem späteren „X-Men“-Darsteller Bruce Davison. Für seinen 2008 in die Kinos gekommenen Film bediente sich Gansel nun derselben Quelle und stellte Jones zudem als Berater an. Gansel modernisierte die Story allerdings, verlegte sie ins heutige Deutschland und verpasste ihr ein deutlich abweichendes, krasseres Finale.
„Die Welle“ war ein Riesenhit. 2,5 Millionen Menschen erlebten den Titel hierzulande im Kino. Und das, obwohl die Pressereaktionen nur gemischt ausfielen. Die visuelle Umsetzung sowie die Darsteller*innen, speziell Jürgen Vogel („Kleine Haie“) und Frederick Lau („Victoria“), erhielten durch die Bank großes Lob. Dagegen wurden das Skript und vor allem die als plakativ empfundene Handlung sowie die angeblich fast nur Stereotypen erfüllenden Figuren häufig bemängelt.
In der FILMSTARTS-Kritik vergibt Autor Tobias Diekmann gute 3,5 von 5 möglichen Sternen. Auch er beanstandet eine oft oberflächliche Charakterisierung der handelnden Personen, bezeichnet die Story aber als rundum stimmig und sieht in ihr einen erschütternden Beweis dafür, wo gleichgeschaltete Gruppierungen in ihrem Fanatismus hingeführt werden können.
Am besten macht ihr euch selbst ein Bild, indem ihr „Die Welle“ einschaltet. Zusätzlich zum spannenden, streckenweise geradezu beängstigend realistisch aufgezogenen Thema sollte die erstaunliche Besetzung Anreiz genug sein, dies zu tun. Denn neben Vogel und Lau stehen jede Menge weitere hochkarätige Stars auf der Castlist. Die prominentesten unter ihnen sind Elyas M’Barek („Fack ju Göhte“), Max Riemelt („Zwei zu Eins“), Jennifer Ulrich („Wir sind die Nacht“), Christiane Paul („Im Juli“), Jacob Matschenz („Mein Blind Date mit dem Leben“), Maren Kroymann („Enkel für Anfänger“), Liv Lisa Fries („Babylon Berlin“) und Tim Oliver Schultz aus „Club der roten Bänder“.
"Die Welle": Das ist die Story
Gymnasiallehrer Rainer Wenger (Jürgen Vogel) soll seinen Schüler*innen im Laufe der diesjährigen Projektwoche erklären, wie es zu einer Autokratie kommen kann. Die Jugendlichen zeigen sich jedoch herzlich desinteressiert. Sind sie doch der einhelligen Meinung, dass sich so etwas wie der Nationalsozialismus im heutigen, ach so aufgeklärten Deutschland keinesfalls mehr wiederholen könne.
Der ob dieser Reaktion frustrierte Wenger entschließt sich daraufhin zu einem Experiment: Er ernennt sich selbst zur Leitfigur und stellt mit Hilfe von Slogans wie „Macht durch Disziplin“, „Macht durch Gemeinschaft“ oder „Macht durch Handeln“ Regeln für die Mitglieder des Kurses auf, der seiner Vision nach in einer neu gegründeten Bewegung namens „Die Welle“ aufgehen soll.
Was zunächst noch harmlos beginnt und für einige seiner Protegés wie den Einzelgänger Tim (Frederick Lau) tatsächlich zu einem bisher unbekannten Gefühl von Zusammengehörigkeit führt, gerät jedoch schnell außer Kontrolle. Schüler*innen, die nicht mitmachen wollen oder Bedenken anmelden, werden gnadenlos ausgegrenzt. Bald kommt es sogar zu Gewalttaten jenseits des Schulgeländes. Ist Wenger mit seiner Methode zu weit gegangen?
Wusstet ihr schon, dass Jürgen Vogel in Staffel 6 des Amazon-Prime-Video-Superhits „LOL: Last One Laughing“ mitmischt? Gegen wen er dabei unter Aufsicht von Gastgeber Michael Bully Herbig antreten darf und ab wann ihr das Ganze streamen könnt, erfahrt ihr im folgenden Artikel:
Der Streaming-Start der 6. Staffel "LOL: Last One Laughing" steht fest: Dann geht es weiter – und diese Stars sind dabei!*Bei den Links zum Angebot von Amazon handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Bei einem Kauf über diese Links erhalten wir eine Provision. Auf den Preis hat das keinerlei Auswirkung.