"Ich wusste, dass es ein Hit wird": Darum hat Jack Nicholson dieses legendäre Meisterwerk trotzdem abgelehnt
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor 52 Jahren wurde Jack Nicholson die Hauptrolle in einem mit sieben Oscars prämierten Meisterwerk angeboten. Doch der Schauspieler lehnte ab – weil ihn zwei andere Projekte mehr interessierten.

Ende der 1960er-Jahre befand sich das klassische Hollywood-Studiokino in einer Sackgasse: Nachdem viele der altgedienten Stars und Regisseure am Ende ihrer Karrieren angelangt waren, wollten die alten Ideen beim Publikum nicht mehr so recht zünden – und neue waren noch nicht in Sicht. Diese Krise machte sich eine Reihe junger, ambitionierter Filmemacher*innen zunutze, um das US-amerikanische Kino von Grund auf zu erneuern – mit gesellschaftskritischen Stoffen sowie formaler und erzählerischer Experimentierfreude.

In der sogenannten New-Hollywood-Ära feierten Regisseure wie Martin Scorsese, Francis Ford Coppola, John Schlesinger oder Robert Altman große Erfolge. Zudem brachte dieser ungemein prägende Abschnitt der US-Kinogeschichte auch zahlreiche Stars hervor. Eine kleine Auswahl: Jack Nicholson, Robert De Niro, Meryl Streep, Dustin Hoffman, Warren Beatty, Robert Redford, Al Pacino, Gene Hackman, Dennis Hopper und Faye Dunaway.

Zwangsläufig kam es immer wieder dazu, dass die genannten Schauspieler*innen um dieselben Rollen kämpften – was u.a. Al Pacino zu spüren bekam, als er eines seiner Wunschprojekte an Dustin Hoffman verlor. Jack Nicholson jedoch schien weitgehend freie Hand gehabt zu haben. Es sind kaum Fälle bekannt, in denen der dreifache Oscar-Gewinner (u.a. „Einer flog über das Kuckucksnest“) unfreiwillig das Nachsehen hatte – dafür ist überliefert, dass ihm die Rolle des Michael Corleone in „Der Pate“ angeboten wurde, er sich aber (zum Vorteil von Al Pacino) dagegen entschied. Und es gibt noch einen weiteren 70er-Jahre-Klassiker, dem die lebende Schauspiel-Legende die kalte Schulter zeigte: „Der Clou“!

Die Gaunerkomödie über einen jungen und einen älteren Trickbetrüger, die sich zusammentun, um den Mord an einem gemeinsamen Freund zu rächen, wurde nach „Der Exorzist“ zum zweiterfolgreichsten Film des Jahres 1973 – und mit insgesamt sieben gewonnenen Trophäen (u.a. Bester Film und Beste Regie) ging „Der Clou“ auch aus der Oscar-Verleihung als großer Sieger hervor. In der offiziellen FILMSTARTS-Kritik gab es die seltene Höchstwertung von 5 Sternen.

Regisseur George Roy Hill wollte für „Der Clou“ von Anfang an sein Star-Duo aus „Butch Cassidy und Sundance Kid“ – Robert Redford und Paul Newman – zurück vor die Kamera holen. Doch Redford sagte zunächst ab – sodass sich Hill und Drehbuchautor David S. Ward nach Alternativen umsehen mussten. Schließlich versuchten sie, Jack Nicholson von dem Projekt zu überzeugen – doch der hatte keine Lust, obwohl er von Vornherein ahnte, dass er es mit einem potenziellen Kassenschlager zu tun hatte. In einem Interview lieferte der heute 87-Jährige folgende Erklärung ab (via The Telegraph): „Mir war bewusst, dass ‚Der Clou‘ ein riesiger Hit werden würde, aber ich fand ‚Chinatown‘ und ‚Das letzte Kommando‘ als Filme weitaus interessanter.“

Am Ende ging also alles gut aus: Nicholson stellte sich zwar nicht für „Der Clou“ für die Kamera, drehte dafür aber gleich zwei andere Klassiker – während sich Redford bekanntlich schnell dazu überreden ließ, doch noch eine Hauptrolle in Hills brillantem Ganovenstück zu übernehmen und dafür mit einer Oscar-Nominierung belohnt wurde!

Wenn ihr übrigens wissen wollt, in welchem Film Nicholson die in seinen Augen beste Leistung abgeliefert hat (obwohl er dafür sogar für den Schmähpreis Goldene Himbeere nominiert wurde!), dann lest auch den nachfolgenden Artikel:

Weder "Shining" noch "Einer flog über das Kuckucksnest": Jack Nicholson verrät seine absolute Lieblingsrolle

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