Trotz Tom Hanks und Oscar-Nominierung: Diese Bestseller-Verfilmung ist schon 14 Jahre später in Vergessenheit geraten!
Michael Bendix
Michael Bendix
-Redakteur
Schaut pro Jahr mehrere hundert Filme und bricht niemals einen ab. Liebt das Kino in seiner Gesamtheit: von Action bis Musical, von Horror bis Komödie, vom alten Hollywood bis zum jüngsten "Mission: Impossible"-Blockbuster.

Vor vierzehn Jahren kam die mit u.a. Tom Hanks und Sandra Bullock hochkarätig besetzte Adaption eines gefeierten Romans in die Kinos – und machte dort erstaunlich wenig Aufsehen. Hier erfahrt ihr, um welchen Film es geht.

2005 veröffentlichte Jonathan Safran Foer seinen Roman „Extrem laut und unglaublich nah – dem das seltene Kunststück gelang, sowohl zum internationalen Bestseller zu werden als auch herausragende Kritiken einzufahren. Viele lobten die Geschichte über den Jungen Oskar Schell, der den Tod seines Vaters bei den Anschlägen vom 11. September zu verarbeiten versucht und daraufhin eine Odyssee durch New York unternimmt, für seine komplexe Erzählweise und emotionale Vielschichtigkeit.

Sechs Jahre später kam die mit Spannung erwartete Leinwand-Adaption in die Kinos – und die Zeichen standen gut, dass aus dem literarischen Meisterwerk auch ein gefeierter Film entsteht. Schließlich nahm mit Stephen Daldry ein durchaus prestigereicher Filmemacher auf dem Regiestuhl Platz, der zuvor mit „Billy Elliot – I Will Dance“ einen absoluten Überraschungserfolg gelandet und Nicole Kidman zu ihrem ersten Oscar verholfen hatte (in „The Hours“).

Während der damals 13-jährige Thomas Horn in die Rolle des Oskar Schell schlüpfte, verkörperte Tom Hanks seinen (in Rückblenden auftretenden) Vater. Die verschiedenen Menschen, denen Oskar auf seinem Streifzug durch die traumatisierte Metropole begegnet, wurden von so namhaften Schauspieler*innen wie Sandra Bullock („Blind Side“), Viola Davis („Fences“) oder John Goodman („Barton Fink“) gespielt.

"Extrem laut und unglaublich nah" enttäuschte Kritiker und Publikum ...

Doch das Ergebnis konnte den hohen Erwartungen nicht standhalten: Die Kritiken fielen durchwachsen aus, wobei weitgehend Einigkeit darüber herrschte, dass die Verfilmung die Qualitäten der Buchvorlage nicht erreichte.

Auch wir von FILMSTARTS.de hatten nur mäßige 2,5 von 5 Sternen für „Extrem laut und unglaublich nah“ übrig, wobei der Film im Fazit unserer Kritik als „zu süßlich für ein 9/11-Drama“ beschrieben wird. Stephen Daldry visiere „zu angestrengt und verkrampft die Tränendrüsen seines Publikums an.“ Auch an den Kinokassen war die Tragikomödie mit einem weltweiten Einspielergebnis von 55 Millionen US-Dollar (gegenüber einem Budget von 40 Millionen) eine Enttäuschung.

... und bekam trotzdem eine Oscar-Nominierung als Bester Film!

Trotzdem reichte es am Ende für zwei Oscar-Nominierungen – für Nebendarsteller Max von Sydow und auch als Bester Film! Natürlich hatte „Extrem laut und unglaublich nah“ nicht den Hauch einer Chance gegen seine Mitbewerber (gewonnen hat am Ende die Stummfilm-Hommage „The Artist“), doch es ist in jedem Fall bemerkenswert, dass ein derart durchschnittlich rezipiertes Werk überhaupt für den wohl wichtigsten Kinopreis der Welt in Frage gekommen ist. Geholfen hat es am Ende wenig: Trotz renommiertem Regisseur, Starbesetzung und gepriesener Vorlage ist „Extrem laut und unglaublich nah“ nur vierzehn Jahre später etwas in Vergessenheit geraten …

… ein Schicksal, das er sich übrigens mit dem Film teilt, der vor gerade einmal drei Jahren den wichtigsten Oscar gewann – mehr dazu in folgendem Artikel:

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