TV-Tipp für Fans von Christopher Nolans "Memento": Ein grandios gespielter Psycho-Thriller voller Twists
Monta Alaine
Monta Alaine
Bereits jung von ihrem Vater an Klassiker wie "Taxi Driver" und "Clockwerk Orange" herangeführt stand fest: Film sollte es sein. Nach diversen Stops in der Branche gilt ihre Liebe auch heute noch Hollywood-Kino à la Nolan und raffinierten Arthouse-Filmen.

In „Ich.Darf.Nicht.Schlafen.” begibt Nicole Kidman sich auf die Suche nach der Wahrheit - und stellt fest, dass sie niemandem trauen kann. Nicht einmal sich selbst.

Für viele zählt Christopher Nolans „Memento” zu den ganz großen Kultfilmen, was vor allem an seiner raffinierten Erzählweise liegt: Leonard Shelby (Guy Pierce) leidet seit einem traumatischen Überfall, bei dem seine Frau ums Leben kann, an anterograder Amnesie und kann Informationen nicht länger als ein paar Minuten abspeichern. Auf der Suche nach dem Mörder seiner Frau hat er ein komplexes System aus Polaroids, Notizen und Tattoos entwickelt, die ihn Stück für Stück der Wahrheit näher bringen sollen. Der Film erzählt dabei auf kluge Art und Weise „vorwärts rückwärts“ und mit Leonard erschließen sich dem Zuschauer nach und nach die Puzzleteile, die das Große und Ganze ergeben.

Einen Film, der vom Prinzip ganz ähnlich funktioniert, wollen wir euch für heute Abend empfehlen: „Ich.Darf.Nicht.Schlafen.” läuft um 20.15 Uhr auf Tele5. Auch hier ist fragmentierte Erinnerung das zentrale narrative Element, das die Struktur des Films trägt und die Geschichte vorantreibt. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Thriller-Bestseller* von Steve Watson und Co-Produzent war niemand Geringeres als „Alien”-Regisseur Ridley Scott.

Solltet ihr heute Abend schon was vorhaben, findet ihr den Film auch auf dem CNMA-Arthouse-Channel von Amazon Prime Video. Für sieben Tage ist das Abo kostenlos, danach zahlt ihr 3,99 Euro im Monat.

Auf der Suche nach sich selbst

Christine Lucas (Nicole Kidman) wacht jeden morgen ohne Erinnerung an die letzten Jahre auf - seit einem Überfall, bei dem sie schwere Kopfverletzungen erlitt, kann sie neue Informationen nicht länger als einen Tag behalten. Sobald sie schläft, wird alles wieder gelöscht. Ihr Mann Ben (Colin Firth) kümmert sich um sie und erinnert sie täglich daran, wer sie ist. Auf Anraten des Neuropsychologen Dr. Nash (Mark Strong) beginnt sie damit, ein Videotagebuch zu führen. Dabei stößt sie auf immer mehr Ungereimtheiten und Widersprüche, die sie an ihrer Realität und an den Menschen um sie herum zweifeln lassen. Wem kann sie vertrauen, wer sagt die Wahrheit?

„Ich. Darf. Nicht. Schlafen” ist konventioneller inszeniert als „Memento”, dafür aber auch gut zugänglich. Nicole Kidman überzeugt mit einer vielschichtigen Darstellung einer Frau, die zwischen den Fronten hin- und hergeworfen wird. Atmosphärisch dicht und voller Wendungen wird von ihrer Spurensuche erzählt und „Ich.Darf.Nicht.Schlafen.” spielt dabei geschickt mit Wahrheit, Wahrnehmung, Identität und Realität. Immer weiter baut sich die psychologische Spannung auf, die Perspektive verschiebt sich nicht nur einmal - das ist ein Plot, der auf seinen Twists basiert, dennoch aber nicht überkonstruiert oder plump daherkommt. Wer gerne Miträtseln möchte und auf Twists à la „Gone Girl” oder „The Machinist” steht, ist hier genau richtig.

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