Auch wenn „Donnie Darko“ in den USA erst einmal kolossal floppte und in Deutschland dann nicht einmal in die Kinos kam, sondern direkt in den Videotheken landete, wurde er schnell zum Kultfilm. Richard Kellys Sci-Fi-Mindfuck über einen verunsicherten Teenager in den 1980er-Jahren, den möglichen Weltuntergang, Zeitreisen und ein Wesen namens Frank in einem Hasenkostüm wird auch heute noch rauf und runter diskutiert. Auch wir haben es vor einiger Zeit in unserem Podcast Leinwandliebe einfach noch mal getan.
„Donnie Darko“ begeistert auch mit einem sensationell zusammengestellten Cast – wobei gerade bei diesem beinahe vieles anders gewesen wäre. So war sogar Hauptdarsteller Jake Gyllenhaal nur ein Last-Minute-Ersatz, weil der eigentlich eingeplante Jason Schwartzman absprang, um aus Verbundenheit mit seiner Familie lieber „CQ“, das Regie-Debüt seines Cousins Roman Coppola, zu drehen. Und was viele nicht wissen: Auch in der wichtigen Nebenrolle des Jim Cunningham hätten wir beinahe einen anderen Star gesehen!
Alternative "Donnie Darko"-Besetzung mit David Hasselhoff als Jim Cunningham
Regisseur Richard Kelly wollte den als Autor von Lebensratgebern in der Stadt verehrten, aber ein dunkles Geheimnis (er ist pädophil) bergenden Cunningham unbedingt von einem 80er-Jahre-Star verkörpern lassen, der eindeutig gegen sein Image besetzt ist. Ganz vorne stand dabei unter mehreren Kandidaten David Hasselhoff auf der Liste.
Produzent Adam Fields erinnerte sich später in Interviews daran, wie man bei der „Knight Rider“- und „Baywatch“-Legende vorstellig wurde, um ihm die komplexe Figur des Jim Cunningham zu beschreiben. Doch während Hasselhoff die dunklen Abgründe erklärt wurden und man ihm aufzeigte, wie der Part mit seinem Saubermann-Image brechen würde, entwickelte sich ein bizarres Meeting: Es war „das seltsamste Treffen“, das er je erleben musste, blickte Fields später darauf zurück.
"Ein David Hasselhoff würde das niemals tun"
Denn David Hasselhoff redete konstant über sich selbst in der dritten Person. Immer wieder habe er den Satz eingeworfen „Ein David Hasselhoff würde das niemals tun“, wenn ihm was zur Figur beschrieben wurde. Fields habe sich damals nur gedacht: „Okay, wenn ich ihn sehe, lasse ich es ihn wissen!“
Letztendlich ging die Rolle bekanntermaßen an „Dirty Dancing“-Star Patrick Swayze – eine Entscheidung, die Fields im Rückblick als richtig und Glücksfall bezeichnet. Der Produzent war froh, dass Hasselhoff ihnen absagte und sie deswegen weitere (weniger seltsame) Meetings führen mussten, bis sie sich auf Swayze festlegten.
Statt Hasselhoff konnte Patrick Swayze mit dem Flammenwerfer sein Image niederbrennen
Der war nicht nur bereit, mit seinem Saubermann-Bild zu brechen, sondern wollte sogar „mit dem Flammenwerfer sein Image niederbrennen“, wie es Regisseur Richard Kelly später beschrieb. Ob Hasselhoff bei dem bei seinem Verhalten durchscheinenden Bedenken das auch geliefert hätte, darf bezweifelt werden.
Kelly bezeichnete Swayze dann auch als „furchtlos“. Zudem war er erfreut, dass sein prominenter Star der Produktion sogar aushalf. Die im Film eine Rolle spielenden Werbespots mit Cunningham konnte man so auf Swayzes Ranch drehen, wobei der Schauspieler auch noch in seinem Kleiderschrank kramte und die Sachen fand, die er selbst in den 1980ern trug. Beides entlastete natürlich das Budget des mit wenig Geld realisierten Debütfilms.
Swayzes Performance als Jim Cunningham wurde dann auch zu einem denkwürdigen Part des Kultfilms. Wie David Hasselhoff auf das Meeting, sein Auftreten und die entgangene Rolle zurückblickt, ist dagegen nicht bekannt.
Auch eine andere Kultrolle verdankt Patrick Swayze übrigens der Absage anderer Stars. Wobei bei diesem Film Eddie Murphy sauer ist, dass dann Swayze und nicht er gefragt wurde. Um welches Projekt es geht und was den „Beverly Hills Cop“-Star dabei so erzürnt, erfahrt ihr im folgenden Artikel:
"Ich hätte es verdient": Eddie Murphy ist bis heute sauer, dass er nicht für einen der größten Kultfilme der 90er-Jahre angefragt wurde